Jill Grigoleit
· 25.04.2024
Als der Notruf gegen 10:30 Uhr einging, befand sich das manövrierunfähige Motorboot rund 7,5 Seemeilen nordöstlich der Insel Wangerooge. Die Einsatzleiter alarmierten den in Bremerhaven stationierten Seenotrettungskreuzer „Hermann Rudolf Meyer“ und umliegende Schiffe. Ein Hubschrauber der Bundespolizei entdeckte den Havaristen inmitten des Windparks Nordergründe. Auch ein Crew Transfer Vessel des Windparks, das sich in der Nähe befand, machte sich auf den Weg um das Motorboot abzusichern, das inzwischen den Anker ausgebracht hatte.
Gegen 13 Uhr traf der Seenotrettungskreuzer vor Ort ein und setzte das Tochterboot „Christian“ aus, um den Havaristen in Schlepp zu nehmen. Dessen Anker ließ sich jedoch nicht aufholen, weshalb die Seenotretter zuerst die Ankerkette durchtrennen mussten. Das Tochterboot stellte eine Leinenverbindung her und nahm das Motorboot, dessen Maschinen und Elektrik ausgefallen waren, zunächst in Schlepp. Aufgrund zunehmend ersichtlicher Schäden und des drohenden Untergangs des Havaristen entschieden die Seenotretter jedoch, die Besatzung auf den Seenotrettungskreuzer zu übernehmen und das Motorboot aufzugeben.
Die zweiköpfige Crew und ihr mitreisender Hund wurden sicher nach Bremerhaven gebracht. Die Wasserschutzpolizei Wilhelmshaven hat die Ermittlungen zum Vorfall aufgenommen und übernahm die Sicherstellung des aufgegebenen Motorbootes.
Die kostenlose Sicherheits-App SafeTrx zeichnet über das GPS des iPhone oder Smartphone die Route des Wassersportlers auf. Diese kann in der Rettungsleitstelle See im Notfall abgefragt werden. Bei Anruf wird die Position mit an die Rettungsleitstelle See übertragen. Darüber hinaus können in einem Routenplan wichtige Informationen hinterlegt werden, so dass auch bei Verlassen des mobilen Abdeckungsbereiches SafeTrx für die Seenotretter in einem Notfall eine wichtige Informationsquelle darstellt.

Redakteurin Reise