AusrüstungDometic DG3 - weniger Schaukeln dank sensibler Sensoren

David Ingelfinger

 · 19.02.2026

Ausrüstung: Dometic DG3 - weniger Schaukeln dank sensibler SensorenFoto: PR
DG3: Dometics Kreiselstabilisator dreht sich elektrisch.
Der neue Dometic DG3 soll das Schaukeln des Bootes vollelektrisch und in Rekordzeit reduzieren. Das zumindest verspricht der Hersteller des neuen Kreiselstabilisators. Ausgelegt für Boote bis 40 Fuß, verzichtet das System konsequent auf eine wartungsintensive Hydraulik.

Dometic geht den Schaukel- und Rollbewegungen an den Kragen. Der Kreiselstabilisator des schwedischen Herstellers arbeitet vollelektrisch, enthält eine Batterie und soll 40 Prozent weniger Strom als Hydraulikvarianten benötigen. Laut Dometic gelangt der DG3 zudem schneller auf seine 4.700 Umdrehungen pro Minute als die Konkurrenz auf dem Markt. Der Schiffskreisel nimmt etwa 70 mal 70 mal 60 Zentimeter ein, wiegt 318 Kilogramm und dürfte problemlos auf die meisten Sportboote passen.

Präzise Reaktion bei jedem Schwell

Die Funktionalität eines Gyrostabilisators basiert auf dem physikalischen Prinzip der Präzession: Wenn das Boot über die Welle rollt, wirkt der Kreisel entgegen der Wellenbewegung, indem er sich nach vorne oder hinten kippt. Viele etablierte Hersteller setzen hierbei auf passive Systeme, bei denen die Kippbewegung durch den Schwell eingeleitet und durch eine Hydraulik kontrolliert wird. Dieses bewährte Prinzip hat in der Praxis jedoch oft den Nachteil eines sogenannten Deadbands – das System reagiert bei sehr kleinen Wellenbewegungen häufig gar nicht oder nur mit einer Verzögerung.

Dometic will diesen Effekt mit der sogenannten Active Precession Control umgehen: Nach Angaben des Herstellers erfassen sensible Sensoren (IMUs) Schiffsbewegungen im Millisekundenbereich. Anstelle passiver Hydraulik steuert ein elektrischer Antrieb das Kippen des Kreisels aktiv. Mit dem System ausgestattete Boote können auch bei leichtem Wellengang in einer ruhigen Bucht das Rollen besser ausgleichen.


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Der Kreisel als Generator

Ein häufig kritisierter Punkt bei Gyrostabilisatoren ist der hohe Strombedarf vieler Systeme auf dem Markt. Um dieses Problem zu lösen, hat Dometic eine 48-Volt-Lithium-Batterie eingebaut, die das Bordnetz als Energiespeicher vor Überlastung schützt. Laut Herstellerangaben generiert der Kreiselstabilisator sogar 60 Prozent seines Strombedarfs selbst.

Dabei wirken die Antriebe des DG3 bei Wellenbewegung wie ein Generator: Anstatt die Bewegungsenergie lediglich in Wärme umzuwandeln, fließt die gewonnene Energie zurück in die Batterie. Auch nach dem Abschalten, wenn der Kreisel langsam ausläuft, wird die verbleibende Energie aus der Rotation genutzt, um den Akku für den nächsten Einsatz wieder aufzuladen. Bereits nach 9,5 Minuten soll man die Stabilisierung deutlich spüren – im Vergleich zu anderen Modellen, die teils bis zu 50 Minuten benötigen.

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Dometic: Software statt Mechanik

Der Verzicht auf eine klassische Hydraulik und der Einsatz von korrosionsbeständigem Titan reduzieren den mechanischen Wartungsaufwand im Vergleich zu herkömmlichen Systemen erheblich. Damit bildet der Dometic DG3 einen technischen Trend ab: den Schritt von der reinen Mechanik hin zu softwaregesteuerten Lösungen. Ob die aktive Wellenanpassung und die Rekuperation im maritimen Alltag dauerhaft so reibungslos funktionieren, wie der Hersteller angibt, wird der Langzeiteinsatz zeigen müssen. Für Eigner von Booten ohne großen Generator könnte die 48-Volt-Lösung jedoch eine interessante Alternative für mehr Stabilität an Bord darstellen.

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Weit entfernt von den Küsten im Rhein-Main-Gebiet aufgewachsen, fand David Ingelfinger erst im Alter von elf Jahren auf den niederländischen Gewässern zum Segelsport. Was als Familienurlaub ohne großartige Vorkenntnisse begann, mündete in einer steilen Lernkurve, aus der die dauerhafte Leidenschaft fürs Segeln entsprang. Seine praktischen Erfahrungen festigte er über die Jahre mit dem Erwerb des SKS und zahlreichen Meilen als Skipper auf Charteryachten im Ijsselmeer, der Nordsee sowie im Mittelmeer. Nach seinem Studium der Publizistik schlägt er nun die Brücke zwischen dem journalistischen Handwerk und der Praxis auf dem Wasser und bringt seine Begeisterung für den Sport als Volontär in die Redaktion der YACHT ein.

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