Motorboote

Test: Poca 600 MK3

Ralf Marquard

 · 05.08.2022

Test: Poca 600 MK3Foto: Julian Fietze

Solides Multitalent: Mit entsprechender Ausstattung ist das Trailerboot für reichlich Spaß und Action auf dem Wasser geeignet

Der deutsche Poca-Händler Rosenkranz Boote wirbt auf seiner Internetseite mit den Worten: „Bei der Konstruktion der Boote wird sehr viel Wert auf Qualität gelegt. Poca Boote finden Verwendung bei Berufsfischern, der Fischereiaufsicht, der Polizei, Tauchvereinen, Passagierfahrten und im Freizeitsport.“ Für Letzteren lässt sich die Poca 600 MK3 mit einigen Annehmlichkeiten ausstatten. Zum Standard gehört der Steuerstand achtern. Wir haben auf unserem Testboot dagegen den doppelten Fahrstand in der Mitte montiert, der mit zwei Sportsitzen ausgerüstet ist. Achtern schließt eine Sitzbank an, die sich mit entsprechenden Polstern noch erweitern lässt. Hinter der Bank thront ein Gerätebügel. Vorn steht in unserem Testmodell eine U-Bank, die sich zur Sonnenliege umbauen lässt. Also gibt es schon mal so einiges, womit man einen entspannten Badetag einlegen kann. Für den leichten Ausstieg aus dem Wasser spendiert die Werft eine lange und aus­reichend breite Badeleiter. Die Ausrüstung und persönliche Gegenstände lassen sich prima in großen Stauräumen auf dem gesamten Boot unterbringen.

Mit den 225 PS erreichen wir beachtliche 42 kn. Wer sparsam gleiten möchte, lässt den Yamaha 3.500 U/min drehen und kommt mit 23,5 kn gut 130 sm weit – plus 15 % ReserveFoto: Julian Fietze
Mit den 225 PS erreichen wir beachtliche 42 kn. Wer sparsam gleiten möchte, lässt den Yamaha 3.500 U/min drehen und kommt mit 23,5 kn gut 130 sm weit – plus 15 % Reserve

Auch das Fahrvergnügen hinter dem Boot, sprich Wakeboard, Wasserski und Tube, ist gesichert, dafür installiert der Händler einen 225-PS-Viertakter aus dem Hause Yamaha. Er bringt das Boot zügig von Verdränger- in Gleitfahrt, der Bug hebt sich dabei kurz ins Sichtfeld, bevor bei gut 3.000U/min die kursstabile Gleitfahrt beginnt. Genau bei 3.500 U/min liegt die wirtschaftlichste Fahrt. Bei 23,5 kn verbraucht der Yamaha 0,91 l/sm, was mit einem Tankinhalt von 140 l abzüglich 15 Prozent Reserve eine Reichweite von 131 sm ergibt. Das ist für diese Bootsgröße schon ein ansprechender Wert. Vollgas-Piloten kommen, rein theoretisch, immerhin noch 71 sm ohne Tankstopp aus.

Unser Testrevier ist der Greifswalder Bodden, auf dem sich etwas weiter draußen eine recht harte Kabbelwelle aufbaut. Diese lässt sich mit etwa 24 kn gegenan recht gut überspringen, mit der Welle verläuft die Fahrt eine Nummer weicher. Für die schnellen Kurven suchen wir uns eine etwas geschütztere Ecke, jedoch ganz ruhig ist es dort auch nicht. Mit Außen­border down zieht der Rumpf sportlich und dynamisch seine Runden; mit getrimmtem Außenborder ist er in dieser Situation etwas sensibler. Auf Slalomkursen und beim Verreißen der Lenkung hat der Fahrer das Boot gut unter Kontrolle, doch es fällt auf, dass der Durchmesser vom Lenkrad recht gering ausfällt und der Lenkkranz einen Knauf besitzt. An diese spezielle Ausführung muss ich mich erst gewöhnen. Doch die Hydrauliklenkung dahinter lässt das Ruder aus­reichend leicht drehen, und natürlich gilt auch für Hafenmanöver, dass sich die Poca problemlos fahren lässt.


Das Boot

  • Werft: Poca/DK
  • Typ: 600 MK3
  • CE-Kategorie: C/10 Personen
  • Rumpf und Deck: Kunststoff
  • Länge über alles: 5,97 m
  • Breite: 2,40 m
  • Leergewicht (o. M.): 750 kg
  • Durchfahrtshöhe (m. Bügel): 1,75 m
  • Kraftstofftank: 140 l
  • Freibord: 0,85 m
  • Cockpitseitenhöhe innen: 0,80 m
  • Innenmaße: achtern 2,15 x 2,02 m; vorn 2,10 x 1,99 m
  • Sonnenliege: Vordeck 1,30 x 1,80 m; Cockpit 0,46 x 2,00 m
  • Max. Motorisierung: Außenb. 221 kW (300 PS)
  • Preis: ab 21.280 € (o. Motor); 69.990 € (Testboot mit Trailer.)
  • Vertrieb: Rosenkranz Boote, Gützkower Landstraße 63, 17489 Greifswald, www.rosenkranz-boote.de

Fahrer und Beifahrer sitzen auf verschiebbaren (vor und zurück) Sportsitzen, deren vordere Sitzflächenpolster sich für eine entspannte Fahrt im Stehen hochklappen lassen. Gegen Wind und Spritz­wasser schützt eine leicht getönte Kunststoffscheibe, um die ein Handlauf läuft. Guten Halt findet man außerdem an der seitlichen Reling, und für weitere Bewegungssicherheit sorgt eine Antislipstruktur auf den Trittflächen.

In Sachen Sicherheitsausrüstung gibt es bis auf den fehlenden Benzinhahn nur Lob: Das beginnt bei dem Spritfilter, geht über den Feuerlöscher bis zur Hand- und E-Lenzpumpe. Und auch die fest verlegten Leitungen der Elektrik machen einen fachmännischen Eindruck. Unser Testboot ist ordentlich verarbeitet, ausgeschäumt und wirkt solide; Letzteres wird von der robusten Scheuerleiste noch hervorgehoben.

Die Poca 600 MK3 ist typisches Trailerboot, den dazu passenden 2.000-kg-Bre­derup-Trailer liefert Rosenkranz Boote gleich im Paket mit (Preis siehe Tabelle).

Fazit

Die Poca 600 MK3 ist ein Multitalent, das nicht nur Angler begeistert, sondern ebenfalls die Fahrgemeinschaft, die gern Ausflüge und Badetouren unternimmt. Auch das Wakeboarden oder Tubefahren hinter dem Boot macht viel Spaß. Unser Testboot ist robust und ordentlich verarbeitet.

Den Test der Poca 600 MK3 finden Sie in BOOTE-Ausgabe 09/2022 ab dem 17. August 2022 am Kiosk – und schon jetzt hier.

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