Genua Boat Show11 Prozent mehr Besucher

Jan-Ole Puls

 · 17.10.2026

Genua Boat Show: 11 Prozent mehr BesucherFoto: Salone Nautico
Die 66. Genua International Boat Show
Die 66. Genua International Boat Show zählte vom 1. bis 6. Oktober 2026 insgesamt 138.273 Besucher. Das entspricht einem Anstieg von 11,3 Prozent gegenüber der vorherigen Ausgabe. Die Veranstaltung präsentierte über 1.000 Boote und Aussteller aus 45 Ländern.

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Die Genua International Boat Show fand 2026 zum 66. Mal statt. Organisiert wurde die sechstägige Veranstaltung von Confindustria Nautica, dem italienischen Verband der Bootsindustrie. Die Messe deckte alle Segmente ab, von kleinen Booten bis zu Superyachten. Auch Bootsbau, Ausrüstung und Komponenten waren vertreten. Während der Veranstaltung fanden 4.600 Probefahrten statt. Hersteller präsentierten 215 neue Produkte. Die Aussteller berichteten von starker Geschäftsaktivität, Werften unterzeichneten Verträge und sicherten sich Aufträge.

Rückkehr zum traditionellen Termin

Die Messe kehrte 2026 zu ihrem traditionellen Termin Anfang Oktober zurück. Von 2021 bis 2025 hatte sie Ende September stattgefunden. Die Terminverschiebung sollte Abstand zum dichten Kalender der Messen in Cannes und Monaco schaffen. Piero Formenti, Präsident von Confindustria Nautica, bestätigte bereits die Daten für 2027. Die 67. Ausgabe wird vom 30. September bis 5. Oktober 2027 in Genua stattfinden. Formenti betonte, dass die Qualität der generierten Geschäfte der wichtigste Faktor sei. Angebot und Nachfrage hätten sich getroffen, Werften hätten neue Möglichkeiten geschaffen.

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Internationale Ausrichtung verstärkt

Marina Stella, Geschäftsführerin von Confindustria Nautica, hob die Internationalisierung als strategischen Treiber hervor. Das Programm für internationale Delegationen verdoppelte die Zahl der Einkäufer und Journalisten aus 35 Ländern. Mit Unterstützung des italienischen Außenministeriums und der italienischen Handelsagentur fanden 580 Geschäftstreffen an zwei B2B-Tagen statt.

Fachprogramm und neue Formate

Die Veranstaltung umfasste 90 wissenschaftliche Foren und institutionelle Debatten. Das Forum26-Programm lief unter der Schirmherrschaft der Europäischen Kommission. Es behandelte Themen wie Marktentwicklung und Wettbewerbsfähigkeit. Der Boating Economic Forecast lieferte Branchendaten, Trends und Prognosen. Regulatorische Fragen betrafen neue Geldwäscheregeln, Steuern und Zoll sowie Cybersicherheit in der maritimen Wirtschaft. Weitere Schwerpunkte waren künstliche Intelligenz, Elektrifizierung und Hybridantriebe. Das World Yachting Sustainability Forum und der European Sustainable Boating Roundtable konzentrierten sich auf Nachhaltigkeit. TechTrade Seminare untersuchten die Anwendung neuer Technologien im Bootsbau.

TechTrade Days für Zulieferer

Die TechTrade Days fanden zum zweiten Mal statt. Sie brachten über 400 spezialisierte Marken für Ausrüstung und Komponenten zusammen. Das Programm richtete sich an Werften, Designer, technische Abteilungen, Einkaufsleiter, Hersteller, Vertriebspartner und Zulieferer. Diskutiert wurden Design- und Produktionsprozesse, Nachhaltigkeit, Materialien und die Zusammenarbeit zwischen Werften und Lieferanten. Weitere Themen waren die wirtschaftliche Rolle des Yachtsports, Startups und innovative kleine und mittlere Unternehmen, Küstentourismus und maritime Infrastruktur.

Neue Projekte und Stadtanbindung

Formenti bezeichnete die neuen Projekte als erfolgreich. Die Blue Arena habe sich bewährt. Die Integration von Messe, Palasport-Pavillon und Einkaufszentrum habe neue Verbindungen zur Stadt und zu jüngeren Zielgruppen geschaffen. Living Made in Italy sei ein großer Erfolg gewesen. Confindustria Nautica will das Format weiterentwickeln und die Synergien zwischen Bootsbau, Design und anderen Bereichen der italienischen Produktion stärken. Die Vorbereitungen für die Ausgabe 2027 haben bereits begonnen. Die Einnahmen aus dem kostenpflichtigen Parken in Höhe von 25.000 Euro gehen an die Wohltätigkeitsorganisationen Porto dei Piccoli und Music for Peace.

Italienische Exportstärke

Der italienische Bootsbau erreichte 2025 eine Exportquote von 90 Prozent. Der Exportwert stieg um 2,6 Prozent auf 4,4 Milliarden Euro. Italien hielt einen Anteil von 21,3 Prozent an den weltweiten Exporten. Besonders stark war die internationale Aktivität in den Segmenten Superyachten, Schlauchboote, Ausrüstung und Komponenten. Diese Zahlen unterstreichen die Bedeutung der Genua International Boat Show als Handelsplattform für die italienische Bootsindustrie.


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Jan-Ole Puls

Redakteur Test & Technik

Ole Puls wuchs auf Jollen und Dickschiffen auf und kam so früh mit dem Segeln in Berührung. Nach der Schule absolvierte er eine Ausbildung zum Bootsbauer im Bereich Hightech-Kohlefaserbau. Seit 2022 ist er im Ressort Test & Technik tätig. Zu seinen Aufgaben zählen Bootstests von Motorbooten aller Art sowie praxisnahe Technikthemen. Die Sommer verbringt er auf dem Wasser und meist auf der Ostsee oder Schlei.

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