Lasse Johannsen
· 07.10.2026
Eine Fahrt auf der „Stettin“ kann Folgen haben: Für den österreichischen Modellbauer Stefan Bachl war sie der Anlass, den Eisbrecher selbst nachzubauen. Sein Modell und eines der „Cap San Diego“, gemeinsam gebaut mit seinem norddeutschen Mitstreiter Christoph Poll, sind – neben den Arbeiten vieler anderer Aussteller – am Wochenende zu sehen. Beide Schiffe entstanden vollständig im 3-D-Drucker. Und beide sind fahrtauglich auf dem Wasser.
Interessierte Schiffsmodellbauer können sich den Eintritt ins Museum an diesen beiden Tagen selbst erarbeiten. Wer aus dem Bastelbogen der „James Caird“ ein Papiermodell baut und mitbringt, erhält freien Zugang zu allen Decks.
Die Verbindung zu Hamburg ist für die beiden Modellbauer auch eine persönliche. Stefan Bachl erlebte die „Stettin“ bei einer Rundfahrt während seines letzten Hamburg-Besuchs. Christoph Poll war bereits mehrfach auf der „Cap San Diego“ zu Gast. Dadurch sprang der Funke über. Als Grundlage für ihre Nachbauten nutzten die beiden originale Konstruktionszeichnungen. Die Herausforderung: große Schiffe, kleine Maßstäbe.
Die Modellbautage sind das größte Event ihrer Art in Norddeutschland. Insgesamt präsentieren 48 internationale Aussteller ihre Modelle auf den Decks eins bis fünf. Höhepunkte sind unter anderen das Modell des Segelschiffes „Preussen“, gebaut von einem 89-jährigen Aussteller, und ein fast vier Meter langes Diorama der HMS „Hermes“.
Dazu kommen unzählige Arbeiten – von ferngesteuerten Schiffen über aufwendige Eigenkonstruktionen bis zu Dioramen mit großen maritimen Szenerien. Szenegrößen vermitteln in Vorträgen und Workshops, etwa wie Schiffsrümpfe aus Holz entstehen, Modelle realistische Gebrauchsspuren erhalten und 3-D-Technologie im Modellbau eingesetzt wird. Museumsführungen und die beiden Schiffsführungssimulatoren ergänzen das Programm.
Internationale Schiffsmodellbautage 10. und 11. Oktober 2026, jeweils 10–18 Uhr Internationales Maritimes Museum Hamburg, auf den Decks 1 bis 5 Die Modellbautage sind im regulären Museumseintritt enthalten. Wer den Bastelbogen der „James Caird“ von unserer Museumswebsite herunterlädt, das Modell baut und zur Veranstaltung mitbringt, erhält freien Eintritt an beiden Tagen.

Stellvertretender Chefredakteur YACHT
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