Die nachgebaute Hansekogge „Wissemara" darf bis auf Weiteres nicht mehr in See stechen. Bei einer Kontrolle stellte die Berufsgenossenschaft Verkehr Sicherheitsmängel an der hölzernen Außenhaut des Schiffes fest, was zur sofortigen Stilllegung führte. Die noch geplanten Ausfahrten für diese Saison mussten gestrichen werden. Der Poeler Koggen Verein, der das Schiff betreibt, sieht sich nun mit erheblichen finanziellen Verlusten konfrontiert. Vereinschef Gerd Lemke bezeichnete die Stilllegung als „harten Schlag" für den Verein, der sich überwiegend durch Mitgliedsbeiträge und Spenden finanziert. “Leider müssen wir schon jetzt unsere Saison beenden, da die BG Verkehr Schäden an der hölzernen Außenhaut festgestellt und uns den weiteren Betrieb für Törns untersagt hat” so der Verein seiner Webseite. “Das bedeutet für unsere Kogge, dass wir bis zur Dockung vorerst nur auf das Liegendschiff einladen können”.
Ein bereits geplanter Termin an der Rostocker Tamsen-Werft im November soll die Schäden beheben. Der Ausfall bedeutet für den Verein einen erheblichen finanziellen Verlust. Die Kosten für die Instandhaltung und den Betrieb eines solchen historischen Nachbaus sind beträchtlich. Die rund 450 Vereinsmitglieder stehen nun vor der Aufgabe, diese finanzielle Lücke zu schließen und gleichzeitig die Reparaturkosten zu stemmen, um die „Wissemara" wieder seetüchtig zu machen.
Zwar sind vorerst keine Ausfahrten mehr möglich, doch der Verein hofft, dass einige Kunden sich vorstellen können, ihr Event auf das Liegendschiff umzuplanen.
Der Förderverein „Poeler Kogge“ hat rund 450 Mitglieder und sieht es als seine Aufgabe, den Nachbau einer hanseatischen Kogge aus dem 14. Jahrhundert, von dem bisher größten gefundenen Schiffswrack aus der Hansezeit, allen Interessierten vorzustellen und zu erhalten. Weitere Museumsschiffe finden Sie in unserem Spezialartikel zum Thema: Museumsschiffe und maritime Museen von A bis Z

Redakteurin Reise
Jill Grigoleit lebte zehn Jahre mit ihrer Familie auf einem Hausboot im eigenen Hafen südlich von Hamburg und schrieb ein Buch über den Hausbootbau und das Leben mit Kindern auf dem Wasser. Seit 2020 schreibt sie vor allem Reisereportagen und Revierporträts für YACHT und BOOTE und konnte damit ihre zwei großen Leidenschaften zum Beruf machen: Reisen und darüber schreiben. Seit Januar 2024 gehört sie fest zum Team des Reiseressorts der Wassersportredaktion von Delius Klasing. Seither sammelt sie in den verschiedensten Regionen Reviertipps und Geschichten über Menschen, die am und auf dem Wasser leben - von der Mecklenburgischen Seenplatte über die bretonische Küste bis ins kanadische Ontario.