Die Polar Breeze ist keine schwere Offshore-Jacke für Dauerregen und harte Seegangsfahrten. Sie schließt vielmehr die Lücke zwischen leichter Regenjacke und vollwertigem Ölzeug. Das kann für Motorbootfahrer interessant sein, die bei wechselhaftem Wetter unterwegs sind, aber nicht regelmäßig stundenlang ungeschützt in Gischt und Starkwind fahren.
Wer häufig auf offenen Booten fährt oder auch bei rauem Wetter längere Strecken zurücklegt, braucht dagegen mehr Reserven bei Wasserdichtigkeit, Kragen, Bündchen und Kapuze. Worauf es dabei ankommt, zeigt auch der BOOTE-Praxistest mit elf aktuellen Schlechtwettersets.
Henri Lloyd gibt für die Polar Breeze eine Wassersäule von 10.000 Millimetern und eine Atmungsaktivität von 6.000 Gramm pro Quadratmeter in 24 Stunden an. Damit ist die Jacke für Regen, Wind und Spritzwasser auf kurzen bis mittleren Einsätzen gedacht, etwa bei einer Ausfahrt im Herbst, beim An- und Ablegen oder bei Arbeiten am Boot im Hafen.
Vollständig verklebte Nähte sollen das Eindringen von Wasser an den kritischen Stellen verhindern. Dazu kommen wasserdichte AquaGuard-Reißverschlüsse von YKK und eine verstellbare Kapuze. Beim Windschutz bewertet Henri Lloyd die Jacke mit fünf von sechs Stufen, bei Wasserdichtigkeit, Wärmeisolierung, Atmungsaktivität und Haltbarkeit jeweils mit vier von sechs Stufen.
Der entscheidende Unterschied zu einer reinen Außenschicht liegt im Innenfutter. Die Polar Breeze ist mit einem „Sherling Cosy“-Futter ausgestattet, die Ärmel sind zusätzlich mit recyceltem Material isoliert. Das soll vor allem dann helfen, wenn man an Bord nicht dauerhaft in Bewegung bleibt, etwa beim Warten an der Schleuse, am Steuerstand oder bei Vorbereitungen im Hafen.
Für sportlich-intensive Einsätze, bei denen viel Körperwärme und Feuchtigkeit entstehen, ist eine leichte Shell meist die bessere Lösung. Die Polar Breeze zielt dagegen auf Situationen, in denen Wärme und Wetterschutz wichtiger sind als maximale Belüftung.
Der ergonomische Schnitt soll ausreichend Bewegungsfreiheit beim Manövrieren, beim Arbeiten mit Leinen oder beim Gang über das Deck bieten. Die technische Kapuze ist für wechselnde Bedingungen auf dem Wasser ausgelegt und lässt sich anpassen.
Die Herrenjacke ist laut Hersteller in Navy Blue, Black, Fjord Blue und Titanium erhältlich. Die Größen reichen von S bis 3XL. Der britische Herstellerpreis beträgt 195 Pfund. Alle technischen Angaben und Farbvarianten stehen auf der Produktseite der Henri Lloyd Polar Breeze Hooded Jacket.
Welche Jacke tragen Sie an kühlen Tagen auf dem Motorboot: lieber eine gefütterte Lösung für mehr Wärme oder eine leichte Shell mit zusätzlicher Isolationsschicht darunter?
Wetter auf See ordnet genau die Wetterlagen ein, in denen eine gefütterte Wetterschutzjacke an Bord ihren Nutzen zeigt. Ralf Brauner, Boris Herrmann und Hans-Jörg Nafzger erklären Hoch- und Tiefdruckgebiete, lokale Wetterereignisse, Seegang und meteorologische Törnplanung. Der Band hilft Fahrtenseglern und Regattaseglern, Wetterberichte genauer zu bewerten und die Bekleidung für den jeweiligen Einsatz bewusster zu wählen.

Redakteur Test & Technik
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