Die Fußball-WM 2026 läuft noch bis zum 19. Juli in den USA, Kanada und Mexiko. Wer während des Turniers verreist, stößt bei deutschen Sendern oft auf Geoblocking. Mit einem VPN lassen sich ARD, ZDF und andere Mediatheken auch im Ausland nutzen.
Die Fußball-WM 2026 erstreckt sich über mehr als einen Monat und begleitet Fans weltweit. Insgesamt werden 104 Spiele ausgetragen. In Deutschland übertragen die Sender ARD und ZDF abwechselnd die Partien im Free-TV. Alle Spiele der deutschen Nationalmannschaft sind dabei. MagentaTV zeigt das komplette Turnier mit allen 104 Partien. Wer während der WM verreist, merkt schnell, dass sich nicht jeder Stream wie gewohnt öffnen lässt. Statt des Spiels erscheint oft nur ein Hinweis, dass das Angebot im aktuellen Land nicht verfügbar ist.
Die Ursache liegt in den Übertragungsrechten. Fernsehsender und Streaming-Plattformen erwerben diese meist nur für einzelne Länder oder Regionen. Um die Vorgaben einzuhalten, wird die Herkunft einer Internetverbindung überprüft. Grundlage ist die IP-Adresse des Nutzers. Anhand dieser Information erkennen Plattformen, aus welchem Land ein Zugriff erfolgt. Liegt der Standort außerhalb des vorgesehenen Sendegebiets, wird der Stream häufig nicht freigegeben. Derselbe Livestream funktioniert in Deutschland, während er in Spanien, Italien oder Thailand gesperrt bleibt. Nicht nur deutsche Sender setzen auf diese Technik. Auch österreichische und Schweizer Anbieter beschränken ihre Inhalte regional. In Österreich teilen sich ORF und ServusTV die Übertragungen. Beide Sender zeigen jeweils 52 Spiele. Der Schweizer Rundfunk SRF überträgt alle 104 WM-Spiele über die SRF-Sport-App und Play SRF.
Ein VPN verändert nicht den Stream selbst, sondern den Weg dorthin. Die Internetverbindung wird zunächst über einen zusätzlichen Server geführt. Wählt ein Nutzer einen Standort in Deutschland, erscheint die Verbindung gegenüber dem Streaming-Anbieter so, als käme sie von dort. Dadurch lassen sich geografische Sperren umgehen. Der gesamte Vorgang dauert meist nur wenige Minuten und erfordert keine aufwendige technische Einrichtung. Die Installation erfolgt über eine App auf dem jeweiligen Endgerät. Nach der Auswahl des gewünschten Serverstandorts stellt das VPN die Verbindung her. Anschließend öffnet sich der Stream wie gewohnt. Die Technik funktioniert auf Smartphones, Tablets, Notebooks und vielen weiteren Geräten.
NordVPN gehört seit Jahren zu den bekanntesten Vertretern seiner Kategorie. Der Anbieter verfügt über 129 VPN-Destinationen weltweit. Besonders beim Umgehen von Sperren auf Streaming-Plattformen gilt der Anbieter als zuverlässig. Proton VPN betreibt ebenfalls Server in 129 Ländern. Damit lassen sich zahlreiche internationale TV-Angebote erreichen. Dazu gehören deutsche Sender ebenso wie Angebote aus Österreich oder der Schweiz. Surfshark richtet sich an Nutzer, die mehrere Geräte parallel nutzen möchten. Der Dienst besitzt kein Gerätelimit. Smartphones, Tablets und Computer können gleichzeitig verbunden werden. Das Netzwerk umfasst Standorte in 100 Ländern.
Die Einrichtung erfolgt je nach Gerät unterschiedlich. Alle genannten VPN-Dienste bieten Apps für gängige Smart-TV-Betriebssysteme an. Wer einen Android TV oder Fire TV nutzt, lädt die App direkt aus dem App-Store herunter. Anschließend verbindet sich das Gerät mit einem deutschen, österreichischen oder Schweizer Server. Die gewünschte Mediathek öffnet sich danach wie gewohnt. Falls der Fernseher keine VPN-App unterstützt, lässt sich das VPN direkt auf dem WLAN-Router einrichten. So sind alle Geräte im Netzwerk automatisch geschützt, inklusive des Smart-TVs. Eine weitere Möglichkeit bietet die Übertragung per Chromecast oder HDMI-Kabel. Der Laptop oder das Smartphone verbindet sich mit dem VPN und überträgt den Stream auf den Fernseher. Das können Sie direkt morgen Abend testen, wenn Deutschland um 22 Uhr (MEZ) gegen die Elfenbeinküste spielt.
Die Verwendung eines VPN ist in den Mitgliedsländern der Europäischen Union sowie in vielen anderen Staaten generell zulässig. Allerdings gibt es Diskussionen darüber, wie das Umgehen von geografischen Beschränkungen rechtlich einzuordnen ist. Da Sender ihre Inhalte oft nur für spezifische Märkte lizensieren, befindet sich die Nutzung in diesem Zusammenhang in einer rechtlichen Grauzone. Eine strafrechtliche Verfolgung ist jedoch nicht gegeben. Es ist jedoch denkbar, dass einzelne Anbieter spezielle Nutzungsbedingungen festlegen. Für ARD, ZDF, ORF, ServusTV und SRF existieren keine Anhaltspunkte, die den Einsatz von VPN- oder Proxy-Diensten ausdrücklich untersagen.
Jedoch ist Vorsicht bei fragwürdigen Gratis-Streams geboten. Nicht jedes Streaming-Angebot im Internet, das kostenlos ist, wird von einem offiziellen Anbieter bereitgestellt. Viele Websites locken mit kostenlosem Zugang zu Sportevents. Solche Angebote sind oft auf illegalen Plattformen zu finden.

Redakteurin Wassersport Digital-Redaktion
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