Gill OS1 ÖlzeugSchlechtwetter-Rüstung für harte Offshore-Passagen

David Ingelfinger

 · 10.06.2026

Da kommt nichts rein: Kapuze und Kragen lassen nur einen schmalen Sehschlitz frei.
​Das Gill OS1 bestehend aus Hose und Jacke ist auf maximalen Schutz ausgelegt und für härteste Offshore-Bedingungen konzipiert. Der Kragen reicht fast bis unter die Augen, die Kapuze schließt darüber bis über die Stirn ab. Trotzdem beweist das Ölzeug im Praxistest eine überraschend gute Bewegungsfreiheit.

Themen in diesem Artikel

Wer das Gill OS1 anzieht, merkt sofort: Dieses Ölzeug ist keine halbe Sache. Der extrem hohe Kragen und die weit schließende Kapuze sorgen dafür, dass man nur durch einen schmalen Schlitz schauen kann – wie durch ein Visier einer Ritterrüstung. Das Ergebnis ist ein maximaler Schutz vor Spray, Regen und Wind. Eine gewisse Sichteinschränkung gehört dabei dazu, die Kapuze dreht nicht gerade perfekt mit. Bei schwerem Wetter auf Offshore-Passagen ist dieser Schutz seinen Preis wert. Für den Einsatz an der Küste in den meisten Fällen schlicht übertrieben.

Auf den ersten Blick wirkt die Hose überdimensioniert. Sie bietet jedoch die Möglichkeit zur Verstellung an Füßen, Taille und Schultern, wodurch sie präzise anpassbar ist. Das vermeintlich überschüssige Material an den Knien entpuppt sich dabei als Konzept: Es ist bewusst so geschnitten und gibt beim Hocken hervorragende Bewegungsfreiheit. Was zu groß aussieht, sitzt am Ende genau richtig.

Schlaues Taschenkonzept

Wärmetaschen finden sich in Hose und Jacke. Die Jacke hat sogar vier: über der Brust und hinter den aufgesetzten Taschen. In der rechten Beintasche ist ein Multitool fest mit einem Gummiband verbunden – Schraubendreher, Schäkelöffner, Gabelschlüssel und Flaschenöffner in einem. Praktisch, immer griffbereit.

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Zwei spezielle Halterungen ermöglichen das Einhaken eines PLB (Personal Locator Beacon). Verstellbare Bündchen mit PU-Beschichtung innen dichten an Armen und Beinen ab. Die Fußbündchen sind einfach verstellbar. Die doppelte Sturmklappe am Reißverschluss hat eine Wasserablaufrinne. Man fühlt sich extrem geschützt und ist es auch.

Xplore+

Das Material ist die hauseigene Membran von Gill. Die Verarbeitung sieht sauber aus, viele Verstärkungen an Knien und Gesäß erhöhen die Haltbarkeit. Reflektoren verbessern die Sichtbarkeit. Die Salopette allein – ohne Jacke – reicht bereits bis unter das Kinn. Man kann sie sehr gut einzeln tragen. Die Jacke ist dann die letzte Eskalationsstufe für wirklich hartes Wetter mit Regen und Kälte.

Für extreme Bedingungen

Das Gill OS1 ist für Offshore-Einsätze und härtestes Wetter konzipiert. Auf der Ostsee im Sommer ist es etwas übertrieben. Dann ist der hohe Kragen eher im Weg. Wer beispielsweise auf einem offenen Tender unterwegs ist oder sehr früh oder spät im Jahr fährt, wird den Schutz zu schätzen wissen. Das Ölzeug ist nicht für jedermann – aber für jene, die es brauchen, ist es eine verlässliche Rüstung. Dazu kommt noch ein sehr fairer Preis.

Technische Daten:

Preis:

  • Jacke: 750 Euro
  • Trousers (Hose): 600 Euro

Gewicht:

  • Jacke: 1.352 g
  • Hose: 1.158 g

Material:

  • Xplore+
  • PFAS-frei
  • 50% Recyclingmaterial
  • Robust und langlebig

Einsatzbereich:

  • Offshore
  • Härteste Wetterbedingungen
  • Lange Passagen
  • Extreme Bedingungen

Farben:

  • Jacke: Rot
  • Hose: Schwarz

Jacken-Features:

  • Extrem hoher Kragen (reicht fast bis unter die Augen)
  • Doppelte Sturmklappe mit Wasserablaufrinne
  • Vier Wärmetaschen (zwei über der Brust, zwei hinter aufgesetzten Taschen)
  • Doppelte Armbündchen mit PU-Beschichtung innen
  • Viele Reflektoren für Nachtsichtbarkeit
  • Massive Verstärkungen an beanspruchten Stellen
  • Innentaschen
  • ​Spezielle Halterungen für PLB (Personal Locator Beacon)
  • Sehr saubere Verarbeitung

Hosen-Features:

  • Salopette reicht bis unter das Kinn
  • Wärmetaschen vorhanden
  • Taschen auf den Oberschenkeln
  • Brusttasche in der Hose
  • Multitool fest mit Gummiband in rechter Beintasche verbunden
  • Spezielle Halterungen für PLB (Personal Locator Beacon)
  • Verstellbar an Füßen, Taille und Schultern
  • Verstärkungen an Knien und Gesäß

Kapuze:

  • Sehr guter Schutz
  • Teil einer massiven Kapuzen-Kragen-Konstruktion
  • Dreht nicht perfekt mit
  • Leichte Sichteinschränkung
  • Maximaler Schutz vor Spray, Wind und Regen
  • Verstaubar im Kragen

Armbündchen:

  • Doppelt ausgeführt
  • Innenbündchen mit PU-Beschichtung
  • Verstellbar
  • Sehr gute Abdichtung

Besondere Details:

  • Detaillierte Qualitätskontrolle an jeder Naht an jedem Teil (laut Hersteller)
  • PFAS-frei und 50% recycelt (nachhaltig)
  • PLB-Halterungen (zwei Stück) – für Offshore-Sicherheit
  • Integriertes Multitool in Hosentasche – immer griffbereit
  • Extrem viele gut durchdachte Taschen
  • Wasserablaufrinne an Sturmklappe

Besonderheit im Test:

  • Preistipp im Offshore-Bereich
  • Beste nachhaltige Lösung (PFAS-frei, 50% recycelt)
  • Einziges Modell mit integriertem Multitool
  • Einziges Modell mit PLB-Halterungen

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Weit entfernt von den Küsten im Rhein-Main-Gebiet aufgewachsen, fand David Ingelfinger erst im Alter von elf Jahren auf den niederländischen Gewässern zum Segelsport. Was als Familienurlaub ohne großartige Vorkenntnisse begann, mündete in einer steilen Lernkurve, aus der die dauerhafte Leidenschaft fürs Segeln entsprang. Seine praktischen Erfahrungen festigte er über die Jahre mit dem Erwerb des SKS und zahlreichen Meilen als Skipper auf Charteryachten im Ijsselmeer, der Nordsee sowie im Mittelmeer. Nach seinem Studium der Publizistik schlägt er nun die Brücke zwischen dem journalistischen Handwerk und der Praxis auf dem Wasser und bringt seine Begeisterung für den Sport als Volontär in die Redaktion der YACHT ein.

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