Elvene zeigt auf der Messe „Nice Boating Tomorrow“ in Nizza sein neues elektrisches Solarboot AMY. Das in Finnland entwickelte und gebaute Modell erreicht nach Herstellerangaben eine Höchstgeschwindigkeit von 30 Knoten. Im Zentrum steht der 50-kW-ARIES-Außenborder von Molabo (Deutschland), der auf berührungssicherer 48-Volt-Technologie basiert. Bei einer Reisegeschwindigkeit von 20 Knoten gibt Elvene die Reichweite mit 35 Seemeilen an. Das Boot ist 6,5 Meter lang, 2,1 Meter breit und wiegt ab 700 Kilogramm. Die Batteriekapazität liegt bei 45 Kilowattstunden; optional sind bis zu 66 Kilowattstunden erhältlich. Die integrierte Solaranlage liefert zwischen 800 und 1.300 Watt. Im sogenannten Solar‑Fahr‑Modus ermöglicht das System bei Geschwindigkeiten bis zu fünf Knoten eine unbegrenzte Reichweite.
Die 48‑Volt‑Technik unterscheidet sich grundlegend von Hochvoltsystemen. Wartung und Service erfordern keine speziellen Werkzeuge, Schulungen oder zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen. „Projekte wie dieses zeigen, was heute mit Niedervolt‑Elektroantrieben möglich ist“, erklärt Adrian Patzak, COO von Molabo. „50 kW bei 48 Volt zu liefern ermöglicht Bootsbauern wie Elvene hohe Leistung, ohne die Komplexität, die Kosten und die Sicherheitsanforderungen von Hochvoltsystemen – und eröffnet damit den Weg für skalierbare, benutzerfreundliche Elektroboote.“ Das System arbeitet mit LiFePO4‑Batterien und wird durch Energiespeichertechnologie von Victron unterstützt. Optional steht eine Landstromladeeinrichtung mit drei Kilowatt zur Verfügung.
Anders als herkömmliche Elektroboote kann AMY bei niedrigen Geschwindigkeiten seinen Energiebedarf direkt aus der Sonneneinstrahlung decken. Die Abhängigkeit von Ladepunkten an Land sinkt dadurch erheblich oder entfällt ganz. Bei niedriger Geschwindigkeit gibt Elvene die Reichweite mit über 100 Seemeilen an. Die CE‑Kategorie C6 erlaubt den Einsatz in küstennahen Gewässern.
Das Boot richtet sich an verschiedene Nutzergruppen. Charterflotten profitieren von einer geringeren Abhängigkeit von Ladeinfrastruktur. Bootsharing‑Plattformen können das Modell in ihre Flotten integrieren. Zur Serienausstattung gehören ein integriertes Infotainmentsystem, ein Kartenplotter mit Echolot, eine kabellose Ladefunktion für Smartphones, ein Bluetooth‑Stereo‑System, ein Naturkork‑Bodenbelag und ein modulares Layout. Optional sind ein Kühlschrank, ein Verdeck, ein Suchscheinwerfer und eine Frischwasserdusche erhältlich.
Elvene hat seinen Sitz in Jakobstad an der finnischen Küste. Die Stadt blickt auf eine jahrhundertelange Bootsbautradition zurück. Bereits vor Jahrhunderten wurden hier Holzschiffe für den weltweiten Einsatz gebaut. Heute haben einige der renommiertesten Segelyachten ihre Ursprünge in dieser Region. Elvene verbindet dieses Erbe mit elektrischer Antriebstechnologie. Molabo wurde 2016 gegründet und hat seinen Sitz in Ottobrunn bei München. Das Unternehmen entwickelt und produziert elektrische Antriebssysteme auf Basis der 48‑Volt‑Niedervolt‑Technologie.