Helly Hansen Pier 4.0Wetterschutz ohne Schnickschnack

Der Kragen ist nicht besonders hoch, was aber typisch für ein Coastal-Ölzeug ist.
Das Helly Hansen Pier 4.0 positioniert sich als einfach gehaltenes Coastal-Ölzeug. Mit 280 Euro für die Jacke und 220 Euro für die Hose liegt es preislich deutlich unter den Offshore-Modellen im Test. Kein anderes Ölzeug im Testfeld ist günstiger.

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Netzinnenfutter statt Laminat-Membran, dünne Wärmetaschen, Gummizug an der Taille – das Pier 4.0 beschränkt sich klar auf das Nötigste. Dass die Kapuze dabei trotzdem so gut mitdreht, überrascht. Die individuelle Verstellung bereitete im Test allerdings Probleme. Sie war hakelig in der Bedienung und eine kleine Öse riss ab. Einsatzbereit blieb das Ölzeug trotzdem.

Beschichtung statt Membran

Statt einer separaten Membran trägt das Pier 4.0 innen eine aufgebrachte Beschichtung, das Innenfutter besteht aus einem schlichten Netz. In der Herstellung ist das günstiger – geht aber auf Kosten von Langlebigkeit und Atmungsaktivität verglichen mit hochwertigen Membranen. Für gelegentliche Einsätze genügt das aber in den meisten Fällen. Wer das Set bei sportlichen Aktivitäten mit hoher Intensität trägt, wird die Unterschiede in der Atmungsaktivität merken.

Reißverschluss, Wärmetaschen und Verstellung

Der Reißverschluss der Jacke ist mit einer Sturmklappe ausgestattet, der Kragen fällt nicht besonders hoch aus. Die Wärmetaschen sind dünn gefüttert. An den Hosenbeinen befindet sich außerdem eine per Klett gesicherte Tasche. Die Taille der Salopette wird über einen Gummizug reguliert – eine manuelle Einstellung entfällt, das Gummi passt sich automatisch an. Im Vergleich zu Gurtband-Verstellungen ist das weniger präzise. Die Träger lassen sich per Klett anpassen.

Kapuze dreht gut mit

Überraschend: Die Kapuze dreht erstaunlich gut mit. Die Verstellung war allerdings etwas hakelig. Beim Test riss eine kleine Öse ab, was das Ölzeug aber nicht unbrauchbar machte. Das Problem: Die Verstellung war ohne Hingucken nicht intuitiv zu bedienen. Man muss an einem Gummiband ziehen, das in einen Beschlag geklemmt wird. Das funktioniert, ist aber umständlich.

Einfach, aber funktional

Das Pier 4.0 ist ein einfaches Ölzeug ohne Schnickschnack. Es hat keine doppelten Armbündchen, keine massiven Verstärkungen, keine flauschigen Wärmetaschen. Aber es hält trocken und erfüllt seine Funktion.

Der Preis von 500 Euro für das Komplettset ist fair. Wer nur ab und zu Regen abwettern muss, braucht kein 1.600-Euro-Offshore-Ölzeug. Das Pier 4.0 reicht für solche Einsätze völlig aus.

Technische Daten:

Preis:

  • Jacke: 280 Euro
  • Bib: 220 Euro
  • Gesamt: 500 Euro (günstigstes Komplettset im Test)

Gewicht:

  • Jacke: 946 g
  • Hose: 864 g

Material:

  • Helly Tech Performance
  • Aufgedampfte Beschichtung
  • Einfaches Netzinnenfutter
  • Wasserdicht und atmungsaktiv

Einsatzbereich:

  • Coastal
  • Küstensegeln
  • Gelegentliche Einsätze
  • Wochenendtörns

Farben:

  • Rot, Schwarz, Grau
  • Weiß, Schwarz (Hose)
  • Rosa-Variante für weiblichen Schnitt

Größen:

  • Herren/Damen: S – 2XL
  • Separater weiblicher Schnitt verfügbar

Jacken-Features:

  • Reißverschluss mit Sturmklappe
  • Kragen nicht besonders hoch
  • Wärmetaschen (nur dünn gefüttert)
  • Reflektoren vorhanden
  • Keine doppelten Armbündchen
  • Einfache Ausstattung

Bib-Features:

  • Wärmetaschen auf der Brust (dünn gefüttert)
  • Eine Tasche mit Klett auf den Beinen
  • Gummizug-Verstellung an der Taille (keine manuelle Einstellung)
  • Träger mit Klett verstellbar
  • Verstärkungen an Knien (keine Polster)
  • Verstärkung am Gesäß

Kapuze:

  • Zweifach verstellbar
  • Dreht erstaunlich gut mit
  • Verstellung etwas hakelig
  • Beim Test riss eine kleine Öse ab (nicht kritisch, aber zeigt Schwachstelle)
  • Verstellung ohne Hingucken nicht intuitiv
  • Gummiband muss in Beschlag geklemmt werden

Armbündchen:

  • Einfache Bündchen (keine doppelte Ausführung)
  • Keine PU-Beschichtung
  • Reduzierte Abdichtung

Besonderheiten:

  • Günstigstes Komplettset im Test (500 Euro)
  • Beschichtung statt Membran (spart Kosten)
  • Für Gelegenheitssegler völlig ausreichend
  • Reduzierte Ausstattung, aber funktional
  • Keine massiven Verstärkungen wie bei Offshore-Modellen

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Michael Rinck

Michael Rinck

Redakteur Test & Technik

Michael Rinck war das Kind, das nach der Schule direkt aufs Wasser wollte – Segeltraining, Regatten, Hauptsache nass. Diese Vorliebe machte er zum Beruf: Erst als Segellehrer auf der Alster (während des Studiums), dann ab 2014 in der YACHT-Redaktion. Dort hat er im Bereich Test & Technik seine Berufung gefunden: Segelboote und Sicherheitsequipment testen. Was besonders bei Rettungswesten und MOB-Systemen bedeutet, dass er mehr Arbeitsstunden im Wasser treibend verbringt als die meisten Menschen im Büro sitzend. Höhepunkt: eine ganze Nacht in der Rettungsinsel auf der Ostsee. Seine Familie hat inzwischen durchgesetzt, dass Urlaubstörns auf der eigenen Fahrtenyacht deutlich trockener ablaufen.

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