Pioneer YachtsNeue Werft in Stralsund baut Elektro-Katamaran

Ralf Marquard

 · 16.05.2026

Der neue Katamaran PY60 von Pioneer Yachts ist eine Solaryacht.
Foto: Pioneer Yachts
Die neu gegründete Werft Pioneer Yachts aus Stralsund bringt mit der PY60 einen 60-Fuß-Katamaran mit Solar-Elektroantrieb auf den Markt. Das erste Exemplar namens Pioneer One soll im September 2026 auf dem Cannes Yachting Festival vorgestellt werden. Gründer Mike Frank will das Boot selbst nutzen und die Betriebsdaten für die Weiterentwicklung verwenden.

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Pioneer Yachts ist eine neue Werft aus Stralsund, die sich auf Elektroboote mit Solarantrieb spezialisiert. Gründer und Geschäftsführer Mike Frank, ein Ingenieur aus Bremen, stellte fest, dass das für ihn perfekte Modell noch nicht existierte. Der Sohn eines Kapitäns der Handelsschifffahrt gründete vor 20 Jahren die meistro Energie-Gruppe, die Photovoltaik-Parks in Deutschland betreibt. Dieses Know-how überträgt er nun auf den Bootsbau. Die Werft befindet sich im maritimen Cluster an der Ostsee und entwickelt ihre Boote nach dem Prinzip klarer Systemarchitektur und messbarer Leistung.

Katamaran mit deutscher Technik und italienischem Design

Die PY60 ist das erste Modell der Werft. Der 60-Fuß-Katamaran kombiniert Außendesign und Schiffsarchitektur von Cossutti & Ganz aus Italien mit Innenraumgestaltung von Micheletti + Partners. Die Rümpfe stammen aus deutscher Fertigung. Das Boot wird komplett elektrisch angetrieben und bezieht seine Energie ausschließlich über Solarpaneele auf dem Dach. Diese Kombination soll laut Hersteller eine dauerhafte Langstreckenfahrt ohne externe Energiezufuhr ermöglichen. Die Werft spricht von vollständiger Unabhängigkeit auf dem Wasser durch die Reichweite des Systems.

Geschwindigkeiten

Die PY60 erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 11 Knoten. Die Reisegeschwindigkeit liegt bei 7,5 Knoten. Das erste Exemplar trägt den Namen Pioneer One und geht in den Besitz von Gründer Mike Frank über. Er will das Boot selbst fahren und unter realen Bedingungen testen. Die dabei gesammelten Betriebsdaten sollen in die Entwicklung weiterer Einheiten einfließen. Frank erklärt dazu, dass künftige Boote für den echten Einsatz gebaut werden sollen. Dieser Ansatz unterscheidet sich von üblichen Entwicklungsprozessen, bei denen Prototypen oft nur unter Testbedingungen laufen. Die Werft setzt auf kontinuierliche Verbesserung durch praktische Erfahrung statt auf theoretische Planung allein.

Premiere in Cannes

Pioneer One soll im Sommer 2026 zu Wasser gelassen werden. Die Weltpremiere ist für das Cannes Yachting Festival vom 8. bis 13. September 2026 geplant. Dort wird das Boot erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Ob weitere Einheiten bereits in Auftrag gegeben wurden oder wann die Serienproduktion beginnt, teilt die Werft nicht mit. Auch Preisangaben fehlen bislang. Interessenten können sich über das Pressebüro Sand People Communication an die Werft wenden.

Über Pioneer Yachts

Pioneer Yachts wurde von Mike Frank in Stralsund gegründet. Die Werft entwickelt und baut Solar-Elektro-Yachten in Deutschland. Frank gründete vor 20 Jahren die meistro Energie-Gruppe, die CO₂-freie Energie aus eigenen Photovoltaik-Parks liefert und in der deutschen Energiewende aktiv ist. Als Sohn eines Handelsschifffahrtskapitäns bringt er maritimes Verständnis mit technischer Expertise zusammen. Die Werft beschäftigt erfahrene Ingenieure und setzt auf messbare Leistung sowie kontinuierliche Weiterentwicklung durch praktischen Einsatz. Informationen: Pioneer Yachts


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Ralf Marquard

Ralf Marquard

Stellvertretender Chefredakteur BOOTE

Ralf Marquard entdeckte seine Begeisterung für das Bootfahren auf der beschaulichen Aller, zunächst mit Schlauchbooten, später mit einem Sechs-Meter-Kajütboot. Sein Elektrotechnikstudium an der HAW Hamburg führte ihn vom südlichen Heidekreis (Niedersachsen) in die Hansestadt. Ralf Marquard arbeitet seit 1997 in der BOOTE-Redaktion und wurde dort zum Testredakteur ausgebildet. Er testet sowohl kleine Schlauchboote als auch größere Yachten. Sein persönliches Boot ist ein 4,50 Meter langes, selbstgebautes Holzboot mit einem 50-PS-Außenbordmotor. Im Jahr 2007 wurde er zum stellvertretenden Chefredakteur bei BOOTE ernannt.

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