ElektronikSmartwatch Garmin Marq zeigt Borddaten im Uhrenlook

Hauke Schmidt

 · 18.10.2026

Die Marq Diver sieht aus wie eine mechanische Uhr, ist aber eine vollwertige Smartwatch und kann auch den Autopiloten steuern.
Foto: Garmin
Die Garmin Marq Diver Gen 3 sieht mit Keramiklünette und analog gestaltetem Zifferblatt eher nach klassischer Taucheruhr als nach Smartwatch aus. Auf dem Motorboot kann sie Daten vom Kartenplotter anzeigen und einen kompatiblen Autopiloten bedienen.

Themen in diesem Artikel

Die Marq Diver ist eines von sechs Modellen der neuen Marq-Kollektion. Garmin hat sie für Aktivitäten über und unter Wasser entwickelt. Für Motorbootfahrer sind vor allem die Anbindung an die Bordelektronik und die Kommunikation ohne verbundenes Smartphone interessant. Das Zifferblatt zeigt zwar Zeiger, ist aber ein digitales Display.

Titan, Keramik und Saphirglas

Das Gehäuse besteht laut Garmin aus Titan. Für die Lünette verwendet der Hersteller Titan und Keramik; über dem AMOLED-Touchdisplay sitzt Saphirglas. Die Materialien und das Zifferblatt geben der Uhr den Charakter einer klassischen Taucheruhr. Sie bleibt dennoch ein digitales Instrument, das bei Bedarf Karten und andere Daten darstellen kann.

Ohne Armband wiegt die Marq Diver nach Herstellerangaben 62 Gramm, mit Armband je nach Ausführung 86 oder 95 Gramm. Das Band lässt sich laut Garmin über 15 Millimeter fein einstellen. Induktive, abgedichtete Tasten sind für den Einsatz im Wasser vorgesehen; die maximale Tauchtiefe gibt Garmin mit 40 Metern an.

Motordrehzahl und Autopilot am Handgelenk

Von einem kompatiblen Garmin-Kartenplotter kann die Uhr Wassertiefe, Motordrehzahl und weitere Schiffsdaten übernehmen. So bleiben ausgewählte Werte auch außerhalb des Fahrstands im Blick. Mit der Autopilot-App lässt sich laut Garmins Produktbeschreibung der Marq Diver der Steuerkurs ändern oder eine GPS-Route folgen. Dafür muss die Uhr mit einem kompatiblen Kartenplotter oder dem Autopilotinstrument GHC 50 verbunden sein. Die Uhr ist also eine zusätzliche Bedienmöglichkeit und kein eigenständiger Autopilot. Wie eine Steuerung per Smartwatch mit einem zusätzlichen Gateway bei anderen Bordsystemen umgesetzt wird, zeigt eine weitere Lösung.

Die Marq Diver hat auch eine virtuelle Startlinie, einen Countdown-Timer und einen Wendeassistenten. Diese Regattafunktionen dürften für die meisten Motorbootfahrer weniger ausschlaggebend sein als Motorwerte und Autopilotbedienung.

Kommunikation und Preis

Über integrierte inReach-Technik sollen Nachrichten und ein SOS-Notruf ohne verbundenes Smartphone möglich sein. Dafür ist ein aktives Abonnement nötig. Satelliten- und LTE-Verbindungen sind nicht überall verfügbar.

Garmin nennt für die Marq Diver einen Preis von 3.150 Euro. Die Kollektion beginnt bei 2.550 Euro und soll voraussichtlich ab November erhältlich sein. Wer vor allem Marinefunktionen sucht, findet mit der quatix 8 Pro als Marine-Smartwatch eine günstigere Alternative, die Garmin für 1.049 Euro listet. Sie kann ebenfalls Daten kompatibler Bordelektronik anzeigen und unterstützt Satellitenkommunikation sowie LTE.

Technische Daten der Marq Diver

MerkmalHerstellerangabe
Gehäusegröße47 × 47 × 15 mm
Gewicht95 g mit Silikonarmband; 86 g mit Silikonkautschukarmband
DisplayAMOLED-Touchdisplay, 1,4 Zoll, 454 × 454 Pixel
Gehäuse, Lünette, GlasTitan; Titan und Keramik; Saphirglas
Akkulaufzeit als SmartwatchBis zu 18 Tage; mit ständig eingeschaltetem Display bis zu sieben Tage
Akkulaufzeit im AktivitätsmodusBis zu 32 Stunden; mit LiveTrack über LTE bis zu 16 Stunden
Wasserdichtigkeit und Tauchtiefe10 ATM; maximale Tauchtiefe 40 Meter

Artikel teilen:
Kommentare

Diskutieren Sie mit – fair, sachlich und respektvoll. Es gilt unsere Netiquette.

Hauke Schmidt

Hauke Schmidt

Redakteur Test & Technik

Hauke Schmidt zog bereits im Opti-Alter an die Küste und wuchs auf Jollen und Dickschiffen auf. Seit 2006 ist der Diplom Ozeanograf als Redakteur im Ressort Test & Technik tätig. Zu den Kernaufgaben gehören Ausrüstungs- und Bootstest, aber auch Praxisthemen rund um Elektronik, Seemannschaft und Refit. Als leidenschaftlicher Selbermacher verbringt er die Sommer am liebsten mit seiner Familie auf dem Wasser und die Winter mit Arbeiten am Boot.

Meistgelesen in der Rubrik Ausrüstung