Simrad AutoCaptainSaxdor integriert autonomes Dockingsystem

Jan-Ole Puls

 · 04.10.2026

Das neue System von Simrad in Action.
Foto: Saxdor
Saxdor Yachts stattet seine Bootsmodelle mit dem Simrad AutoCaptain aus. Das System übernimmt Andock- und Ablegemanöver sowie Bewegungen auf kurze Distanz. Die Vorstellung erfolgte im Oktober 2026 auf der Genua Boat Show.

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Saxdor Yachts aus Finnland führt das Simrad AutoCaptain Autonomous Boating System in seine Modellreihe ein. Das Unternehmen präsentierte die Technologie gemeinsam mit der Navico Group auf der Genua International Boat Show. Saxdor ist der erste Bootsbauer außerhalb der USA, der dieses System verbaut. AutoCaptain unterstützt Bootsführer beim Anlegen, Ablegen und bei Manövern auf kurze Distanz. Die Technologie arbeitet mit einer 360-Grad-Rundumsicht in Echtzeit und reagiert auf Wind, Strömung und Hindernisse.

Funktionsweise des Simrad AutoCaptain

Das System erfasst die Umgebung kontinuierlich und passt die Manöver an die aktuellen Bedingungen an. Anders als Systeme, die auf vorab gespeicherte Umgebungsdaten angewiesen sind, arbeitet AutoCaptain situativ. Der Skipper kann das Boot in einem unbekannten Hafen oder an einem neuen Liegeplatz steuern, während das System die Bewegungen unterstützt. Die Bedienung erfolgt über eine eigene App auf dem Simrad-Display. AutoCaptain ist ausschließlich mit Antriebssystemen von Mercury Marine kompatibel und wird direkt in die Konstruktion des Bootes integriert. Der Kapitän behält jederzeit die Kontrolle und kann eingreifen.

Technologie-Ökosystem bei Saxdor

Ludvig Liljequist, Chief Technology Officer bei Saxdor Yachts, erklärt die Integration: Das System automatisiere nicht nur Aufgaben, sondern mache die gesamte Bedienung intuitiver. Die Echtzeit-Erfassung ermögliche es, auf wechselnde Bedingungen zu reagieren, ohne dass der Hafen vorher bekannt sein müsse. Yasser Nafei, President Electronic Solutions bei Navico Group, bezeichnet das Simrad AutoCaptain als wichtigen Schritt in der Entwicklung des Freizeitbootbaus. Die Technologie mache fortgeschrittene Funktionen für Alltagsnutzer zugänglich.

Boat IQ als digitaler Begleiter

Saxdor erweitert sein digitales Angebot um Boat IQ, einen KI-gestützten Assistenten. Das System läuft direkt auf den Multifunktionsdisplays an Bord und ist mit Saxdor AI verbunden, einer Wissensplattform, die Saxdor zusammen mit Cadentia entwickelt hat. Bootsbesitzer können Anfragen zu ihrem spezifischen Modell stellen, ohne eine separate App öffnen zu müssen. Die Plattform verbindet Kunden, Händler und Hersteller über den gesamten Lebenszyklus des Bootes hinweg.

Saxdor AI in der Praxis

Tatu Heikkilä, Chief Executive Officer von Cadentia, beschreibt den Ansatz: Jedes Boot erhalte eine eigene digitale Produktakte. Diese verbinde Besitzer, Händler und Marke von der ersten Anfrage über Produktion und Auslieferung bis zu Service und Wartung. Die Integration direkt ins Cockpit sei ein wichtiger Schritt für die Branche. Saxdor AI ist seit Anfang 2026 aktiv und wird täglich von Vertrieb, Produktion, Auslieferung und Händlernetz genutzt. Die Plattform hat nach Herstellerangaben mehr als 10.000 Kundenanfragen bearbeitet, hunderte Bootsbesitzer unterstützt und wird von über 40 Händlern in 30 Ländern verwendet. Händler sollen dadurch schneller reagieren und mehr Abschlüsse erzielen können, während die Kundenzufriedenheit steige. Gleichzeitig erhalte Saxdor direkte Einblicke in die Nutzung der Boote.

Digitale Werkzeuge für Kunden

Neben AutoCaptain und Boat IQ bietet Saxdor weitere digitale Lösungen an. Die MySaxdor App und der Digital Showroom ermöglichen es Interessenten, Boote virtuell zu erkunden und zu konfigurieren. Die Technologien sind über die gesamte Customer Journey hinweg miteinander verbunden. AutoCaptain fügt dieser Kette nun eine weitere Ebene hinzu, die direkt in die Steuerung des Bootes eingreift.


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Jan-Ole Puls

Redakteur Test & Technik

Ole Puls wuchs auf Jollen und Dickschiffen auf und kam so früh mit dem Segeln in Berührung. Nach der Schule absolvierte er eine Ausbildung zum Bootsbauer im Bereich Hightech-Kohlefaserbau. Seit 2022 ist er im Ressort Test & Technik tätig. Zu seinen Aufgaben zählen Bootstests von Motorbooten aller Art sowie praxisnahe Technikthemen. Die Sommer verbringt er auf dem Wasser und meist auf der Ostsee oder Schlei.

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