Mehr als 40 KnotenNeues Einsatzboot für Schleswig-Holsteins SEK-Truppe

Sören Gehlhaus

 · 20.08.2026

Mehr als 40 Knoten: Neues Einsatzboot für Schleswig-Holsteins SEK-TruppeFoto: LKA
„Odin 97“ mit Besatzung bei der Indienststellung in Kiel.
Das Landeskriminalamt Schleswig-Holstein hat das neue RIB seines Spezialeinsatzkommandos vorgestellt. „Odin 97“ soll bei besonderen Einsatzlagen auf der Kieler Förde, der Ostsee, in Häfen und auf weiteren Wasserwegen helfen.

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Das Spezialeinsatzkommando des Landeskriminalamtes Schleswig-Holstein ist künftig mit einem neuen Einsatzboot unterwegs. Innenministerin Magdalena Finke taufte ​„Odin 97“ in Kiel und stellte das Boot offiziell in Dienst. Das LKA sieht sich damit für besondere maritime Einsatzlagen wieder besser aufgestellt. Das neue RIB soll die Einsatzkräfte vor allem bei Operationen auf der Kieler Förde, der Ostsee, in Häfen und auf weiteren Wasserwegen unterstützen.

Mehr als 40 Knoten schnell

Nach Angaben des Landeskriminalamtes erreicht das neue Boot mehr als 40 Knoten. Neben der Geschwindigkeit war die Wendigkeit ein wichtiges Kriterium. Das Boot soll deshalb nicht nur schnell, sondern auch unter schwierigen Bedingungen präzise manövrierbar und flexibel einsetzbar sein. Technisch zählt es laut LKA zu den modernsten Booten einer polizeilichen Spezialeinheit in Europa.

​„Odin 97“ wurde speziell für die Anforderungen des Spezialeinsatzkommandos gebaut. Weitere technische Angaben, etwa zu Länge, Motorisierung, Tiefgang oder zur Ausrüstung für den taktischen Einsatz, machte das Landeskriminalamt nicht. Auch zur Werft und zum genauen Bootstyp liegen bislang keine offiziellen Informationen vor.

Vorbild war ein RIB der GSG 9

Allerdings lässt das LKA wissen, dass „Odin 97“ auf einem Einsatzboot der GSG 9 basiert. Die Spezialeinheit der Bundespolizei verfügt über umfangreiche Erfahrungen mit Einsatzlagen zu Wasser und erhielt 2016 drei RIBs von je zwölf Metern Länge. ​Zur Verbesserung der Reaktionsfähigkeit sind die maritimen Einsatzkräfte der GSG 9 dabei von ihrem Standort nahe Bonn nach ​Neustadt in Holstein umzuziehen. In einer Pressemitteilung vom Juli 2025 teilte das Bundesinnenministerium mit, dass bereits erste Einsatzboote dorthin verlegt wurden.

Ersatz für 17 Jahre altes Boot

Zudem lassen die Hauben der beiden Außenborder auf Mercury Verados schließen. Dem ​Spezialeinsatzkommando der schleswig-holsteinischen Landespolizei stand zuvor das SEK-Boot „Modi“ zur Verfügung, das nach 17 Jahren keine Zulassung mehr für den Offshore-Bereich erhalten hatte. Zusätzlich beschaffte das Land ein neues Zugfahrzeug für das Einsatzboot.

Einsatzboot dienstbereit

Vor der Indienststellung absolvierten die Einsatzkräfte eine technische Einweisung und ein intensives taktisches Bootsführertraining. Mit der Taufe ist „Odin 97“ nun einsatzbereit. Innenministerin Magdalena Finke erklärte, das neue Boot solle die Fähigkeit der Polizei stärken, bei akuten Gefahrenlagen schnell und sicher auf dem Wasser zu handeln. Dabei gehe es auch um den Schutz von Häfen und maritimer kritischer Infrastruktur. Der stellvertretende LKA-Direktor Rolfpeter Ott verwies auf die Bedeutung einer zeitgemäßen Ausrüstung für die anspruchsvollen und hochriskanten Aufgaben der Spezialeinheiten.

​Neue Boote für Spezialkräfte der Marine

Auch die Spezialkräfte der Marine erhalten demnächst neue Wasserfahrzeuge. Anfang Juli gab das Verteidigungsministerium bekannt, dass für die Kampf- und Minentaucher fünf Mehrzweckkampfboote bestimmt sind. Die 15 Meter langen vom Typ ​Combatant Craft Medium Mk1 (CCM) liefert der ​US-Hersteller Vigor Marine ​nach Eckernförde.

Mehrere europäische Staaten nutzen diese Technik bereits, darunter Dänemark, Großbritannien und Norwegen. Die Boote sollen die taktische Beweglichkeit von Spezialkräften, insbesondere wegen ihrer großen Reichweite erhöhen.


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Sören Gehlhaus

Sören Gehlhaus

Stellvertretender Chefredakteur BOOTE EXCLUSIV

Sören Gehlhaus wurde 1981 in Berlin geboren und besegelte auf Jollen die Unterhavel, in den Ferien den Ratzeburger See und die Ostsee auf „Dickschiffen“. Zeitgleich mit dem Beginn des Studiums in Lübeck trat 2001 das Kitesurfen auf den Plan, und die intensive Ausübung des neuen Sports sorgte für den beruflichen Schwenk zum Journalismus. Nach Volontariat beim b&d Verlag in Hamburg folgten viele Jahre der redaktionellen Arbeit für ein Kitesurf-Magazin und 2018 der Wechsel zu BOOTE EXCLUSIV.

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