PositionslichtScanstruts Rundumlicht für kleine Motorboote

Michael Rinck

 · 14.10.2026

Das Wireless Powered Navlight von Scanstrut ist ein weißes Rundumlicht für kleine Boote.
Mit dem Navlight stellt Scanstrut ein abnehmbares weißes Rundumlicht für kleine Boote vor. Der Lichtmast wird kontaktlos aus einer fest montierten 12-Volt-Basis versorgt. Das spart offene Steckkontakte, macht das Licht aber nicht zur vollständigen Fahrbeleuchtung für jedes Motorboot.

Das Scanstrut Navlight passt vor allem zum Nutzungsmuster kleiner Beiboote und Angelboote: Lichtmast einsetzen, bei Nichtgebrauch abnehmen und die Aufnahme schließen. Anders als bei herkömmlichen Steckmasten gibt es zwischen Mast und Basis keine offenen elektrischen Kontakte. Das kann die Anfälligkeit dieser Verbindung für Korrosion verringern.

Kabellos am Mast, nicht am Bordnetz

Der Begriff „wireless“ kann leicht in die Irre führen. Scanstruts Halterung benötigt weiterhin 12 Volt aus dem Boot. Das Navlight hat keinen eingebauten Akku und ist deshalb keine Nachrüstlösung für ein Angelboot ohne Stromversorgung. Für den Einbau ist nach Herstellerangaben eine Öffnung mit 48 Millimetern Durchmesser nötig. Wer die Halterung montiert, sollte auch den Platz für den Stromanschluss und einen ungehinderten Lichtsektor einplanen.

Nach den technischen Angaben von Scanstrut handelt es sich um ein weißes LED-Rundumlicht von Perko mit zwei Seemeilen Tragweite. Der Mast wird in 600 und 1.200 Millimeter Länge beschrieben. Ein federnder Deckel verschließt die Aufnahme, wenn das Licht abgenommen ist. Im Betrieb soll eine Verriegelung den Mast halten. Für die Konstruktion nennt der Hersteller IPX6, für den Deckel IPX4. Das sind Produktangaben, keine Ergebnisse eines Tests an Bord.

Für welche Motorboote reicht ein einziges Licht?

Für Fahrten auf See setzt Regel 23 der Kollisionsverhütungsregeln eine enge Grenze: Ein Maschinenfahrzeug unter sieben Metern mit höchstens sieben Knoten Höchstgeschwindigkeit darf statt der sonst vorgeschriebenen Lichter ein weißes Rundumlicht führen. Wenn möglich, muss es zusätzlich Seitenlichter zeigen. Das beschreibt etwa den Einsatzbereich kleiner, langsamer Beiboote. Ein kleines Angelboot mit stärkerem Motor fällt nicht schon wegen seiner kurzen Rumpflänge unter diese Ausnahme. Für Motorboote unter zwölf Metern kann ein weißes Rundumlicht zusammen mit Seitenlichtern Teil einer anderen zulässigen Lichterführung sein. Allein genügt es dann nicht.

Auch das Fahrtgebiet ist wichtig: Binnen gelten eigene Vorschriften. In unserem Praxisartikel zur Nachtfahrt mit dem Motorboot wird deshalb empfohlen, die komplette vorgeschriebene Beleuchtung vor dem Ablegen einzuschalten und von außen zu kontrollieren. Scanstrut führt für das Navlight unter anderem ABYC C-5 und die KVR an. Ob die konkrete Ausführung für den vorgesehenen Einsatz zugelassen und richtig montiert ist, muss vor dem Kauf geklärt werden. Einen belastbaren deutschen Preis oder Liefertermin nennt die Produktseite derzeit nicht.

Der Vorteil des Navlight liegt in der abnehmbaren Leuchte ohne offene Kontakte an der Verbindung. Sein Einsatz als einziges Fahrlicht bleibt auf eng begrenzte Fälle beschränkt.

Buchtipp

Boote-Bordbuch von Christian Tiedt richtet sich an Motorbootfahrer auf Binnen- und Seeschifffahrtsstraßen. Es erklärt unter anderem die Lichterführung in beiden Fahrtgebieten sowie Fahrregeln und das Verhalten bei Begegnungen. Das ist bei der Wahl eines Rundumlichts nützlich: Die Beleuchtung muss zum Boot und zu den geltenden Regeln passen. Schifffahrtszeichen, Schallsignale und Seefunk sind weitere Themen des handlichen Nachschlagewerks.

Was für ein Positionslicht haben Sie an Bord? Diskutieren Sie in den Kommentaren mit.

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Michael Rinck

Michael Rinck

Redakteur Test & Technik

Michael Rinck war das Kind, das nach der Schule direkt aufs Wasser wollte – Segeltraining, Regatten, Hauptsache nass. Diese Vorliebe machte er zum Beruf: Erst als Segellehrer auf der Alster (während des Studiums), dann ab 2014 in der YACHT-Redaktion. Dort hat er im Bereich Test & Technik seine Berufung gefunden: Segelboote und Sicherheitsequipment testen. Was besonders bei Rettungswesten und MOB-Systemen bedeutet, dass er mehr Arbeitsstunden im Wasser treibend verbringt als die meisten Menschen im Büro sitzend. Höhepunkt: eine ganze Nacht in der Rettungsinsel auf der Ostsee. Seine Familie hat inzwischen durchgesetzt, dass Urlaubstörns auf der eigenen Fahrtenyacht deutlich trockener ablaufen.

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