Wenn defekte Seeventile, beschädigte Leitungen oder Rumpfleckagen zu unkontrolliertem Wassereintritt führen, entscheidet das richtige Equipment über das Schicksal der Crew und den Erhalt des Bootes. Während klassische Leckstopfen aus Holz oder Schaumstoff an unregelmäßigen Bruchstellen oder schwer zugänglichen Positionen oft versagen, setzt die neue Leckabwehr-Pistole auf einen flexiblen Luftballon gegen den Wassereinstrom.
Das System mit dem Namen Leak Stop Gun S (LSG) funktioniert nach dem Prinzip eines Luftballons. Im Falle einer Leckage wird ein spezieller Abdichtballon an dem Leck positioniert und über eine CO₂-Kartusche aufgeblasen. Nach dem Abziehen der Schutzkappe und dem Lösen des Sicherheitshebels ist das Gerät laut Hersteller sekundenschnell einsatzbereit. Der Ballon besteht aus EPDM-Elastomeren und ist so konstruiert, dass er sich per Druck an die Schadstelle anschmiegen soll. Das Material des Ballons ist beständig gegen Säuren, Laugen und Kraftstoffe. Der Arbeitsdruck de liegt im aufgepumpten Zustand bei 1,9 bis 2 bar.
Das Gehäuse wird aus Edelstahl, Aluminium und Messing gefertigt, wiegt rund 0,7 Kilogramm und misst 260 x 85 x 170 Millimeter. Damit sollte es in den meisten Backskisten Platz finden. Serienmäßig ist das Modell mit dem Ballon „LSG 150“ für Leckgrößen von 50 bis 130 Millimetern ausgestattet. Über das optionale Flextube-Verlängerungssystem, einen separaten Schlauch mit metallischen Kupplungen, lässt sich die Pistole in schwer zugänglichen Bereichen einsetzen. Mithilfe eines Adapters kann zudem der größere Ballon „LSG 400“ montiert werden, was den Einsatzbereich auf Rumpföffnungen von 120 bis 350 Millimetern erweitert. Das System wurde laut Unternehmensangaben in Wassertiefen von bis zu 20 Metern erfolgreich geprüft und ist für Temperaturen von -15 bis zu 100 Grad Celsius ausgelegt.
Die Leak Stop Gun ist als Gerät wiederverwendbar. Während die Ballons zu Übungszwecken mehrfach aufgeblasen werden können, muss nach jedem realen Notfall aus Sicherheitsgründen ein neuer Abdichtballon verwendet werden. Nach dem Einsatz erfordert das System eine optische Kontrolle, Reinigung und das Fetten der beweglichen Teile. Die CO₂-Druckbehälter lassen sich ebenfalls wieder befüllen. Neben der S-Version existieren für gewerbliche Einsätze bei Feuerwehren oder in der Industrie noch die schwerere „LSG 150“ (6 kg Gewicht) sowie die „LSG 400“ (11 kg Gewicht), welche für Schäden bis 350 Millimeter ausgelegt ist und einer Wassersäule von 7 Metern standhalten soll.

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