NavigationHD ENC – elektronische Seekarten werden noch genauer

Christian Tiedt

 · 05.06.2024

Der hohe Detailgrad der neuen HD-ENC ...
Foto: BSH
Ab 2026 soll der neue internationale S100-Standard die elektronische Seekarte so genau und so einheitlich wie noch nie machen. Auf dem Weg dorthin stellt das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrografie (BSH) schon jetzt die High Density Electronical Navigational Chart vor, kurz: HD ENC.

Elektronische Navigation spielt bei zunehmendem Schiffsverkehr auf vielbefahren Seegebieten und Wasserstraßen eine immer wichtigere Rolle, besonders im Hinblick auf Sicherheit. Das gilt vor allem für die Berufsschifffahrt, doch auch bei der Sportschifffahrt werden solche Trends in der Regel schnell eingeführt. Die Nutzung von GPS und AIS sind nur zwei Beispiele dafür.

Hauptmerkmal der neuen HD-ENC-Karten sind die wesentlich detaillierteren Tiefenangaben in höherer Auflösung und mit Tiefenlinien in 1-m-Abständen statt wie bislang in 5-m-Abständen, was besonders beim Befahren küstennaher Gebiete einen höheren Sicherheitsgrad ermöglicht. Als erste Karte liegt nun der Rostocker Hafen vor (s. Abbildung), weitere Gebiete werden kontinuierlich folgen.

Elektronische Seekarte: HD ENC als Zwischenschritt

Aus der Schifffahrtsbranche sei wiederholt beim BSH angefragt worden, ob man die höhere Auflösung des Tiefenbildes nicht schon vor dem Start des S100-Standards, der von der International Hydrographic Organization (IHO) entwickelt wurde, in die elektronische Seekarte einarbeiten könne, erklärt Thomas Dehling, Abteilungsleiter für Nautische Hydrographie im BSH. Das war möglich: “Wir arbeiten schon seit Jahren intensiv an der Vorbereitung von S100 und können diesem Wunsch hiermit entsprechen”, so Dehling.

Auch die Aktualisierung wird künftig schneller gehen: Sobald die Vermessung neue Daten meldet, fließen diese nun direkt in die neuen HD ENC ein. Bei den bisherigen Produkten des BSH werden die elektronischen Daten dagegen zeitgleich mit den Papierseekarten aktualisiert.

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Christian Tiedt

Christian Tiedt

Ressortleiter Reise

Christian Tiedt wurde in Hamburg geboren, blieb lange aber ohne direkten Zugang zum Wassersport. Nach der Berufsausbildung bot das Studium dann endlich die Gelegenheit, auf dem Wasser aktiv zu werden – und die entsprechenden Führerscheine zu machen. Zuerst beim Fahrtensegeln und dann, mit dem Einstieg bei BOOTE im Jahr 2004, auch mit Motorbooten aller Art. Christian konnte inzwischen fast ganz Europa (und einige weiter entfernte Destinationen) auf eigenem Kiel kennenlernen und teilt seine Erlebnisse und Erfahrungen für die YACHT und BOOTE am liebsten in Törnreportagen.

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