AußenbordertestTohatsu 30 PS

Ralf Marquard

 · 02.06.2022

Außenbordertest: Tohatsu 30 PSFoto: Julian Fietze

Fürs breite Spektrum: Wir vergleichen Alt mit Neu und sagen, an welche Typen sie passen

Anfang des Jahres bekamen wir von Robert Marx, dem Geschäftsführer von Friedrich Marx GmbH & Co. KG, das Angebot, einen alten Außenborder mit dessen gerade neu konstruierten und gefertigten Bruder zu vergleichen. Da haben wir nicht lange gezögert und schnell Ja gesagt, denn Vergleiche sind immer eine spannende Geschichte und besonders dann, wenn es um Außenborder geht. Wer die Firma Marx kennt, der weiß vermutlich auch, dass sie seit ein paar Jahren der To­hat­su Distributor in Deutschland ist. Daher ist es auch keine Überraschung, dass es sich bei unserem Vergleichstest um Motoren der Marke Tohatsu handelt, genauer gesagt um den neuen MFS 30D und den älteren MFS 30C.

Verlagssonderveröffentlichung

Den größten äußerlichen Unterschied zwischen den beiden Motoren findet man in der Haubenform: Das neue Modell hat die sogenannte weichere Formsprache von To­hat­su erhalten. Unter der Haube steckt die neuste Technik, die den Motor für kommende Abgasnormen fit macht und damit Zukunftssicherheit gibt. Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass sich der neue Motor problemlos und ohne Leistungsverluste mit den heute bekannten E-Fuels betreiben lässt.


Foto: Hersteller

Der Motor NEU

  • Hersteller: Tohatsu
  • Typ: MFS 30D
  • Zylinder: 3
  • Bohrung und Hub: 61 x 57 mm
  • Hubraum: 500 ccm
  • Leistung :22,1 kW (30 PS)
  • Volllastdrehzahlbereich: 5.500–6.500 U/min
  • Kraftstoff: Benzin bleifrei
  • Kraftstoffsystem: elektronische Einspritzung
  • Gewicht: 57 kg
  • Getriebeübersetzung: 2,17 : 1
  • Testpropeller: 12"
  • Herstellergarantie: 5 Jahre
  • Preis: 5.999 €
  • Vertrieb und Händlernachweis : www.marx-technik.de

Die wichtigsten Unterschiede in den technischen Daten sind weniger Hubraum beim neuen Motor und vor allem sein um fast 20 Prozent geringeres Gewicht. Mit seinen 57 kg ist der Neue laut Hersteller der leichteste Dreizylinder in seiner Klasse. Erreicht wird das im Wesentlichen mit einer um 40 Prozent gewichtsreduzierten Kurbelwelle und einem Ansaugstutzen aus Kunststoff, der nur etwa die Hälfte des Krümmers (aus Aluminiumdruckguss) des älteren Modells wiegt. Weniger Gewicht hat natürlich Vorteile beim Transport und Handling – wie beispielsweise das Schleppen über Strand, um den Motor dann an ein Schlauchboot zu hängen. Geeignet ist er für eine Vielzahl von kleineren Booten mit und ohne Fahrstand. Das beginnt beim Schlauchboot, geht über Alu-Boote bis zu GFK-Booten.

Als „Prüfstand“ für unseren Test hatte Robert Marx zwei identische Sandström Classic 460 vom Bootshändler Kieler Bootsschau besorgt. Beide Boote hatten exakt die gleiche Ausstattung und damit auch das gleiche Gewicht. Gefahren sind wir die Boote mit zwei Personen, Test­revier war die Elbe, was natürlich die Geschwindigkeitsmessung in beide Richtungen erforderlich macht. Beide Modelle erreichen in etwa die gleichen Geschwindigkeiten, das sollten sie natürlich auch, da Getriebeübersetzung und Propeller identisch ausfallen. In der Höchstgeschwindigkeit haben wir mit dem neuen Modell etwas mehr an Speed erreicht. Bei den Geräuschpegeln ergibt sich ein ähnliches Bild, auch hier sind die Unterschiede nur sehr gering. Besonders interessant ist für uns Bootsfahrer der Verbrauch: Außer bei 1.000 U/min blieben die Unterschiede zwischen altem und neuem Motor gering. In den oberen Drehzahlen ab 5.000 U/min errechneten sich etwas geringere Verbräuche. In den Drehzahlen zwischen 2.000 U/min und 4.500 U/min war der ältere Motor sogar etwas sparsamer unterwegs. Der wirtschaftliche Drehzahlbereich liegt bei unserem Testduo zwischen 5.000 und 5.500 U/min. Fehlt noch die Beschleunigung: Hier haben wir mit dem Strom gemessen und ohne den Powertrimm zu bedienen, bis auf 35 km/h beschleunigt. Die meisten ahnen es vermutlich schon: Auch hier hat sich kein wirklicher Sieger gezeigt. Beide Boote lagen bei gut elf Sekunden. Hier eine Differenz im Zehntelbereich hervorzuheben wäre nicht objektiv.


Foto: Hersteller

Der Motor ALT

  • Hersteller: Tohatsu
  • Typ: MFS 30C
  • Zylinder: 3
  • Bohrung und Hub: 61 x 60 mm
  • Hubraum: 526 ccm
  • Leistung: 22,1 kW (30 PS)
  • Volllastdrehzahlbereich: 5.500–6.250 U/min
  • Kraftstoff: Benzin bleifrei
  • Kraftstoffsystem: elektronische Einspritzung
  • Gewicht: 71,5 kg
  • Getriebeübersetzung: 2,17 : 1
  • Testpropeller: 12"
  • Herstellergarantie: 5 Jahre
  • Preis: 5.499 €
  • Vertrieb und Händlernachweis : www.marx-technik.de

Das Beste zum Schluss: der Preis. Für die neue Motortechnik muss der Käufer 500 Euro mehr hinlegen. Verfügbar ist er ab Ende 2022. Eine leistungsschwächere Version gleicher Bauart mit 25 PS wird dann ebenfalls angeboten.

Fazit

Der alte MFS 30C zeigt abgesehen vom Bereich 1.000 U/min im Vergleich zu seinem jüngeren Bruder noch Top-Messwerte. Der neue Motor überzeugt durch seine zukunftsweisende Technik, mit seinem geringen Gewicht, mit dem er auch super an leichten Booten gefahren werden kann. Auch beim Handling des Motors ist die Gewichtsersparnis von Vorteil.

Noch mehr Informationen? Den Außenbordertest finden Sie mit weiteren Bildern und detaillierten Messergebnissen in BOOTE-Ausgabe 06/2022 – seit dem 18. Mai 2022 am Kiosk oder online direkt im Delius-Klasing-Shop.

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