Das neue Gerät von Digital Yacht kombiniert die Aufgaben mehrerer bisher getrennter Komponenten in einem Gehäuse. Neben einem AIS-Transponder enthält die Einheit einen integrierten UKW/AIS-Antennensplitter sowie Schnittstellen für NMEA-2000- und NMEA-0183-Netzwerke. Über das interne WLAN-Modul lassen sich Schiffsdaten wie Kurs, Tiefe und Geschwindigkeit an bis zu sieben Smartphones oder Tablets gleichzeitig streamen. Ergänzend stehen Sicherheitsfunktionen wie Ankerwache und Kollisionsalarm zur Verfügung. Für Fahrten abseits der Küste bietet das System zudem eine Satelliten-AIS-Funktion zur verbesserten Schiffsverfolgung auf Offshore-Routen. Der Preis für den AIT6000 Nucleus liegt laut Hersteller bei 1.314 Euro.
Digital Yacht verspricht eine zuverlässigere Übertragung der AIS-Daten über das Class-B+-AIS-Standard. Statt die AIS-Daten nur zu senden und auf einen freien Kanal zu hoffen, reserviert der AIT6000 seinen Sendeslot aktiv. Im Prinzip funktioniert AIS wie ein Funksystem: Alle Schiffe senden ihre Position auf denselben Kanälen. Standard-Class-B-Systeme sind darauf angewiesen, dass gerade kein anderes Gerät sendet. Ist der Kanal belegt, geht die Übermittlung unter.
Der AIT6000 arbeitet mit dem neueren Class-B+-Standard. Jedes Signal enthält dabei bereits die Angabe, welchen Zeitslot das Gerät für seine nächste Übertragung reserviert hat. Das Ergebnis: Positionsmeldungen sollen zuverlässiger durchkommen. Die Sendeleistung beträgt 5 Watt. Das Sendeintervall passt sich zudem an die Fahrtgeschwindigkeit an. Bei schnellerer Fahrt wird also auch häufiger gesendet.
Neu beim AIT6000 ist auch die „SPAIS"-Funktion. Standard-AIS funktioniert über UKW: Boote senden ihre Position auf zwei festen Kanälen, die Küstenstationen und andere Schiffe in der Nähe empfangen. Jenseits der 20 Seemeilen ist das Schiff zwar noch für andere Boote in der Nähe sichtbar, befindet sich aber gewöhnlich außer Reichweite der Leitstellen und Tracking-Dienste. Der AIT6000 mit „SPAIS" sendet laut Digital Yacht eine zusätzliche Nachricht, die den Empfang durch AIS-Satelliten zuverlässiger machen soll. So bleibe das Schiff auch auf Offshore-Passagen für Rettungsbehörden trackbar.
Wer AIS und UKW auf einer Antenne betreiben will, braucht einen Splitter, der zu Leistungsverlusten führen kann. Der AIT6000 enthält einen patentierten VHF-Antennensplitter, der ohne Signalverlust arbeiten soll. Der Transponder übernimmt die Hauptantenne und verteilt das Signal weiter an das UKW-Funkgerät und, wenn vorhanden, an ein FM- oder DAB-Radio. Ein zweites Antennenkabel braucht man also nicht mehr.
Das WLAN-Interface überträgt nicht nur AIS- und GPS-Daten, sondern auch Instrumentendaten aus dem NMEA-2000-Netz: Tiefe, Kurs und Geschwindigkeit werden so direkt auf das Endgerät übertragen. Dabei lassen sich auch Daten aus einer App zurück an Bordgeräte senden, etwa an den Autopiloten.
Laut Digital Yacht ist der AIT6000 kompatibel mit vielen gängigen iOS- und Android-Apps wie Navionics, Savvy Navvy, TZ iBoat, AquaMap und OpenCPN sowie mit Navigationssoftware für PC, Mac und Linux. Für ältere Kartenplotter ist auch ein NMEA-0183-Ausgang verbaut.
Der AIT6000 enthält auch eine Ankerwache und einen Kollisionsalarm. Die Ankerwache berechnet den optimalen Driftradius anhand von Wassertiefe und Kettenlänge. Warnungen erscheinen auf verbundenen Mobilgeräten über die Weboberfläche. Per NMEA 2000 lassen sich die Alarme an einen Kartenplotter oder an Digital Yachts NavAlarm weiterleiten.
Die Einrichtung und der Betrieb des Transponders laufen über eine integrierte Weboberfläche, die über das bordeigene WLAN des AIT6000 im Browser erreichbar ist, ohne App und ohne Internetverbindung. Darüber sollen sich MMSI, WLAN-Einstellungen, Alarmschwellen und die AIS-Stummschaltung verwalten lassen. Alle technischen Daten zum AIT6000 Nucleus finden sich auch auf der Herstellerwebsite.

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