Solarbootrennen WildauDie Dahme wird wieder zur Rennstrecke

Jan-Ole Puls

 · 18.08.2026

Solarbootrennen Wildau: Die Dahme wird wieder zur RennstreckeFoto: Mike Lange
Anfang September findet wieder die Solarbootregatta der TU Wildau statt.
Am 5. September 2026 findet die elfte Wildauer Solarbootregatta auf der Dahme statt. Die Technische Hochschule Wildau organisiert das Event gemeinsam mit dem Wassersportclub Wildau und dem Solarbootverein Deutschland. Teams aus mehreren Ländern treten in drei Disziplinen gegeneinander an.

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Die Technische Hochschule Wildau richtet am 5. September 2026 zum elften Mal die Solarbootregatta aus. Der Austragungsort liegt nur 600 Meter vom Campus entfernt am Ufer der Dahme bei der Villa am See. Teams aus Deutschland, Polen, Ungarn und den Niederlanden haben sich für den Wettkampf angemeldet.

Drei Wettkampfdisziplinen testen unterschiedliche Fähigkeiten

Der Wettkampftag beginnt um 10 Uhr mit der Begrüßung durch die Präsidentin der Hochschule, Prof. Ulrike Tippe, und den Bürgermeister Frank Nerlich. Von 10:30 bis 13:30 Uhr startet das Ausdauerrennen. Die Boote müssen in drei Stunden eine möglichst lange Strecke zurücklegen. Zwischen den Wettkämpfen dürfen die Teams ihre Akkus nicht über externe Stromquellen aufladen.

Ab 14:30 Uhr folgen die Sprints. Jedes Boot absolviert zwei Durchläufe über eine 200-Meter-Strecke, wendet und fährt weitere 200 Meter zurück zum Ziel. Die Zeit entscheidet über die Platzierung. Von 15:30 bis 16:30 Uhr treten jeweils zwei Boote in direkten Duellen gegeneinander an und bewältigen einen Parcours. Um 17 Uhr findet die Siegerehrung statt.

Alle Boote treten in einer gemeinsamen Wertung an

Die Regatta verzichtet auf eine Einteilung in verschiedene Bootsklassen. Alle teilnehmenden Boote treten in einer gemeinsamen Wertung gegeneinander an. Die Ergebnisse werden normiert, wobei die Normierung auf den Messdaten einer Messbox basiert. Diese erfasst während der Rennen die Leistungsdaten der Solarmodule und Akkus. Das System soll laut Veranstalter einen fairen Vergleich zwischen unterschiedlich dimensionierten Booten ermöglichen.

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Organisation durch Hochschule und lokale Partner

Prof. Jörg Reiff-Stephan leitet die Organisation der Regatta. Er ist Gründungsmitglied des Solarbootvereins Deutschland und arbeitet mit Prof. Alexander Köthe zusammen, der Dekan am Fachbereich Ingenieur- und Naturwissenschaften ist. Die Villa am See Wildau stellt das Gelände zur Verfügung. Der Wassersportclub Wildau unterstützt bei der Durchführung auf dem Wasser. Der Studierendenrat der Hochschule, die Stadt Wildau, das Deutsche Rote Kreuz und die Freiwillige Feuerwehr helfen bei der Veranstaltung.

Zuschauer können die Rennen kostenlos vom Ufer aus verfolgen. Die Nähe zur Rennstrecke bietet eine direkte Sicht auf das Geschehen. Für Verpflegung ist gesorgt. Interessierte Teams können sich per E-Mail an solarboot@th-wildau.de für künftige Regatten anmelden oder das Event als Sponsor unterstützen.

Ursprung in der schulischen Umweltbildung

Die Geschichte der Solarbootregatten begann 1986 nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl. Der Chemie- und Physiklehrer Norbert Wilms an der Max-Beckmann-Oberschule in Berlin wollte erneuerbare Energien praktisch im Unterricht vermitteln. Die Schule liegt in der Nähe des Tegeler Sees. Wilms entwickelte die Idee, mit Schülern Solarboote zu bauen und damit die Theorie in die Praxis umzusetzen.

Am 3. September 1988 fand die erste Solarbootregatta statt, vermutlich die erste weltweit. Aus der anfänglichen Veranstaltung in Berlin und Hamburg entwickelte sich ein internationaler Wettbewerb. Der Solarbootverein Deutschland organisiert heute mehrere Regatten pro Jahr, unter anderem auf dem Werbellinsee und dem Finowkanal in Eberswalde. Die Wildauer Regatta ist seit 2016 fester Bestandteil des Rennkalenders.

Technologie trifft Wassersport

Die Regatta verbindet sportlichen Wettkampf mit der Entwicklung von Solartechnologie. Studierende, Schüler und private Enthusiasten konstruieren die Boote und optimieren Solarzellen, Akkus und Antriebssysteme. Die Veranstaltung dient als Plattform für den Austausch zwischen Teilnehmern und Besuchern. Die praktische Anwendung erneuerbarer Energien wird direkt sichtbar.

Die Technische Hochschule Wildau nutzt die Regatta auch für die Außendarstellung ihrer ingenieurwissenschaftlichen Studiengänge. Studierende der Hochschule unterstützen die Organisation und können eigene Bootsprojekte präsentieren. Die Veranstaltung zeigt die Verbindung zwischen akademischer Forschung und praktischer Umsetzung im Bereich nachhaltiger Mobilität.


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Jan-Ole Puls

Jan-Ole Puls

Redakteur Test & Technik

Ole Puls wuchs auf Jollen und Dickschiffen auf und kam so früh mit dem Segeln in Berührung. Nach der Schule absolvierte er eine Ausbildung zum Bootsbauer im Bereich Hightech-Kohlefaserbau. Seit 2022 ist er im Ressort Test & Technik tätig. Zu seinen Aufgaben zählen Bootstests von Motorbooten aller Art sowie praxisnahe Technikthemen. Die Sommer verbringt er auf dem Wasser und meist auf der Ostsee oder Schlei.

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