Rand BoatsNeuer Schwung für dänische Werft

Jan-Ole Puls

 · 06.05.2026

Die Rand Spirit 25 im BOOTE-Test.
Photo: Julian Fietze
Der dänische Elektroyacht-Hersteller Rand Boats nimmt nach der Insolvenz im September 2025 die Produktion wieder auf. Mit neuen Investoren und drei Modellen für 2026 will das Unternehmen den Markt für elektrische Motorboote weiter erschließen.

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Rand Boats aus Kopenhagen produziert wieder Motorboote. Das Unternehmen hatte im September 2025 Insolvenz angemeldet, sicherte sich aber neue Finanzierung und führte eine Umstrukturierung durch. Die Produktion läuft nun in Zusammenarbeit mit den Werften Faeton und Slepsk. Erste Boote sollen noch vor der Saison 2026 ausgeliefert werden. Das Gründerteam bleibt an Bord und hält die Rechte an allen Designs und Patenten. Seit der Gründung 2014 hat Rand Boats über 1.000 Motorboote in Europa und international verkauft.

Drei neue Modelle für 2026

Für die kommende Saison kündigt der Hersteller drei Neuheiten an. Die Mana 24 ist ein elektrischer Daycruiser mit 24 Fuß Länge, also rund 7,30 Meter. Der Antrieb leistet 40 Kilowatt, was etwa 54 PS entspricht. Der Preis beginnt bei 89.900 Euro ohne Mehrwertsteuer. Damit positioniert sich die Mana 24 im unteren Preissegment für elektrische Gleiter. Das Sportmodell Source 23 folgt später im Jahr. Details zur Ausstattung nennt Rand Boats noch nicht.

Lagune 44 als Flaggschiff

Das größte Modell ist die Lagune 44, eine Sportyacht mit 44 Fuß Länge, umgerechnet 13,40 Meter. Das Boot bietet Schlafplätze für vier Personen und eignet sich damit für längere Aufenthalte an Bord. Solarpaneele auf Deck unterstützen die Stromversorgung. Der Preis startet bei 499.900 Euro ohne Mehrwertsteuer. Vergleichbare Yachten dieser Größe mit Elektroantrieb kosten meist deutlich mehr. Rand Boats will langfristig Preisgleichheit zwischen elektrischen und benzinbetriebenen Booten erreichen. Nach eigenen Angaben verringert sich die Preisdifferenz bereits.

Wellenbrecher-Rumpf als Basis

Alle Modelle nutzen einen Wellenbrecher-Rumpf. Diese Bauweise soll den Wasserwiderstand um bis zu 60 Prozent gegenüber herkömmlichen Rümpfen senken, so der Hersteller. Ein geringerer Widerstand bedeutet weniger Energieverbrauch und damit mehr Reichweite mit einer Batterieladung. Der Rumpf schneidet die Wellen, statt über sie zu gleiten. Das Prinzip stammt aus dem Bau von Arbeitsschiffen und Militärbooten. Rand Boats überträgt es auf Freizeitboote. Gründer Carl Kai Rand erklärt: Jedes Modell werde von Grund auf neu entwickelt – Rumpf, Aufteilung, Gewicht und Raumnutzung. Diese Herangehensweise ermögliche erst den praktischen Einsatz von Elektroantrieben.

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Händlernetz wird reaktiviert

Rand Boats arbeitet mit rund 40 Händlern weltweit zusammen. Diese Partner werden nun wieder kontaktiert. In Regionen ohne aktuelle Vertretung sucht das Unternehmen neue Händler. Geschäftsführer Oscar Kai Rand betont die Bandbreite des Angebots: Von 20-Fuß-Daycruisern bis zur 44-Fuß-Yacht decke man verschiedene Kundenwünsche ab. Interessierte Händler könnten sich direkt melden.

Technische Daten:

Mana 24:

  • Länge: 7,30 Meter (24 Fuß)
  • Antrieb: 40 kW elektrisch (ca. 54 PS)
  • Bauart: Daycruiser mit Gleitfähigkeit
  • Preis: ab 106.981 Euro

Lagune 44:

  • Länge: 13,40 Meter (44 Fuß)
  • Schlafplätze: 4 Personen
  • Ausstattung: Solarpaneele integriert
  • Typ: Luxury Sport Yacht
  • Preis: ab 593.810 Euro

Source 23:

  • Typ: Sportmodell
  • Markteinführung: später 2026
  • Weitere Details sind noch nicht bekannt

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Jan-Ole Puls

Jan-Ole Puls

Editor Test & Technology

Ole Puls was born in Schleswig in 1999. He quickly swapped the football pitch for the Schlei and grew up sailing a wide variety of dinghies and tall ships. From his grandfather's self-built wooden opti and a Europe to a 49er and an X362 Sport, there was a lot to choose from. After leaving school, Puls decided to train as a boat builder at the high-tech shipyard Knierim Yachtbau in Kiel in 2016. He successfully completed his training in 2020 and stayed at the shipyard as a bachelor. In 2022, he decided not only to build boats, but also to test them. Since then, he has been working for Delius Klasing Verlag in the Test & Technology section of BOOTE magazine. The training he received and the eye for detail and quality of workmanship he acquired help him immensely today. Even though he is a regatta sailor with heart and soul, he feels right at home on motorboats and enjoys separating his professional and private lives and yet combining them. Because we all know one thing: there is simply no better place to be than on the water.

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