Flir Ocean Scout Pro IIWärmebild-Monokular erkennt Ziele auf 1000 Meter

Jan-Ole Puls

 · 08.06.2026

Die neue Version der Flir Ocean Scout Pro
FLIR Marine bringt mit dem Ocean Scout Pro II ein handliches Wärmebild-Monokular auf den Markt, das speziell für maritime Behörden entwickelt wurde. Das Gerät erkennt menschliche Wärmesignaturen in völliger Dunkelheit auf bis zu 1000 Meter Entfernung.

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Das Ocean Scout Pro II ist ein Wärmebild-Monokular, das FLIR Marine gezielt für den Einsatz auf dem Wasser konzipiert hat. Das Gerät richtet sich an Wasserschutzpolizei, Küstenwache und Rettungsdienste, die bei Nacht oder schlechter Sicht arbeiten müssen. Die Technik macht Wärmequellen sichtbar, die für das menschliche Auge unsichtbar bleiben – etwa Personen, Boote oder Hindernisse in völliger Dunkelheit.

Das Herzstück bildet ein Wärmesensor mit 640 mal 480 Bildpunkten, der Temperaturunterschiede ab 38 Millikelvin erfasst. Diese hohe Empfindlichkeit ermöglicht es, selbst geringe Wärmeunterschiede zwischen Objekten und ihrer Umgebung zu erkennen. Die Linse mit 35 Millimeter Brennweite und einem Sichtfeld von 18 Grad konzentriert sich auf weiter entfernte Ziele. Zum Vergleich: Das Vorgängermodell Ocean Scout Pro hatte ein breiteres Sichtfeld von 24 Grad, erfasste dadurch mehr Fläche, zeigte aber entfernte Objekte kleiner.

Fokus auf Distanz statt Übersicht

Die schmalere Perspektive des neuen Modells bedeutet einen bewussten Kompromiss: Nutzer sehen einen kleineren Ausschnitt, können dafür aber weit entfernte Ziele besser identifizieren. Der manuelle Fokus lässt sich stufenlos einstellen, sodass Anwender zwischen nahen und fernen Objekten wechseln können. Eine digitale Vergrößerung in vier Stufen (zweifach, vierfach, sechsfach und achtfach) holt entfernte Ziele näher heran, wobei die Bildqualität bei höheren Stufen abnimmt.

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FLIR hat nach eigenen Angaben das Gerät zusammen mit Einsatzkräften entwickelt. Die Bedienung erfolgt über fünf Tasten, die sich auch mit Handschuhen bedienen lassen sollen. Das Display zeigt 1024 mal 768 Bildpunkte und aktualisiert das Bild mit 60 Hertz, was laut Hersteller für flüssige Bewegungen sorge. Der Wärmesensor arbeitet mit 30 Hertz. Die proprietäre Digital Detail Enhancement-Technologie von FLIR soll Kontraste verstärken und schwach sichtbare Ziele hervorheben.

Robuste Konstruktion für raue Bedingungen

Das Gehäuse ist nach IP67 gegen Staub und Wasser geschützt, was bedeutet: Das Gerät übersteht kurzzeitiges Untertauchen in einem Meter Tiefe. FLIR hat es aus zwei Meter Höhe fallen lassen, ohne dass Schäden auftraten. Mit 660 Gramm Gewicht und Abmessungen von 21,2 mal 6,4 mal 6,4 Zentimetern passt das Monokular in eine Hand. Eine gelbe Handschlaufe verhindert, dass das Gerät über Bord geht.

Der eingebaute Lithium-Ionen-Akku hält laut Hersteller bis zu sechs Stunden durch. Laden dauert zwei Stunden bis zu 80 Prozent Kapazität über einen USB-C-Anschluss. Optional bietet FLIR eine Ladestation an, die das Gerät einsatzbereit hält. Ein physischer Schalter deaktiviert Bluetooth und WLAN vollständig – relevant für Einsätze, bei denen Funkstille herrschen muss.

Bildmodi und drahtlose Übertragung

Vier Farbpaletten passen die Darstellung an unterschiedliche Situationen an: Weiß-Heiß zeigt warme Objekte hell, Schwarz-Heiß kehrt dies um, Sepia nutzt Brauntöne und eine vierte Palette lässt sich individuell einstellen. Die Wahl hängt von Umgebung und persönlicher Vorliebe ab – manche Nutzer erkennen Details besser in invertierten Farben.

Über WLAN streamt das Ocean Scout Pro II Live-Bilder an die FLIR Responder App für iOS und Android. Einsatzkräfte können so Aufnahmen direkt vom Smartphone aus teilen oder dokumentieren. Der interne Speicher fasst über 1000 Einzelbilder im JPEG-Format und Videos im H.264-Codec. Die Aufnahmen enthalten keine Temperaturdaten, sondern zeigen nur das Wärmebild.

Praktischer Einsatz auf dem Wasser

In der Praxis bedeutet die Reichweite von 1000 Metern: Eine Person im Wasser wird als Wärmepunkt sichtbar, Details wie Gesichtszüge bleiben aber unerkennbar. Für die Identifikation müssen Einsatzkräfte näher heranfahren. Die Technik hilft vor allem dabei, überhaupt zu erkennen, dass dort jemand ist – besonders bei Nacht, Nebel oder starkem Seegang.

Die Bedienung mit einer Hand soll es Bootsführern ermöglichen, gleichzeitig das Steuer zu halten. Michelle Hildyard, Geschäftsführerin von FLIR Marine, erklärt: "Einsatzkräfte brauchen Werkzeuge, die sofort und zuverlässig funktionieren, wenn die Sicht eingeschränkt ist und jede Sekunde zählt." Das Gerät verzichtet auf verschachtelte Menüs – alle wichtigen Funktionen sind direkt über die Tasten erreichbar.

Lieferumfang und Verfügbarkeit

Zum Lieferumfang gehören neben dem Monokular eine taktische Gürteltasche mit MOLLE-Befestigungssystem, die gelbe Handschlaufe, ein USB-Kabel, zwei Gummi-Augenmuscheln in unterschiedlichen Formen sowie eine Kurzanleitung. Eine Stativgewinde (UNC 1/4 Zoll mit 20 Gewindegängen pro Zoll) ermöglicht die Montage auf Stativen oder anderen Halterungen.

Das Ocean Scout Pro II ist ab sofort verfügbar. Der Preis liegt bei 3399 US-Dollar. Für den europäischen Markt hat FLIR noch keine Preise genannt.

Technische Daten

  • Sensor: 640 × 480 Pixel, Mikrobolometer
  • Wärmeempfindlichkeit: <38 mK bei 30°C
  • Brennweite: 35 mm
  • Blende: f/1.0
  • Sichtfeld: 18 Grad
  • Reichweite (Personenerkennung): 1000 Meter
  • Nahfokus: 2 Meter
  • Display: 1024 × 768 Pixel, XGA
  • Bildrate Sensor: 30 Hz
  • Bildrate Display: 60 Hz
  • Vergrößerung: 2×, 4×, 6×, 8× digital
  • Farbmodi: Weiß-Heiß, Schwarz-Heiß, Sepia
  • Akkulaufzeit: bis 6 Stunden
  • Ladezeit: 2 Stunden (80%)
  • Schutzklasse: IP67
  • Abmessungen: 21,2 × 6,4 × 6,4 cm
  • Gewicht: 660 g
  • Speicher: 16 GB intern, >1000 Bilder
  • Videoformat: MPEG4 AVC (H.264)
  • Fotoformat: JPEG
  • Konnektivität: WLAN, Bluetooth LE, USB-C
  • Stativgewinde: UNC 1/4"-20
  • Spektralbereich: 7,5–13,5 μm

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Jan-Ole Puls

Jan-Ole Puls

Redakteur Test & Technik

Ole Puls wuchs auf Jollen und Dickschiffen auf und kam so früh mit dem Segeln in Berührung. Nach der Schule absolvierte er eine Ausbildung zum Bootsbauer im Bereich Hightech-Kohlefaserbau. Seit 2022 ist er im Ressort Test & Technik tätig. Zu seinen Aufgaben zählen Bootstests von Motorbooten aller Art sowie praxisnahe Technikthemen. Die Sommer verbringt er auf dem Wasser und meist auf der Ostsee oder Schlei.

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