Tohatsu MFS150ANeues aus der 150-PS-Klasse

Jan-Ole Puls

 · 22.02.2026

Der Außenborder ist in den beiden Farben erhältlich.
Foto: Tohatsu
Tohatsu zeigte auf der boot Düsseldorf 2026 den MFS150A. Der Außenbordmotor mit 150 PS wiegt bis zu 60 Kilogramm weniger als vergleichbare Modelle. Der Hersteller verspricht weniger Verbrauch und geringere Geräusche.

Der japanische Motorenhersteller Tohatsu präsentiert auf der boot Düsseldorf seinen neuen Außenbordmotor MFS150A. Das Modell leistet 150 PS und soll durch geringes Gewicht punkten. Tohatsu gibt an, dass der Motor bis zu 60 Kilogramm leichter sei als Konkurrenzprodukte in dieser Leistungsklasse. Erreicht wird dies unter anderem durch einen Ansaugkrümmer aus Hochleistungskunststoff statt aus Metall. Der Ansaugkrümmer führt das Kraftstoff-Luft-Gemisch vom Vergaser zu den Zylindern.

Motoraufbau und Technik

Der MFS150A arbeitet mit einer obenliegenden Nockenwelle und vier Ventilen pro Zylinder. Die Nockenwelle steuert das Öffnen und Schließen der Ventile. Bei einer obenliegenden Bauweise sitzt sie direkt über den Ventilen im Zylinderkopf. Diese Konstruktion soll laut Hersteller die Verbrennung des Kraftstoffs verbessern und die Wärmeableitung optimieren. Tohatsu hat für dieses Modell ein neues Nockenwellen- und Ventilsystem entwickelt, das speziell auf den Motor abgestimmt ist.

Leistungsdaten und Verbrauch

Nach Herstellerangaben erreicht der MFS150A eine um fünf Prozent höhere Höchstgeschwindigkeit als Vorgängermodelle. Die Beschleunigung soll um zwei Prozent schneller ausfallen. Bei 2.000 Umdrehungen pro Minute und voll geöffneter Drosselklappe verbrauche der Motor 15 Prozent weniger Kraftstoff. Diese Werte beziehen sich auf Messungen des Herstellers. Für Bootsfahrer bedeutet dies laut Tohatsu ein agileres Fahrverhalten und geringere Betriebskosten.

Geräuschentwicklung

Tohatsu gibt an, dass der MFS150A deutlich leiser arbeitet als vergleichbare Motoren. Im Leerlauf soll die Geräuschentwicklung über alle Frequenzen hinweg bis zu 34 Prozent unter der von Wettbewerbsmodellen liegen. Verantwortlich dafür seien ein neu entwickeltes Leerlaufregelventil und eine veränderte Drosselklappe. Das Leerlaufregelventil steuert die Luftzufuhr bei niedrigen Drehzahlen und sorgt für einen gleichmäßigen Motorlauf.

Auspuffanlage

Der Motor nutzt ein 4-2-1 Performance-Auspuffsystem. Diese Bezeichnung beschreibt den Aufbau der Auspuffanlage: Vier Zylinder führen zunächst zu zwei Sammelrohren, die dann in ein gemeinsames Endrohr münden. Diese Konstruktion soll Abgasinterferenzen verhindern. Gemeint sind störende Druckwellen, die entstehen, wenn sich Abgase verschiedener Zylinder gegenseitig beeinflussen. Das System kommt bereits beim Tohatsu-Modell MFS140 zum Einsatz.

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Design und Farbvarianten

Optisch unterscheidet sich der MFS150A von bisherigen Tohatsu-Modellen. Der Hersteller hat dreidimensionale Seitenaufkleber angebracht und das Heckdesign verändert. Käufer können zwischen zwei Farben wählen: Aquamarine Blue und Beluga White. Der Motor ist in verschiedenen Schaftlängen erhältlich. Die Schaftlänge bestimmt, wie tief der Propeller unter dem Bootsspiegel sitzt. Zusätzlich bietet Tohatsu eine Counter-Rotation-Version an. Bei dieser Ausführung dreht sich der Propeller in entgegengesetzter Richtung, was bei Mehrmotoren-Installationen die Fahreigenschaften verbessern soll.

Technische Daten

  • Leistung: 150 PS
  • Gewichtsersparnis: bis zu 60 kg gegenüber Wettbewerbsmodellen
  • Ventile: 4 pro Zylinder
  • Nockenwelle: obenliegend
  • Verbrauchsreduzierung: 15% bei 2.000 U/min (Herstellerangabe)
  • Beschleunigung: 2% schneller (Herstellerangabe)
  • Höchstgeschwindigkeit: 5% höher (Herstellerangabe)
  • Geräuschreduzierung im Leerlauf: bis zu 34% (Herstellerangabe)
  • Auspuffanlage: 4-2-1 Performance-System
  • Farben: Aquamarine Blue, Beluga White
  • Verfügbarkeit: verschiedene Schaftlängen, optional Counter-Rotation

Jan-Ole Puls

Jan-Ole Puls

Redakteur Test & Technik

Ole Puls wuchs auf Jollen und Dickschiffen auf und kam so früh mit dem Segeln in Berührung. Nach der Schule absolvierte er eine Ausbildung zum Bootsbauer im Bereich Hightech-Kohlefaserbau. Seit 2022 ist er im Ressort Test & Technik tätig. Zu seinen Aufgaben zählen Bootstests von Motorbooten aller Art sowie praxisnahe Technikthemen. Die Sommer verbringt er auf dem Wasser und meist auf der Ostsee oder Schlei.

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