Ein Echolot sendet Schallwellen unter Wasser aus und empfängt deren Echo zurück. Aus der Zeit zwischen Aussendung und Empfang berechnet das Gerät die Tiefe und zeigt Objekte wie Fische oder Unterwasserstrukturen auf einem Bildschirm an. Der neue GT360UHD von Garmin erweitert dieses Prinzip um eine komplette Rundumsicht. Statt nur in eine Richtung zu scannen, erfasst das System einen Kreis von 50 Metern Durchmesser rund um das Boot. Die Markteinführung war für März 2026 geplant, der Verkaufspreis liegt bei 999,99 Euro.
Das Herzstück bildet die OneVü-Funktion, die 360-Grad-Bilder in zwei verschiedenen Darstellungsformen liefert. Die 2D-Ansicht zeigt eine Draufsicht auf den Gewässergrund mit allen Objekten, während die 3D-Darstellung eine räumliche Perspektive bietet. Diese Funktion arbeitet allerdings nur zusammen mit der separat erhältlichen Spy Pole Geberstange. Eine Besonderheit ist die True Motion Technologie, die den Echolotgeber mit dem GPS-System verbindet. Dadurch bleiben die Scans auch dann präzise, wenn sich das Boot bewegt oder abdriftet.
Angler können zwischen drei Scan-Modi wählen: automatische Scans erfassen die Umgebung kontinuierlich, manuelle Scans starten auf Knopfdruck an bestimmten Stellen, und konstante Scans laufen permanent im Hintergrund. Die Einstellungen lassen sich über einen kompatiblen Garmin Kartenplotter anpassen. Wer bereits ein LiveScope-System besitzt, kann dessen Echtzeit-Echolotbilder über die gespeicherten 360-Grad-Scans legen. So entsteht laut Hersteller eine erweiterte 3D-Ansicht, die sowohl gespeicherte als auch aktuelle Daten kombiniert.
Die Spy Pole ist eine motorisierte Stange, die den Echolotgeber präzise ausrichtet und bewegt. Sie wird entweder direkt am Garmin Force oder Force Pro Trolling Motor montiert oder mit einer optionalen Halterung am Bootsdeck befestigt. Eine Schnellentriegelung ermöglicht den schnellen Wechsel zwischen verschiedenen Montagepositionen. Die Kabel verlaufen geschützt durch den Schaft der Stange. Erhältlich ist die Garmin Spy Pole in zwei Längen: 42 Zoll (etwa 107 Zentimeter) für 1.999,99 Euro und 49 Zoll (etwa 124 Zentimeter) für 2.199,99 Euro. Die Größen sind auf die entsprechenden Trolling-Motor-Modelle in 50 und 57 Zoll abgestimmt.
Die Steuerung erfolgt über drei verschiedene Wege: per Fernbedienung, über ein Fußpedal oder direkt am Garmin Kartenplotter. Drei automatische Modi erleichtern die Bedienung während der Fahrt. SpyLock fixiert den Geber auf einen bestimmten Punkt und hält diese Position bei, unabhängig von Bootsbewegungen. SpyScan schwenkt den Geber automatisch hin und her, um ein größeres Gebiet abzusuchen. SpyLink synchronisiert die Geberstange mit dem Force Pro Trolling Motor und passt die Geberausrichtung an Geschwindigkeit und Fahrtrichtung an. Laut Justin Hamner, Bassmaster Classic Gewinner 2024, funktioniere die Steuerung auch bei aktivierter Ankersperre des Trolling Motors.
Die Spy Pole arbeitet mit allen LiveScope-Gebern zusammen, nicht nur mit dem neuen GT360UHD. LiveScope-Systeme zeigen Echolotbilder in Echtzeit an, während der GT360UHD Rundum-Scans erstellt und speichert. In der Praxis bedeutet das: Angler können zunächst mit dem GT360UHD ein Gebiet komplett erfassen und anschließend mit LiveScope gezielt interessante Stellen in Echtzeit beobachten. Die gespeicherten 360-Grad-Scans lassen sich am Kartenplotter abrufen und mit Markierungen versehen.
Für Angler vereinfacht das System die Suche nach Fischen erheblich. Statt das Boot immer wieder neu zu positionieren oder den Geber manuell zu drehen, liefert der GT360UHD einen kompletten Überblick über die Umgebung. Strukturen wie versunkene Bäume, Felsformationen oder Kanten am Gewässergrund werden sichtbar, bevor das Boot darüber fährt. Die automatischen Scan-Modi der Spy Pole ermöglichen es, während der Fahrt kontinuierlich nach Fischschwärmen zu suchen, ohne die Hände vom Steuer zu nehmen.
GT360UHD Echolotgeber:
Spy Pole Geberstange:

Redakteur Test & Technik