Ferrari HypersailAzimut baut Spezialboot für Ferrari-Segelrenner

Jan-Ole Puls

 · 01.10.2026

Ferrari Hypersail: Azimut baut Spezialboot für Ferrari-SegelrennerFoto: Azimut
Nicht nur das Projekt ist auffällig. Auch die Folierung des Bootes wird es sein.
Azimut Yachts entwickelt ein Schleppboot für Ferraris Hochsee-Rennsegler. Die Werft modifiziert dafür eine Fly 72 mit 4.000 PS und sechs Tonnen weniger Gewicht. Das Boot dient als Testplattform und Begleitschiff für das Ferrari Hypersail Projekt.

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Azimut Yachts ist technischer Partner und offizieller Yachting-Partner von Ferrari Hypersail. Ferrari entwickelt mit diesem Projekt einen Hochsee-Rennsegler mit Tragflächentechnik. Die Zusammenarbeit umfasst eine Operationsbasis auf der Azimut-Werft in Livorno. Außerdem entwickelte Azimut ein spezielles Schleppboot auf Basis der Fly 72.

Operationsbasis in Livorno

Die technische Abteilung von Azimut erhielt den Auftrag, ein Hochleistungsboot zu bauen. Dieses soll den Ferrari Hypersail Prototyp bei ersten Testfahrten auf etwa 30 Knoten beschleunigen. Die Tests finden ohne Mast und Segel statt. Das Boot muss auch die Dynamik beim Abheben und Fliegen auf den Tragflächen unterstützen.

Gewichtsreduktion durch Carbon

Azimut passte die Fly 72 Plattform für diese Anforderungen an. Die Werft setzte auf zwei Maßnahmen: drastische Gewichtsreduktion und massive Leistungssteigerung. Durch umfangreichen Einsatz von Carbonfaser sank das Gesamtgewicht um sechs Tonnen. Carbon ist ein leichter, aber extrem stabiler Faserverbundstoff. Azimut nutzt dieses Material seit Jahren im Yachtbau und verfügt über entsprechende Erfahrung. Für das Standard-Boot gibt Azimut ein gewicht von 53,5 Tonnen voll beladen an. Sechs Tonnen weniger ist dabei eine Gewichtsersparnis von über elf Prozent, was eine menge ist.

Fast verdoppelte Motorleistung

Die Motorleistung wurde auf 4.000 PS erhöht. Normal besitzt die Azimut 2800 PS aus beiden Motoren. Diese Konfiguration entwickelte Azimut exklusiv für Ferrari Hypersail. Der Einbau erforderte eine Sonderanfertigung in Struktur und Bordsystemen. Das Team musste die erhöhte Leistung in die bestehende Architektur integrieren. Die Kombination aus reduziertem Gewicht und gesteigerter Kraft verändert das Leistungsgewicht der Yacht grundlegend. Die normale Azimut 72 besitzt ein Leistungsgewicht von 19.11 Kilogramm pro PS. Nach der Gewichtsabnahme und der Erhöhung der Leistung sind wir nun bei 11.87 Kilogramm pro PS. Damit befinden wir uns im Bereich von sportlichen Booten wie der Marex 390 oder der Riva 58 Capri.

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Spezielle Schleppvorrichtung

Für die Verbindung zum Prototyp erhielt der Rumpf einen speziellen Schlepppfosten. Azimut entwickelte diese Konstruktion nach umfangreichen Belastungstests. Der Pfosten muss extremen statischen und dynamischen Kräften standhalten. Die Konstruktion vereint Azimuts Kenntnisse in Schiffsdesign, Struktur- und Systemtechnik sowie Innenausbau.

Anpassung für das Testteam

Die gesamte Bordkonfiguration wurde für das Team von Enrico Voltolini angepasst. Die Anordnung soll die Arbeit während der Testphasen erleichtern. In späteren Projektphasen dient die Fly 72 auch zur Unterbringung der Crew. Außerdem bietet sie Platz für VIP-Gäste. Das Boot begleitet das Ferrari Hypersail Team von den ersten Tests bis zu internationalen Veranstaltungen.

Partnerschaft zweier Entwickler

Andrea Antichi, Geschäftsführer von Azimut Yachts, betont die eigene Forschungsabteilung. Diese arbeite unabhängig an Lösungen, die am Markt noch nicht existieren. Lorenzo Giorgetti, Chief Racing Revenue Officer bei Ferrari, beschreibt das Projekt als Übertragung von Ferraris Renn-DNA auf Hochsee-Segelyachten. Der Beitrag von Azimut zum Schleppboot und zur Operationsbasis unterstütze wichtige Aktivitäten in Entwicklung und Testphase.


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Jan-Ole Puls

Jan-Ole Puls

Redakteur Test & Technik

Ole Puls wuchs auf Jollen und Dickschiffen auf und kam so früh mit dem Segeln in Berührung. Nach der Schule absolvierte er eine Ausbildung zum Bootsbauer im Bereich Hightech-Kohlefaserbau. Seit 2022 ist er im Ressort Test & Technik tätig. Zu seinen Aufgaben zählen Bootstests von Motorbooten aller Art sowie praxisnahe Technikthemen. Die Sommer verbringt er auf dem Wasser und meist auf der Ostsee oder Schlei.

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