Hauke Schmidt
· 18.02.2026
Mit veLink löst Digital Yacht ein typisches Integrationsproblem auf Segelyachten: Victron‑Batteriemonitore, Solarregler, Ladegeräte und Wechselrichter sind sehr beliebt, arbeiten jedoch mit proprietären Kommunikationsprotokollen wie VE.Direct und VE.Bus. Die Einbindung in ein maritimes NMEA‑2000‑Netzwerk erforderte bislang entweder eine aufwendige Verkabelung oder das kostspielige Cerbo‑GX‑Energiemanagementsystem.
Das neue Gateway liefert jetzt eine deutlich einfachere und preiswertere Alternative für kleinere Installationen, bei denen die elektrischen Daten lediglich auf dem Plotter angezeigt werden sollen – ohne zusätzliche App und ohne Verkabelung auf der Victron‑Seite.
Das veLink NMEA 2000 Gateway verwendet Bluetooth, um Victron-Geräte kabellos zu verbinden. Für die Installation wird das Interface einfach an einen freien Port im NMEA 2000-Backbone angeschlossen; die Stromversorgung läuft direkt über das Datennetzwerk.
Über die Web-Oberfläche von veLink lassen sich kompatible Victron-Geräte mit dem Verbindungsschlüssel aus der Victron Connect App koppeln. Nach Angaben des Herstellers ist die vollständige Einrichtung in nur wenigen Minuten erledigt.
Das System unterstützt Victron SmartShunts, BMV-712 Batteriemonitore, MPPT-Solarladeregler, Blue Smart Ladegeräte und Orion DC/DC-Wandler – solange diese über eine Bluetooth-Schnittstelle verfügen. Bis zu acht Victron-Geräte lassen sich gleichzeitig verbinden, womit das Gateway die überwiegende Mehrheit der Installationen abdeckt. Jedes Gerät kann mit individuellen Instanzen und benutzerdefinierten Namen konfiguriert werden, sodass auf dem Multifunktionsdisplay beispielsweise "Hauptakku", "Motorbatterie" und "Solar Panel Backbord" separat erscheinen.
Der veLink überträgt alle wichtigen elektrischen Daten der Victron-Geräte in das NMEA 2000-Netzwerk. Dazu zählen Batteriespannung und -strom, Ladezustand (SOC), verbleibende Laufzeit, Solarertrag sowie Leistungsdaten von DC-Wandlern.
SmartShunt- oder BMV-712-Batteriemonitore liefern genaue Amperestunden-Zählungen. MPPT-Solarregler stellen in Echtzeit Informationen zur Panelspannung, zum Stromeingang und zum täglichen Ertrag bereit. In Installationen mit Orion DC/DC-Wandlern zeigt das Victron-Gateway zudem, welche Leistung die Lichtmaschine tatsächlich an die Servicebatterie liefert.
Über die Web-Oberfläche kann der Nutzer festlegen, welche NMEA 2000-Daten übertragen werden sollen, zum Beispiel Batteriestatus, detaillierter Gleichstromstatus oder Ladegerätstatus.Besonders praktisch: Alarme, die in der Victron Connect App konfiguriert wurden, werden über den veLink an das NMEA 2000-Netzwerk weitergeleitet und erscheinen als Pop-up-Warnmeldungen auf kompatiblen Plottern von Garmin, Raymarine oder B&G. Zusätzlich löst das Gateway einen eigenen Alarm aus, falls ein Gerät länger als 30 Sekunden die Verbindung verliert. Ladegeräte, die oft in schwer zugänglichen Bereichen installiert sind, lassen sich so bequem vom Steuerstand aus überwachen – ohne separate App auf dem Smartphone öffnen zu müssen.
Der veLink ist NMEA 2000-zertifiziert und funktioniert mit allen kompatiblen Multifunktionsdisplays – darunter Raymarine, Garmin, B&G, Furuno und weitere Navico-Marken. Auch mit Raymarines SeaTalkNG-Standard ist das Interface über einen Adapter kompatibel. Die Bluetooth-Reichweite liegt bei zehn bis 15 Metern, wobei Stahl- oder Carbonrümpfe das Signal deutlich dämpfen können und eine sorgfältigere Platzierung erfordern.
Die Konfiguration erfolgt vollständig über die Web-Oberfläche des veLink, per Smartphone, Tablet oder Laptop. Das macht die Installation unabhängig von Betriebssystemen oder herstellerspezifischen Apps. Im Gegensatz zu Victrons eigenem veKonvert-Interface, das nur VE.Direct-Geräte unterstützt und eine Kabelverbindung erfordert, deckt das neue Victron NMEA 2000 Gateway alle Bluetooth-fähigen Victron-Produkte ab und spart die Verkabelung auf der Victron-Seite komplett ein. Der Preis liegt bei rund 270 Euro.

Redakteur Test & Technik
Hauke Schmidt zog bereits im Opti-Alter an die Küste und wuchs auf Jollen und Dickschiffen auf. Seit 2006 ist der Diplom Ozeanograf als Redakteur im Ressort Test & Technik tätig. Zu den Kernaufgaben gehören Ausrüstungs- und Bootstest, aber auch Praxisthemen rund um Elektronik, Seemannschaft und Refit. Als leidenschaftlicher Selbermacher verbringt er die Sommer am liebsten mit seiner Familie auf dem Wasser und die Winter mit Arbeiten am Boot.