Am 1. Oktober 2016 hatte Werftgründer Oliver Berking die erste Ausstellung seines Museums eröffnet und damit den Grundstein für einen neuen kulturellen Anziehungspunkt in seiner Heimatstadt gelegt. Was zunächst als Ausstellungsort rund um klassische Yachten, maritime Geschichte und die besondere Welt des Yachtbaus begann, entwickelte sich schnell zu einem Haus mit einem weit darüber hinausgehenden kulturellen Anspruch. Mehrere hunderttausend Besucherinnen und Besucher haben in den vergangenen zehn Jahren das Haus besucht.
Gleich für die erste Ausstellung Royal Yachting brachte Berking mit den Leihgaben europäischer Königshäuser, königlicher Yachtclubs, Museen und privater Sammler Exponate nach Flensburg, die zahlreiche Besucher anzogen. Viele der Stücke waren zuvor noch nie öffentlich gezeigt worden. Damit war ein Anspruch gesetzt, der das Museum in den folgenden Jahren prägen sollte.
Ein Jahr später folgte zum 100. Geburtstag John F. Kennedys die Ausstellung Kennedy – The Sailing President in Zusammenarbeit mit dem John F. Kennedy Presidential Library and Museum in Boston. Gezeigt wurde Kennedy als Mensch, für den das Segeln von seiner Jugend bis zur Amtszeit im Weißen Haus eine besondere Bedeutung hatte. Zu den eindrücklichsten Dokumenten gehörten kleine Zeichnungen von Segelbooten, die Kennedy am Morgen seines Todes auf den Rand einer Tageszeitung gezeichnet hatte.
Immer wieder widmete sich das Museum auch legendären Werften und ihren Schöpfern, darunter Henry Rasmussen und Carlo Riva. Besonders spektakulär war die Riva-Ausstellung, für die es gelang, von jedem Bootsmodell aus der Ära Carlo Rivas ein Exemplar nach Flensburg zu holen. Die berühmten Mahagoniboote machten das Museum für einige Monate zu einer Hommage an eine Epoche, in der Bootsbau, italienisches Design und die Welt des internationalen Jetsets eine einzigartige Verbindung eingingen.
Zweifellos einen Höhepunkt der ersten zehn Jahre bildete 2019 die große Ausstellung über die Geschichte des America’s Cup, die nach den olympischen Spielen älteste internationale Sporttrophäe der Welt. Zu sehen waren außergewöhnliche Zeugnisse aus mehr als anderthalb Jahrhunderten Segel- und Technikgeschichte. Von historischen Modellen und Dokumenten bis zu einer der weltweit nur wenigen Repliken des berühmten Pokals selber, den Neuseeland zur Verfügung stellte.
Während dieser Ausstellung wurde Flensburg für einen Abend selbst zu einem Zentrum der America’s-Cup-Welt: Im Robbe & Berking Museum fand am 16. November 2019 die America’s Cup Hall of Fame Induction Ceremony statt, seit 1851 erst zum zweiten Mal überhaupt in Europa. Zahlreiche Segler, Konstrukteure und Weggefährten des berühmtesten Segelwettbewerbs der Welt kamen dafür nach Flensburg. Noch nie zuvor waren in Deutschland so viele Persönlichkeiten aus der Geschichte des America’s Cup an einem Ort zusammengekommen.
Die folgenden Jahre zeigten, dass der Horizont des Museums längst über Yachten und Segelsport hinausreichte. Mit Ausstellungen und Projekten zu Kunst, Fotografie, Design, Stadtentwicklung, Industriegeschichte und zeitgenössischem Kunsthandwerk wurde das Haus zunehmend zu einem offenen Kulturort. Die Geschichte der Flensburger Schiffbau-Gesellschaft fand hier ebenso ihren Platz wie die Norddeutschen Realisten und die internationale Silberschmiedekunst.
Mit der World Press Photo Exhibition kam schließlich 2020 die Welt im ganz wörtlichen Sinne nach Flensburg und wird seitdem Jahr für Jahr in Schleswig Holstein ausschließlich im Robbe & Berking Museum gezeigt. Die international ausgezeichneten Arbeiten des renommierten Wettbewerbs für Fotojournalismus zeigen alljährlich Bilder von den gesellschaftlichen Umbrüchen und den großen Fragen unserer Zeit.
Mit der Winterwerft beginnt nun die letzte Ausstellung des Jahres. Die öffentliche Jubiläumsvernissage 10 Jahre Robbe & Berking Museum und Eröffnung der Winterwerft findet am 3. Oktober 2026, ab 17 Uhr im Robbe & Berking Museum Yachting Heritage Centre, am Harniskai 13, 24937 Flensburg, statt.
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