RAMBSS-ModuleLithiumakkus sicher laden und lagern

Michael Rinck

 · 15.09.2026

RAMBSS-Module: Lithiumakkus sicher laden und lagernFoto: Sealectric
Die Feuerfesten Boxen gibt es in unterschiedlichen Größen.
RAMBSS ist ein modulares Sicherheitssystem von Fisacon für das Laden und Lagern von Lithium-Ionen-Akkus an Bord großer Yachten. Die Boxen sind auf die hohen Energien von Watertoys bis hin zum Seabob zugeschnitten und lassen sich in Alarm- und Monitoringsysteme der Yacht einbinden.

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E-Foils, Jetboards, Scooter und Seabobs gehören auf vielen Superyachten längst zur Standardausrüstung. Mit ihren Lithium-Ionen-Akkus wächst aber auch die Aufgabe, Laden und Lagerung sicher zu organisieren. Das Raclan Maritime Battery Safety System, kurz RAMBSS, ist dafür als festes, modulares System konzipiert. Sealectric führt die Lösung für den Superyacht-Einsatz.

Drei Module für unterschiedliche Watertoys

RAMBSS besteht aus drei stapelbaren Modulen mit einer Grundfläche von jeweils 600 mal 600 Millimetern. Sie sind 500, 750 oder 1520 Millimeter hoch. Das größte Fach nimmt nach Angaben von Sealectric auch einen Seabob mit fest integriertem Akku auf. Die zulässige Batteriekapazität liegt bei bis zu 5,25 kWh je Modul.

Damit unterscheidet sich RAMBSS von der kompakten Raclan-Box. Diese kleineren, mobilen Boxen sind für Akkus etwa von E-Bikes, Scootern und handlicheren Geräten gedacht. Sie können deshalb auch für kleinere Boote eine passende Lösung sein, wenn keine umfangreiche Watertoy-Garage abgesichert werden muss.

Was passiert beim Thermal Runaway?

Der kritische Fall bei Lithium-Ionen-Akkus ist der Thermal Runaway, eine sich selbst verstärkende Überhitzung. RAMBSS soll die Folgen eines solchen Ereignisses im geschlossenen Modul begrenzen. Laut Lloyd’s Register gehören dazu Temperaturüberwachung, die Abschaltung des Ladevorgangs bei zu hoher Temperatur, ein automatisches Lösch- und Kühlsystem sowie Filter für toxische und brennbare Gase. Die Alarmmeldung kann an das bordeigene System weitergegeben werden.

Für die Praxis an Bord bedeutet das: Akku und Ladegerät müssen nicht nur räumlich getrennt von empfindlichen Bereichen liegen. Der Ladeplatz wird Teil eines überwachten Sicherheitskonzepts. Auch die MCA-Leitlinie MGN 681 fordert für solche Bereiche unter anderem Überwachung, Alarmierung und geeignete Maßnahmen gegen Überhitzung.

Type Approval für RAMBSS erteilt

Für Superyacht-Betreiber ist der regulatorische Rahmen besonders wichtig. Nach aktuellen Angaben des Herstellers ist das Type Approval für RAMBSS inzwischen erteilt. Damit erfüllt das modulare System eine zentrale Voraussetzung für Yachten ab 24 Metern Länge, für die die verschärften Vorgaben der britischen MGN 681 Amendment 1 ab dem 1. Januar 2027 relevant werden.

Die MGN 681 fordert für Lithium-Akku-Lager- und Ladeboxen auf britisch registrierten Yachten ab diesem Stichtag ein UK Type Approval durch eine UK Nominated Body. Bereits vorher an Bord befindliche Boxen dürfen laut MCA weiter genutzt werden, ein Austausch gegen entsprechend zugelassene Produkte wird jedoch empfohlen.

Die von Lloyd’s Register ausgestellte Unterlage für RAMBSS war zunächst ein Design Appraisal Document vom 11. November 2024. Es bestätigte, dass das System als Teil einer MGN-681-konformen Anordnung ausgelegt werden kann. Mit dem nun erteilten Type Approval kommt laut Hersteller die maßgebliche Produktzulassung hinzu. Für die konkrete Installation bleiben die Anforderungen von Flagge, Klasse, Yacht-Code, Größe, Tonnage und Einsatzprofil entscheidend.

Für BOOTE-Leserinnen und Leser, die Lithiumtechnik im kleineren Maßstab nutzen, bleibt die Grundfrage dieselbe: Lithium-Akkus richtig laden und beschädigte oder auffällige Energiespeicher konsequent aus dem normalen Bordbetrieb nehmen. Ergänzend erklärt BOOTE, warum Lithium-Systeme ein Sicherheitsrisiko sein können und wie sich brennende Lithium-Akkus an Bord löschen lassen.

Welche Lösung nutzen Sie an Bord für das sichere Laden von Watertoy- und Geräteakkus, und wie ist sie in Ihr Alarm- und Sicherheitskonzept eingebunden?

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Michael Rinck

Michael Rinck

Redakteur Test & Technik

Michael Rinck war das Kind, das nach der Schule direkt aufs Wasser wollte – Segeltraining, Regatten, Hauptsache nass. Diese Vorliebe machte er zum Beruf: Erst als Segellehrer auf der Alster (während des Studiums), dann ab 2014 in der YACHT-Redaktion. Dort hat er im Bereich Test & Technik seine Berufung gefunden: Segelboote und Sicherheitsequipment testen. Was besonders bei Rettungswesten und MOB-Systemen bedeutet, dass er mehr Arbeitsstunden im Wasser treibend verbringt als die meisten Menschen im Büro sitzend. Höhepunkt: eine ganze Nacht in der Rettungsinsel auf der Ostsee. Seine Familie hat inzwischen durchgesetzt, dass Urlaubstörns auf der eigenen Fahrtenyacht deutlich trockener ablaufen.

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