Die Technische Hochschule Wildau richtet am 5. September 2026 zum elften Mal die Solarbootregatta aus. Der Austragungsort liegt nur 600 Meter vom Campus entfernt am Ufer der Dahme bei der Villa am See. Teams aus Deutschland, Polen, Ungarn und den Niederlanden haben sich für den Wettkampf angemeldet.
Der Wettkampftag beginnt um 10 Uhr mit der Begrüßung durch die Präsidentin der Hochschule, Prof. Ulrike Tippe, und den Bürgermeister Frank Nerlich. Von 10:30 bis 13:30 Uhr startet das Ausdauerrennen. Die Boote müssen in drei Stunden eine möglichst lange Strecke zurücklegen. Zwischen den Wettkämpfen dürfen die Teams ihre Akkus nicht über externe Stromquellen aufladen.
Ab 14:30 Uhr folgen die Sprints. Jedes Boot absolviert zwei Durchläufe über eine 200-Meter-Strecke, wendet und fährt weitere 200 Meter zurück zum Ziel. Die Zeit entscheidet über die Platzierung. Von 15:30 bis 16:30 Uhr treten jeweils zwei Boote in direkten Duellen gegeneinander an und bewältigen einen Parcours. Um 17 Uhr findet die Siegerehrung statt.
Die Regatta verzichtet auf eine Einteilung in verschiedene Bootsklassen. Alle teilnehmenden Boote treten in einer gemeinsamen Wertung gegeneinander an. Die Ergebnisse werden normiert, wobei die Normierung auf den Messdaten einer Messbox basiert. Diese erfasst während der Rennen die Leistungsdaten der Solarmodule und Akkus. Das System soll laut Veranstalter einen fairen Vergleich zwischen unterschiedlich dimensionierten Booten ermöglichen.
Prof. Jörg Reiff-Stephan leitet die Organisation der Regatta. Er ist Gründungsmitglied des Solarbootvereins Deutschland und arbeitet mit Prof. Alexander Köthe zusammen, der Dekan am Fachbereich Ingenieur- und Naturwissenschaften ist. Die Villa am See Wildau stellt das Gelände zur Verfügung. Der Wassersportclub Wildau unterstützt bei der Durchführung auf dem Wasser. Der Studierendenrat der Hochschule, die Stadt Wildau, das Deutsche Rote Kreuz und die Freiwillige Feuerwehr helfen bei der Veranstaltung.
Zuschauer können die Rennen kostenlos vom Ufer aus verfolgen. Die Nähe zur Rennstrecke bietet eine direkte Sicht auf das Geschehen. Für Verpflegung ist gesorgt. Interessierte Teams können sich per E-Mail an solarboot@th-wildau.de für künftige Regatten anmelden oder das Event als Sponsor unterstützen.
Die Geschichte der Solarbootregatten begann 1986 nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl. Der Chemie- und Physiklehrer Norbert Wilms an der Max-Beckmann-Oberschule in Berlin wollte erneuerbare Energien praktisch im Unterricht vermitteln. Die Schule liegt in der Nähe des Tegeler Sees. Wilms entwickelte die Idee, mit Schülern Solarboote zu bauen und damit die Theorie in die Praxis umzusetzen.
Am 3. September 1988 fand die erste Solarbootregatta statt, vermutlich die erste weltweit. Aus der anfänglichen Veranstaltung in Berlin und Hamburg entwickelte sich ein internationaler Wettbewerb. Der Solarbootverein Deutschland organisiert heute mehrere Regatten pro Jahr, unter anderem auf dem Werbellinsee und dem Finowkanal in Eberswalde. Die Wildauer Regatta ist seit 2016 fester Bestandteil des Rennkalenders.
Die Regatta verbindet sportlichen Wettkampf mit der Entwicklung von Solartechnologie. Studierende, Schüler und private Enthusiasten konstruieren die Boote und optimieren Solarzellen, Akkus und Antriebssysteme. Die Veranstaltung dient als Plattform für den Austausch zwischen Teilnehmern und Besuchern. Die praktische Anwendung erneuerbarer Energien wird direkt sichtbar.
Die Technische Hochschule Wildau nutzt die Regatta auch für die Außendarstellung ihrer ingenieurwissenschaftlichen Studiengänge. Studierende der Hochschule unterstützen die Organisation und können eigene Bootsprojekte präsentieren. Die Veranstaltung zeigt die Verbindung zwischen akademischer Forschung und praktischer Umsetzung im Bereich nachhaltiger Mobilität.

Redakteur Test & Technik
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