Amer Yachts 42 Explorer im Test“Even Further” verbraucht nur 60 Liter

Uske Berndt

 · 02.07.2026

Am Start: Die Amer 42 Explorer verdrängt 44 Tonnen.
Photo: Emanuele Colombo
Die Amer 42 Explorer zeigt bei ersten Testfahrten einen Verbrauch von 60 Litern Diesel pro Stunde im Eco-Modus bei 9,5 Knoten. Die 41,45 Meter lange Stahlrumpf-Yacht liefert eine Reichweite von 8.900 Seemeilen. Damit startet Amer Yachts den Bau maßgefertigter Stahl-Explorer.

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Bei einer Verdrängung von 440 Tonnen und einer Länge von 41,45 Metern liegt dieser Verbrauch deutlich unter dem vieler kleinerer Yachten. Das Schiff erreicht damit eine Reichweite von 8.900 Seemeilen – genug für die Strecke vom italienischen Werftstandort Sanremo nach Australien ohne Zwischenstopp. Die Yacht ist das erste Stahlschiff der Werft und begründet eine neue Produktlinie für Custom-Explorer.

Der Antrieb besteht aus zwei Volvo Penta IPS40-Pods mit vier D13-Motoren, die den IMO-Tier-III-Standard erfüllen. Die gegenläufigen Propeller ermöglichen eine Kraftstoffeinsparung von bis zu 30 Prozent gegenüber herkömmlichen Wellenantrieben. Mit einem Tankvolumen von 56.300 Litern und Platz für 19 Personen sowie zwei acht Meter langen Tendern verbindet „Even Further" Langstrecken-Fähigkeiten mit Komfort.

Antrieb mit vier Motoren

Das System aktiviert beim Beschleunigen zunächst zwei der vier Motoren, während die anderen beiden auf Betriebstemperatur bleiben. Bis etwa 1.550 Umdrehungen pro Minute arbeiten die aktiven Aggregate bei 80 Prozent Last. Oberhalb dieser Schwelle schalten sich die anderen beiden Einheiten zu. Die Last verteilt sich dann gleichmäßig auf alle vier Motoren. 42 Meter komplett aus Alu

Im Eco-Modus erreicht die Yacht 9,5 Knoten bei durchschnittlich 60 Litern pro Stunde. Bei 12,5 Knoten liegt der Gesamtverbrauch bei 150 Litern, wobei hier nur zwei Motoren laufen. Bei höheren Geschwindigkeiten arbeiten alle vier Aggregate. Die Reisegeschwindigkeit beträgt 14 Knoten (280 Liter/Stunde, Motorlast 54 Prozent), die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 16,3 Knoten. Diese kann laut Rodolfo Amerio, CEO von Amer Yachts, maximal zwei Stunden am Stück pro zwölf Betriebsstunden gehalten werden.

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Stahlrumpf mit Alu-Aufbauten

Die Wasserlinien des Stahlrumpfes resultieren aus mehr als 15 Jahren Forschung und Entwicklung der Werft und ihren Ingenieurspartnern. Amer Yachts begann vor über zwölf Jahren mit der Erprobung von IPS-Antrieben für große Rümpfe, als die Branche diese Technologie noch eher für kleinere Yachten vorsah.

Barbara Amerio, CEO von Amer Yachts: „Wir begannen Ende der Achtzigerjahre und wählten lange bevor diese Themen breit diskutiert wurden einen Weg, der uns heute für die großen Opfer und anfängliche Skepsis belohnt."

Kräne mit acht Tonnen Tragkraft

Das Design lieferte Luiz De Basto, die Konstrukteure von Optima Design Italy zeichnen für die technische Umsetzung verantwortlich. “Even Further” verbirgt ihre Explorer-Eigenschaften hinter der Ästhetik und dem Komfort einer Superyacht. So ist etwa die Flybridge 17 Meter lang.

Unter der Oberfläche zeigt sich die wahre Natur: hoher Bug, Kräne mit jeweils 8.000 Kilogramm Tragkraft, ein Touch-and-Go-Helipad auf dem Vordeck und ein Ruderhaus mit 270-Grad-Sicht sowie durchgehender, nach vorne geneigter Windschutzscheibe. Die Eisklasse-Zertifizierung qualifiziert das Schiff für Fahrten in polaren Gewässern.

Volvo Penta als Partner

Die Ergebnisse der Amer 42 Explorer bestätigen laut Nicola Pomi, Vizepräsidentin Yacht & Superyacht bei Volvo Penta, die Wirksamkeit der IPS Professional Plattform auch bei so “schweren” Rümpfen. Die Reduzierung von Lärm und Vibrationen sorge für Komfort, der bei langen Ozeanpassagen wichtig sei.

Bei den Custom-Superyachten weichen die tatsächlichen Leistungsdaten häufig von den Planungswerten ab. Amer Yachts verfolgt einen anderen Ansatz: Rodolfo Amerio deklarierte alle Leistungsdaten für „Even Further" – Kraftstoffverbrauch, Geschwindigkeit und Reichweite – bereits vor der Kiellegung. Nach der Auslieferung wurden diese Werte sogar noch übertroffen.

Neue Linie für Stahl-Explorer

Die Amer 42 Explorer startet eine neue Ära für Amer Yachts: große Explorer mit Stahlrumpf. Individuelles Design, Bauqualität und Antriebstechnologie treffen in Schiffen zusammen, die für weltweite Einsätze konzipiert sind. Der Name „Even Further" ist Programm: weiter fahren, weniger verbrauchen, geringere Emissionen verursachen und dabei weder auf Luxus noch Komfort verzichten.

Technische Daten Amer 42 Explorer:

  • Länge über alles: 41,45 Meter
  • Maximale Breite: 9,74 Meter
  • Maximaler Tiefgang: 2,34 Meter
  • Verdrängung bei Volllast: 440 Tonnen
  • Material: Stahl/Aluminium
  • Antrieb: 2 × Volvo Penta IPS40 – 4 × D13 IMO III
  • Verbrauch im Eco-Modus: 60 Liter pro Stunde
  • Reichweite im Eco-Modus: 8.900 Seemeilen
  • Geschwindigkeit im Eco-Modus: 9,5 Knoten
  • Verbrauch bei Reisegeschwindigkeit: 280 Liter pro Stunde
  • Reichweite bei Reisegeschwindigkeit: 2.800 Seemeilen
  • Reisegeschwindigkeit: 14 Knoten
  • Tankkapazität: 56.300 Liter
  • Höchstgeschwindigkeit: 16,3 Knoten
  • Gäste: 10
  • Crew: 9
  • Exterior & Interior Design: De Basto Design – Miami, USA
  • Konstruktion: Optima Design – La Spezia, Italien
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Uske Berndt

Uske Berndt

Editor News & Panorama

Uske was born just outside Volkswagen in 1970 and tested various small boats with sails through her boyfriend (now husband 😊) on a quarry pond. Her studies in Kiel took her to the Baltic Sea with boats of all kinds and eventually to a regatta from Hong Kong to Mauritius via the Academic Sailing Club. Her teacher training ended at the Burda School of Journalism in Munich instead of in the classroom and finally at Boote Exclusiv. After a long break and various stories about house building, she returned to Delius Klasing and has been filling the magazine with long stories about large ships ever since. A family-owned H-boat was quickly sold again as the mother realized that sailing with two small children was neither relaxing nor fun.

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