Garmin JL Audio A60Premium-Sound mit vier Zonen an Bord

Michael Rinck

 · 04.09.2026

Garmins Marineradio JL Audio A60 ist mit einem Farbdisplay ausgestattet.
Garmin bringt mit den JL Audio A60 und A60-H zwei neue Marineradios für Boote. Beide Geräte steuern bis zu vier getrennte Audiozonen, verfügen über digitale Klangbearbeitung und lassen sich in ein NMEA-2000-Netzwerk einbinden. Die A60-H ist für den verdeckten Einbau hinter einem kompatiblen Garmin-Multifunktionsdisplay vorgesehen.

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Garmin erweitert sein Audio-Programm nicht mit einem weiteren einfachen Bluetooth-Radio, sondern mit zwei zentralen Steuergeräten für größere Anlagen an Bord. Die JL Audio A60 und A60-H kombinieren Musikquellen, Lautsprecher, Verstärker, Fernbedienungen und Kartenplotter in einem vernetzten System. Der Ansatz richtet sich vor allem an Eigner, die mehrere Aufenthaltsbereiche getrennt beschallen und die Anlage vom Steuerstand oder über ein Multifunktionsdisplay bedienen möchten.

Sichtbar oder verdeckt eingebaut

Die JL Audio A60 ist als klassisches Marineradio für den sichtbaren Einbau am Steuerstand konzipiert. Das Gerät besitzt ein bei Sonnenlicht ablesbares 2,95-Zoll-Farbdisplay mit 640 × 360 Pixeln. Quelle, Lautstärke und die einzelnen Hörbereiche lassen sich damit direkt am Gerät auswählen.

Für aufgeräumte Armaturenbretter ist die JL Audio A60-H gedacht. Die Hideaway-Version wird verdeckt installiert und für die Bedienung mit einem kompatiblen Garmin-Multifunktionsdisplay verbunden. Damit kann ein zusätzlicher Ausschnitt am Steuerstand entfallen. Das ist besonders beim Refit interessant, wenn vorhandene Displays weitergenutzt werden und am Panel wenig Platz bleibt.

Vor dem Einbau sollten Eigner dennoch genau prüfen, ob hinter dem Armaturenbrett ausreichend Raum vorhanden ist und ob der vorhandene Plotter tatsächlich unterstützt wird. Auch Kabelwege, Stromversorgung und die Anbindung an das NMEA-2000-Backbone gehören in die Planung. Garmin bietet für einen bestehenden Ausschnitt eines JL Audio MediaMaster ein A60-Nachrüstkit an, das ab dem 4. September 2026 bestellbar sein soll.

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Vier getrennte Hörbereiche

Beide Geräte können bis zu vier Audiozonen verwalten. Auf einer Motoryacht lassen sich damit beispielsweise Cockpit, Salon, Vorschiff und Flybridge getrennt regeln. So muss die Musik im Cockpit nicht mit demselben Pegel laufen wie im Salon, und einzelne Bereiche können bei Bedarf stumm bleiben.

Entscheidend für das Ergebnis ist aber nicht allein das Radio. Lautsprecherpositionen, Verstärkerleistung, Kabelquerschnitt, Absicherung und die verfügbare Batteriekapazität müssen zum Ausbau passen. Gerade auf offenen Booten beeinflussen Fahrtwind, Motorengeräusche und der Abstand zwischen Lautsprecher und Hörplatz den Klang deutlich stärker als in einer geschlossenen Kabine.

Das integrierte DSP, die digitale Signalverarbeitung, soll die angeschlossenen Lautsprecher und Subwoofer aufeinander abstimmen und vor Überlastung schützen. Die Einrichtung erfolgt über die Garmin-Audio-App mit der Funktion Easy Tune. Sie kann die Grundabstimmung vereinfachen, ersetzt jedoch keine saubere Installation.

DAB und Bedienung über NMEA 2000

Als Quellen stehen unter anderem Bluetooth-LE-Audiostreaming und ein integrierter DAB-Tuner zur Verfügung. DAB kann auf Küstenrevieren eine Alternative zum klassischen UKW-Empfang sein, wobei die tatsächliche Empfangsqualität weiterhin von Antenne, Revier und Entfernung zum Sender abhängt.

Über NMEA 2000 können die Radios mit einem Garmin-Plotter sowie der kabelgebundenen Fernbedienung NRX-300 verbunden werden. Auch eine geschwindigkeitsabhängige Lautstärkeregelung ist vorgesehen: Mit zunehmender Fahrt hebt das System den Pegel automatisch an, um Motor-, Wind- und Wassergeräusche auszugleichen. Die Klangqualität selbst verbessert das Bordnetz nicht, die Bedienung wird jedoch deutlich zentraler. Das passt zu aktuellen Garmin-Systemen, bei denen etwa auch die VHF-Funkgeräte Signal 400 und 220 über NMEA 2000 in die Bordelektronik eingebunden werden.

Neue Fernbedienungen für größere Boote

Zusätzlich stellt Garmin zwei Bedienelemente vor. Der JL Audio R5 kombiniert Lautstärkeregelung und Play/Pause in einem großen Drehknopf. Für die Montage genügt laut Garmin eine Bohrung mit 1,5 Zoll Durchmesser.

Die kabelgebundene Fernbedienung JL Audio NRX-300 bietet ein optisch verbundenes LCD-Display und fünf Tasten. Sie kann bis zu vier Zonen steuern und wird über NMEA 2000 angebunden. Beide Bedienelemente sind nach IPX7 geschützt. Auf kleineren Sportbooten dürfte die Bedienung per Radio, App oder Plotter meist reichen. Auf Flybridge-Yachten oder Booten mit getrennten Aufenthaltsbereichen kann eine zusätzliche Fernbedienung dagegen sinnvoll sein.

Die neuen Radios sind nach Herstellerangaben gegen die typischen Belastungen an Bord nach IPX6 und IPX7 geschützt. Dazu zählen kräftiges Strahlwasser und zeitweiliges Untertauchen. Eine fachgerechte Montage mit sauber abgedichteten Einbauöffnungen bleibt trotzdem Voraussetzung.

Technische Daten

MerkmalJL Audio A60JL Audio A60-H
BauformSichtbarer EinbauVerdeckter Einbau
Display2,95 Zoll, 640 × 360 PixelBedienung über kompatibles Garmin-MFD
AudiozonenBis zu 4Bis zu 4
KlangbearbeitungDSP, Easy Tune per Garmin-Audio-AppDSP, Easy Tune per Garmin-Audio-App
QuellenBluetooth LE, DABBluetooth LE, DAB
NetzwerkNMEA 2000NMEA 2000
SchutzklasseIPX6 und IPX7IPX6 und IPX7
Preisempfehlung499,99 €449,99 €

Wer die Anlage mit neuen Lautsprechern erweitern möchte, findet mit den Fusion Apollo Marine-Lautsprechern und Subwoofern bereits passende Komponenten aus dem Garmin-Umfeld. Ein unabhängiger Praxistest muss noch zeigen, wie überzeugend Bedienung, Klangabstimmung und Plotter-Integration der A60-Modelle im realen Bordeinsatz funktionieren.

Buchtipp

Theorie und Praxis der Bordelektrik von Jens Feddern behandelt die Grundlagen der elektrischen Anlage an Bord, von Stromversorgung und Gleichstromverteilung bis zu Kabeln, Entstörung und Fehlersuche. Das Buch hilft dabei, die Anforderungen einer erweiterten Audioanlage realistisch einzuschätzen. Gerade vor dem Nachrüsten von Verstärkern, Subwoofern oder zusätzlichen Bedienstellen liefert es das nötige Verständnis für Absicherung, Leitungswege und eine übersichtliche Installation.

Wie wichtig ist Ihnen eine vollständig vernetzte Audioanlage an Bord, und in welchen Bereichen Ihres Bootes würden Sie getrennte Klangzonen tatsächlich nutzen?

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Michael Rinck

Michael Rinck

Redakteur Test & Technik

Michael Rinck war das Kind, das nach der Schule direkt aufs Wasser wollte – Segeltraining, Regatten, Hauptsache nass. Diese Vorliebe machte er zum Beruf: Erst als Segellehrer auf der Alster (während des Studiums), dann ab 2014 in der YACHT-Redaktion. Dort hat er im Bereich Test & Technik seine Berufung gefunden: Segelboote und Sicherheitsequipment testen. Was besonders bei Rettungswesten und MOB-Systemen bedeutet, dass er mehr Arbeitsstunden im Wasser treibend verbringt als die meisten Menschen im Büro sitzend. Höhepunkt: eine ganze Nacht in der Rettungsinsel auf der Ostsee. Seine Familie hat inzwischen durchgesetzt, dass Urlaubstörns auf der eigenen Fahrtenyacht deutlich trockener ablaufen.

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