WerkstattDIY-Segler aus einem Schlauchboot

Jan-Ole Puls

 · 21.08.2022

Werkstatt: DIY-Segler aus einem SchlauchbootFoto: Torsten Moench

Der Schloptimist: Hier zeigen wir gegen Langeweile am Liegeplatz, wie man mit einfachen Mitteln aus einem Schlauchboot und einem Opti-Rigg einen DIY-Segler für unter 250 Euro baut

Was tun, wenn man gerade im Hafen oder in der Ankerbucht festgemacht hat, die Kinder aber noch voller Tatendrang sind und mit dem Schlauchboot eine eigene Ausfahrt planen? Der kleine Außenborder ist zu laut, und die Liegeplatz-Nachbarn schauen auch schon genervt rüber?

Wie wäre es zur Abwechslung mal mit Segeln? Die Idee, aus einem einfachen Schlauchboot ein kleines Segelboot zu bauen, ist schnell geboren. So kommen wir zur Frage, wie man das ohnehin an Bord vorhandene Schlauchboot zu einem einfachen Spaß-Segelboot umbauen kann. Es soll nicht allzu teuer und es muss schnell auf- und abgebaut sein. Wer eine Stunde braucht, um sein Boot umzurüsten, hat schnell keine Lust mehr und geht nicht segeln. In unter zehn Minuten muss es aufgebaut sein und unter 250 Euro kosten, das ist die Ziel­marke. Das Schlauchboot haben die allermeisten mit dabei, deshalb brauchen wir nur Holz, ein Rigg, zusätzlich ein paar Schrauben und Beschläge.

Aber wie befestigen wir etwas am Schlauchboot? Löcher in ein Boot zu bohren ist immer etwas heikel, gerade wenn es sich um ein Schlauchboot handelt. Daher ist eine bohrfreie Lösung zum Befestigen des Segelzubehörs gesucht. Wir entscheiden uns, Spanngurte und Schraubzwingen zu verwenden. An unserem Boot, einer Mis­sion Craft Orca 230, einem 2,3 Meter langen und 1,31 Meter breiten Schlauchboot, können wir ohnehin einige der vom Hersteller verbauten Ösen und Griffe verwenden – das erleichtert uns die Montage und den Bau des Segelbootes sehr. Wären sie nicht vorhanden, wäre es auch möglich, Spann­gurte unter dem Bootsrumpf durchlaufen zu lassen und somit die Schwertbrücke und die Masthalterung zu befestigen. Jetzt brauchen wir aber auch ein Segel. Wir entscheiden uns für ein Opti-Rigg. Unserer Meinung nach ist es sehr gut geeignet, da es einfach zu befestigen ist, eine gute Größe hat sowie weit vorn im Boot stehen kann. Dank der geringen Masthöhe ist es auch gut verstaubar an Bord. Oft gibt es gebrauchte Riggs bei eBay, in Segelclubs oder bei Segelschulen. Neu kostet ein Rigg um die 400 bis 600 Euro, gebraucht zahlen wir etwa 100 Euro bei eBay, die Ruderbeschläge gibt es im Internet bei „Optiparts“ für rund 35 Euro. Den Rest bekommt man in jedem Baumarkt um die Ecke. Da es sich bei unserem Boot um eine Kombination aus einem Schlauchboot und einem Opti handelt, liegt der Name auf der Hand: Schlopti.

Sehen Sie in unserer Bildergalerie den Umbau des Schlauchbootes in einen Segler:

Der Mastfuß besteht aus einem Kantholz mit einer Sackbohrung und ist in etwa so breit wie der Boden zwischen den Schläuchen. Befestigt ist er mit Klettband
Foto: Julian Fietze

Den Artikel “Der Schloptimist” finden Sie in BOOTE-Ausgabe 09/2022 – seit dem 17. August 2022 am Kiosk oder online im Delius Klasing-Shop.

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