AusrüstungAutarke GPS-Boje übernimmt die Ankerwache

David Ingelfinger

 · 15.07.2026

Ein integrierter Federmechanismus hält die Verbindungsleine bei jedem Wasserstand auf Zug.
Foto: Morphéis
Keine unruhigen Nächten mehr in der Bucht: Das französische Startup Mooring Solution verspricht mit der GPS-Ankerwache Morphéis ein Ende der Fehlalarme. Das System ermittelt die Position über eine Boje direkt über dem Ankergrund. Bei einer Drift warnt ein handlicher Empfänger die Motorboot-Crew zuverlässig per Funk und SMS.

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Wer mit dem Motorboot über Nacht vor Anker liegt, verlässt sich meist auf klassische Handy-Apps oder das bordeigene GPS. Diese Systeme messen den Standort jedoch an der Wasseroberfläche, wodurch das Schwoien des Schiffes im Wind schnell zu Fehlalarmen oder verspäteten Warnungen führt. Die neue Ankerboje Morphéis soll diese Schwachstelle beheben. Für 1.499 Euro bietet das System eine autarke Kombination aus einer mechanischen Boje, einer Sendeeinheit und einem mobilen Empfänger für die Kabine.

Positionsbestimmung am Anker

Laut Hersteller schwimmt die mechanische Boje, verbunden mit einer 25 Meter lange Dyneema-Leine, stets vertikal über dem Anker . Ein automatischer Federmechanismus soll die Verbindung bei jedem Wasserstand auf Zug halten. Selbst bei 30 Knoten Wind schwinge die Boje maximal drei Meter aus. Die hochfeste Leine mit 750 Kilogramm Bruchlast verhindert das Abdriften im Notfall.

Das abnehmbare Elektronikgehäuse auf der Boje ermittelt die genaue Position per GPS. Anders als herkömmliche Navigationsgeräte für die Ankerwache misst das System den Anker selbst und nicht das schwoiende Boot. Daher schlägt Morphéis bereits ab einer Abweichung von vier Metern zuverlässig Alarm. Die Gehäuseteile der Boje werden in Frankreich aus recycelten Kunststoff-Resten hergestellt.

Funkverbindung und Solarbetrieb

Der Sender auf der Boje kommuniziert per Direktfunk mit dem Empfänger an Bord. Diese Funkverbindung benötigt kein Mobilfunknetz und reicht bis zu 100 Meter weit. Ein integriertes Solarpanel lädt den Akku der Boje tagsüber selbstständig auf. Zwei Stunden Sonnenlicht reichen aus, um die Energie für eine komplette Nacht bereitzustellen. Wenn die Boje voll aufgeladen ist, soll die Batterie 72 Stunden lang halten.

Der tragbare Empfänger warnt die Besatzung in der Kabine mit einem 100 Dezibel lauten Alarm. Über eine eigene SIM-Karte kann das Gerät auch SMS-Warnungen an Smartphones senden.

Ankerwache: Die günstigen App-Alternativen

Die voll automatische Ankerwache ist mit Anschaffungskosten von über 1.000 Euro nicht für jeden Segler geeignet. Für die meisten Anwender reichen die gewohnten Anker-Apps auf dem Smartphone vollkommen aus. Etablierte Apps wie Ankeralarm für einmalig 19,99 Euro oder Anchor Pro für einmalig 6,99 Euro bieten Zugriff auf alle Funktionen und sind um ein Vielfaches günstiger. Wer jedoch länger auf Reisen geht, regelmäßig ankert oder nicht von einem mobilen Endgerät abhängig sein möchte, für den lohnt sich vielleicht die Langzeitinvestition in die Ankerboje von Mooring Solution.


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Weit entfernt von den Küsten im Rhein-Main-Gebiet aufgewachsen, fand David Ingelfinger erst im Alter von elf Jahren auf den niederländischen Gewässern zum Segelsport. Was als Familienurlaub ohne großartige Vorkenntnisse begann, mündete in einer steilen Lernkurve, aus der die dauerhafte Leidenschaft fürs Segeln entsprang. Seine praktischen Erfahrungen festigte er über die Jahre mit dem Erwerb des SKS und zahlreichen Meilen als Skipper auf Charteryachten im Ijsselmeer, der Nordsee sowie im Mittelmeer. Nach seinem Studium der Publizistik schlägt er nun die Brücke zwischen dem journalistischen Handwerk und der Praxis auf dem Wasser und bringt seine Begeisterung für den Sport als Volontär in die Redaktion der YACHT ein.

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