AusrüstungFüllstand mihilfe von Tanksensoren kontrollieren

Michael Rinck

 · 11.02.2026

Die Anzeige von SeeLevel gibt den Füllstand in Prozent aus.
Foto: Hauke Schmidt
Tanksensoren mit Display von Garnet.
Garnet präsentiert mit dem SeeLevel eine Füllstandsanzeige für Tanks, bei der die Sensoren außen am Tank angebracht werden. Das kanadische System kommt ohne Durchbrüche in der Tankwand aus. Der Füllstand wird prozentual dargestellt, zudem lassen sich mehrere Tanks gleichzeitig überwachen. Dank des modularen Aufbaus kann die Lösung flexibel an verschiedene Tankgrößen angepasst werden. Wir stellen die Tanksensoren inklusive Funktion vor

Füllstandsanzeigen für Fäkalientanks zählen an Bord oft zu den anfälligsten Systemen. Klassische Schwimmer oder innenliegende Sensoren setzen sich durch den Tankinhalt schnell zu und zeigen schon nach kurzer Zeit unzuverlässige Werte an. Garnet geht das Problem daher anders an: Kapazitive Sensoren werden außen auf die Tankwand geklebt und erfassen den Füllstand durch das Material hindurch. Da sie nie mit dem Tankinhalt in Berührung kommen, können sie nicht verschmutzen. Das SeeLevel-System ist in Nordamerika seit Jahren bewährt und wird inzwischen auch in Europa angeboten. Damit lässt sich nicht nur Schwarzwasser messen, sondern auch viele weitere Tankinhalte.

Die Sensoren des SeeLevel-Systems werden auf die Außenwand des Tanks aufgebracht. Der entscheidende Vorteil liegt in der Montage: Es sind keine Bohrungen, Schweißarbeiten oder Durchbrüche in der Tankwand nötig. Die Sensoren werden auf die gereinigte Außenfläche geklebt. Dies funktioniert bei Tanks aus Kunststoff. Metalltanks sind nicht geeignet. Die Dicke der Tankwand spielt bis zu einem gewissen Grad keine Rolle – das System kann durch Wandstärken bis etwa zehn Millimeter messen.

Pro Tank werden je nach Größe ein bis zehn Sensoren montiert. Diese sind vertikal übereinander angeordnet und erfassen den Füllstand stufenweise. Garnet bietet verschiedene Sensor-Kits für unterschiedliche Tankgrößen an.

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Modulares System für individuelle Anforderungen

Das SeeLevel-System besteht aus zwei Komponenten: den Sensoren und dem Display. Die Sensoren sind als Streifen organisiert, ähnlich wie LED-Stripes. Sie werden am Tank positioniert und verkabelt. Das Display zeigt den Füllstand in Prozent. Eine LED-Balkenanzeige macht den Status auf einen Blick erkennbar. Das System kann bis zu sieben Tanks gleichzeitig überwachen: Ein Tastendruck wechselt zwischen den Anzeigen. Alarme können konfiguriert werden – etwa wenn der Fäkalientank zu 90 Prozent voll ist.

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Die Installation ist für versierte Eigner machbar, erfordert aber genaue Planung: Die Sensoren müssen exakt positioniert werden, damit sie den tatsächlichen Füllstand erfassen. Bei unregelmäßig geformten Tanks oder solchen mit vielen Einbauten kann die Kalibrierung aufwendiger sein. Garnet liefert detaillierte Installationsanleitungen mit.

Vorteile der Tanksensoren gegenüber internen Systemen

Der größte Vorteil des SeeLevel-Systems liegt in der Wartungsfreiheit. Da die Sensoren nie mit dem Tankinhalt in Berührung kommen, können sie nicht verschmutzen oder verkalken. Schwimmer-basierte Systeme versagen oft nach wenigen Jahren, weil sich Ablagerungen bilden oder mechanische Teile blockieren. Interne elektrische Sensoren korrodieren durch den aggressiven Tankinhalt.

Die Außenmontage ermöglicht auch nachträgliche Installation ohne Tanköffnung. Dies ist besonders bei fest eingebauten oder schwer zugänglichen Tanks ein Vorteil. Reparaturen oder der Austausch defekter Sensoren sind einfacher als bei internen Systemen.

Eine Einschränkung gibt es: Das System funktioniert nur, wenn die Tankwand zugänglich ist. Bei vollständig verkleideten oder eingeschäumten Tanks ist die Montage nicht möglich.

Die Sensorstreifen sind in drei Längen mit 23, 30 und 41 Zentimetern. Das Display ist in vielen Verschiedenen Konfigurationen erhältlich, abhängig von der Anzahl der zu überwachenden Tanks. Zudem gibt es optional Schalter für Pumpen oder Boiler und außerdem noch die Möglichkeit alles Werte per Bluetooth auf ein Mobilgerät zu übertragen und so auch Alarme zu definieren und auszuspielen.

Das Garnet SeeLevel-System ist über Fachhändler (Lindemann ist Importeuer in Deutschland) erhältlich. Die Preise starten bei 69 Euro für die Sensoren und 151 Euro für das Display.


Technische Daten

Display:

  • Tanksensoren überwachen bis zu 7 Tanks
  • Umschaltbar per Tastendruck
  • Konfigurierbare Alarme
  • Anzeige: Fäkalie, Frischwasser, Grauwasser und weitere

Sensoren:

  • Vertikale Anordnung
  • Klebeverbindung
  • Verschiedene Sensor-Kits verfügbar

Installation:

  • Keine Tankbohrungen nötig
  • Kalibrierung erforderlich
  • Für DIY-Installation geeignet
  • Detaillierte Anleitung enthalten

Eigenschaften:

  • Wartungsfrei
  • Verschmutzungsresistent
  • Nachrüstbar

Verfügbarkeit:


Michael Rinck

Michael Rinck

Redakteur Test & Technik

Michael Rinck war das Kind, das nach der Schule direkt aufs Wasser wollte – Segeltraining, Regatten, Hauptsache nass. Diese Vorliebe machte er zum Beruf: Erst als Segellehrer auf der Alster (während des Studiums), dann ab 2014 in der YACHT-Redaktion. Dort hat er im Bereich Test & Technik seine Berufung gefunden: Segelboote und Sicherheitsequipment testen. Was besonders bei Rettungswesten und MOB-Systemen bedeutet, dass er mehr Arbeitsstunden im Wasser treibend verbringt als die meisten Menschen im Büro sitzend. Höhepunkt: eine ganze Nacht in der Rettungsinsel auf der Ostsee. Seine Familie hat inzwischen durchgesetzt, dass Urlaubstörns auf der eigenen Fahrtenyacht deutlich trockener ablaufen.

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