Am 17. September lief der Rohbau der “Modularis” bei der FSG Shipyard in Flensburg vom Stapel. In den kommenden Wochen wird die Plattform über den Nord-Ostsee-Kanal nach Bremerhaven verholt. Dort folgen bei der Lloyd Werft Innenausbau und technische Ausrüstung. Heimathafen soll nach der Fertigstellung 2027 Kiel werden.
Die “Modularis” ist als schwimmendes Labor angelegt, nicht als klassisches Forschungsschiff mit festem Programm. Auf ihr sollen auch Komponenten getestet werden, die noch nicht zertifiziert sind. Redundante Sicherheits- und Steuerungssysteme schaffen dafür den nötigen Rahmen.
Bis zu 20 Personen können an Bord arbeiten. Geplant sind Einsätze von bis zu sieben Tagen in Nord- und Ostsee sowie im Mittelmeer. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) will Brennstoffzellen, Batterien, Sensorik und Automatisierungssysteme erproben. Auch Methanol, Ammoniak und Wasserstoff stehen als mögliche Energieträger auf dem Prüfstand.
Ein digitaler Zwilling der Plattform soll die Tests ergänzen: Das virtuelle Modell ermöglicht Simulationen und die Auswertung der Daten aus dem Einsatz. Außerdem kann die “Modularis” unbemannte Systeme wie Drohnen einbinden.
Nach Angaben des DLR zum Stapellauf der “Modularis” sind Hauptmotoren, Wärmepumpe und Klimaanlage bereits eingebaut. Prof. Sören Ehlers, Direktor des DLR-Instituts für Maritime Technologien und Antriebssysteme, sieht den Stapellauf als Übergang zur Ausrüstungsphase.
Wie sich alternative Energiekonzepte außerhalb des Labors bewähren, zeigt auch die Energy Observer mit Wasserstoff, Batterien und eigener Energieerzeugung. Die “Modularis” soll genau solche Erkenntnisse künftig systematisch unter Seebedingungen liefern.
Welche Technologie sollte auf der Modularis zuerst unter realen Seebedingungen erprobt werden: Batterie, Brennstoffzelle, Methanol oder automatisierte Systeme?

Ressortleiter Reise
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