Bei Motorbooten mit geschlossenem oder höher gelegenem Steuerstand kann die Raymarine CAM400 einen schwer einsehbaren Bereich achtern zeigen. Das ist etwa beim Rückwärtsfahren an den Liegeplatz oder beim Blick auf die Badeplattform eine mögliche Anwendung. Welcher Ausschnitt auf dem Plotter erscheint, hängt von Montageort und Ausrichtung der Kamera ab. Die Bilder lassen sich auf kompatiblen Axiom-Displays anzeigen; die Axiom-2-Plotter wurden bereits separat vorgestellt.
Die IP-Kamera liefert laut Raymarine Video mit 1.920 mal 1.080 Bildpunkten und bis zu 30 Bildern pro Sekunde. Der horizontale Bildwinkel beträgt 129,4 Grad. Integrierte Infrarot-LEDs mit einer vom Hersteller genannten Reichweite von bis zu zehn Metern beleuchten den Nahbereich bei Dunkelheit. Die CAM400 ist keine Wärmebildkamera.
Das 420 Gramm schwere Gehäuse misst rund 81 mal 65 mal 70 Millimeter. Es ist nach IPX6 und IPX7 gegen Wasser geschützt. Der Kamerakopf kann bei der Montage nach oben oder unten zeigen; das Videobild lässt sich entsprechend drehen oder spiegeln. Die Stromversorgung erfolgt wahlweise per Power over Ethernet oder über zwölf Volt Gleichspannung. Das CAM400-Handbuch enthält die Anschluss- und Montageangaben.
Die CAM400 zeigt zunächst ein Livebild. Wer AIS-Ziele, Wegpunkte oder Kartenobjekte darüberlegen möchte, benötigt zusätzlich den AR200-Sensor und einen kompatiblen Axiom-Plotter. Der Sensor liefert die Positions-, Kurs- und Bewegungsdaten für Raymarines ClearCruise-Funktion. Nach dem CAM400-Datenblatt müssen Kamera und Plotter im selben RayNet-Netzwerk liegen, der AR200 im SeaTalk-NG-Netzwerk des Plotters. Voraussetzung ist außerdem LightHouse 4 oder LightHouse 5 ab Version 4.11.133.
Für Axiom 2 mit LightHouse 5 nennt Raymarine eine weitere Funktion: Abstandshilfslinien lassen sich im Kamerabild anzeigen und an Boot und Kameraposition anpassen. Anders als das bereits vorgestellte 360-Grad-Kamerasystem für Anlegemanöver ist die CAM400 eine fest montierte Einzelkamera. Laut Hersteller können mehrere Kamerabilder auf einem Axiom-Display angezeigt werden.
Auf der deutschen CAM400-Produktseite nennt Raymarine für die weiße Kamera eine unverbindliche Preisempfehlung von 768 Euro inklusive Mehrwertsteuer. Das weiße Paket mit AR200 ist mit 1.542 Euro angegeben. Für die schwarze Kamera und das entsprechende Paket nennt der Hersteller Anfang 2027 als geplanten Verfügbarkeitszeitraum.
| Merkmal | Herstellerangabe |
| Auflösung | 1.920 × 1.080 Pixel (Full HD) |
| Bildsensor | CMOS, 1/2,8 Zoll |
| Horizontaler Bildwinkel | 129,4 Grad |
| Bildfrequenz | Einstellbar, ein bis 30 Bilder pro Sekunde |
| Infrarotbeleuchtung | 850 Nanometer, Reichweite bis zu zehn Meter |
| Stromversorgung | Power over Ethernet (IEEE 802.3af) oder zwölf Volt Gleichspannung |
| Leistungsaufnahme | 2,1 Watt nominal, maximal fünf Watt mit eingeschalteten LEDs |
| Abmessungen und Gewicht | 80,8 × 64,5 × 70,5 Millimeter; 420 Gramm |
| Schutzart | IPX6 und IPX7 |
| AR-Einblendungen | Nur mit AR200, kompatiblem Axiom-Plotter und geeigneter LightHouse-Version |

Redakteur Test & Technik
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