Fjord nutzt für die 440 Open den Rumpf der 41 XL und konzentriert sich auf Deck und Interieur. Die Werft nennt 56 Änderungen gegenüber dem Vorgänger. Der Preis liegt noch nicht vor, die Premiere findet im September 2026 in Cannes statt.
Das auffälligste neue Element ist die elektrische Heckbank. Sie fährt hoch und bildet eine Rückenlehne für die Sonnenliege. So entsteht ein durchgehender Loungebereich von der Badeplattform bis zum Cockpit. Die Bank misst 190 cm Breite und 43 cm Tiefe. In aufrechter Position bleibt eine Liegefläche von 163 cm Länge nutzbar. Die komplette Sonnenliege erreicht ausgefahren 200 cm Länge und 210 cm Breite. Die Badeplattform selbst misst 218 cm Länge und 383 cm Breite.
Fjord bietet erstmals den Volvo Penta D6 mit 480 PS an. Das ist die stärkste Version dieser Baureihe. Der Motor arbeitet mit Duoprop-Antrieb und Aquamatic DPI. Das System integriert Joystick-Steuerung, assistiertes Anlegen und Autopilot. Die Werft gibt keine Geschwindigkeits- oder Verbrauchswerte an.
Optional kommt ein Seakeeper 4.5 Stabilisator an Bord. Das Gyro-System reduziert Rollbewegungen bei stehendem Boot. Die Einheit arbeitet mit Schwungrad-Technologie und passt sich automatisch an Seebedingungen an.
Das neue Armaturenbrett trägt zwei 19-Zoll Volvo-Displays in Einbauversion. Die Oberfläche ist plan, keine Geräte stehen vor. Das Fjord-Logo leuchtet hinterleuchtet, die obere Kante erhält Ambientelicht. Die Standardversion kommt mit einem Display, Fernbedienung, Joystick und Scheibenwischersteuerung in schwarzer Ausführung.
Das Navigationspaket bringt das zweite Display, Kettenzähler, Autopilot, Interceptor-Software, UKW-Funk und Bugstrahlruder. Das erweiterte Paket fügt Active Ride Control für die Interceptoren hinzu, integriert das Bugstrahlruder ins Andocksystem und aktiviert das Volvo Penta Dynamic Positioning System.
Der Fahrersitz wurde neu entwickelt. Fjord ließ ihn speziell für dieses Modell konstruieren. Die Rückenlehne ist stärker geneigt, die Polsterung dicker. Der Sitz lässt sich längs verschieben und die Lehne umklappen. Die Anordnung behält den Zugang zur Kombüse und die Durchgangsmöglichkeit bei.
Das T-Top öffnet elektrisch um 1,6 Meter nach hinten. Die lichte Höhe bleibt dabei über zwei Meter. Der Mechanismus sitzt verdeckt in der Konstruktion. An den Seiten fahren elektrische Rollos aus. Das hintere Sonnensegel deckt den geöffneten Bereich ab.
Im Mast des T-Tops sitzen Volvo DP-Antenne, Starlink, Radar, Suchscheinwerfer, DVB-T Antenne und Positionslichter. Optional kommen Solarpaneele hinzu, die die Servicebatterien laden. Die Werft gibt keine Leistungswerte für die Solarzellen an.
Design Unlimited zeichnet für beide Innenraumvarianten verantwortlich. Das Studio entwarf 2007 bereits die Fjord 40. Die Standardversion heißt "Tailored" und arbeitet mit dunklen Tönen. Möbel in Atlanta-Nussbaum, Polster in Corsica Creme, Arbeitsplatten in Black Aurora, vertikale Flächen in Anthrazit, Stoffelemente in Koralle und Boden in Midnight Ash.
Die helle Option "Legacy" kostet Aufpreis und besteht aus sechs Einzelpositionen in der Preisliste. Möbel in Baltic Blue und Nordic Oak, Polster in Corsica Greige, Arbeitsplatten in Polar White, vertikale Flächen in Creme, Stoffelemente in Beige und Boden in Nordic Oak.
Fjord hat vier ergonomische Änderungen vorgenommen. Die Gästekabinentür wurde vergrößert und entspricht nun der 490. Die Innentreppe erhielt eine zusätzliche Stufe, dadurch entfällt die Schwelle zum Hauptdeck. Die Schiebetür wurde durch eine Taschentür ersetzt.
Layout A1 bringt eine Eignerkabine mit Doppelbett, Schrank steuerbord, Sideboards und zwei Schubladen unter dem Bett. Die Nasszelle verfügt über eine separate Duschkabine mit Regen- und Handbrause. In der Lobby steht ein kleines Sofa mit 35-Liter Kühlschrank darunter. Die Gästekabine B1 bietet Doppelbett, Sofa, Schrank und drei öffenbare Bullaugen im Deck.
Layout A2 erweitert die Eignerkabine um einen zweiten Schrank und eine Schiebetür im Hauptschott. Die Nasszelle bleibt gleich. Layout B2 gibt der Gästekabine eine Tür statt der Bullaugen.
Layout A3 tauscht die Lobby gegen eine Kombüse mit zweiflammigem Elektroherd, 30-Ampere Landanschluss, 49-Liter Kühlschrank, Spüle mit Abtropffläche und Stauraum. Layout A4 kombiniert die erweiterte Eignerkabine A2 mit der Kombüse aus A3.
Standard sind drei Kühlschränke: einer in der Pantry, zwei unter den vorderen Cockpitbänken. Optional kommen zwei weitere unter die Heckbänke, insgesamt also fünf Kühlgeräte an Deck.
Das Garmin EmpirBus System ist serienmäßig an Bord. Es steuert Beleuchtung, Klimaanlage, Tanküberwachung und Batteriemanagement über Touchscreen. Das System zeigt Ladezustand, Spannung und Zustand aller Batterien in Echtzeit. Warnungen melden niedrige Ladung oder Störungen.
Die Klimasteuerung läuft über dieselbe Oberfläche. Nutzer sehen Systemstatus und regeln Kühlfunktionen zentral. Die Tanküberwachung erfasst Schwarz-, Grau- und Frischwasser kontinuierlich. Die T-Top Ambientebeleuchtung lässt sich ebenfalls über das System dimmen und schalten.
Das neue Audiosystem kombiniert JL Audio Verstärker mit Fusion Apollo R800 Bedieneinheit. Die Topversion hat acht Lautsprecher und zwei Subwoofer. Das System teilt sich in drei Zonen: Bug, Cockpit und Heck, plus Kabinenbereich. Streaming läuft über AirPlay. Die Garmin Unterwasserbeleuchtung synchronisiert mit der Musik und wechselt Farben im Takt.
Optional kommt ein 55-Zoll Fernseher. Er fährt elektrisch aus der Decke und bewegt sich auf zwei Achsen: horizontal und vertikal. Ausgefahren steht er über der Steuerkonsole, ohne Pantry oder Sitzbereich zu blockieren. Der Abstand zur nächsten Sitzposition beträgt 1,8 Meter, zur fernsten 5,07 Meter.
Das Kamerasystem von Garmin umfasst sechs Kameras: vier an den Rumpfseiten, eine am Bug, eine am T-Top Mast. Sie unterstützen beim Anlegen und Manövrieren. Starlink liefert Internetverbindung auch außerhalb der Küstengewässer.
Steuerbord sitzt die Notleiter, backbord eine manuelle Badeleiter. Neu ist die elektrische Badeleiter, die direkt ins Wasser fährt. Die Plattform nimmt ein Williams 285 Jet Tender auf, Passerelle und Heckbank bleiben zugänglich.
Die Heckbank gibt es in drei Versionen: ohne Bank als Standard, mit fester Bank oder mit elektrischer Bank. Ohne Bank bleibt die volle Plattformfläche nutzbar.
Drei Cockpit-Konfigurationen stehen zur Wahl. F1 bringt eine Pantry-Einheit backbord mit 660 mm Breite, Abdeckung, 65-Liter Kühlschrank, Arbeitsplatte aus Mineralstein und zusätzlichem Beifahrersitz. Der Sitz lässt sich verschieben, die Lehne umklappen, Abdeckung inklusive.
E1 hat Fahrer- und Beifahrersitz mit Schiebefunktion und Klapplehne, dazu Pantry steuerbord mit 1240 mm Breite, Abdeckung, Spüle mit Klappmischbatterie und Stauraum, Arbeitsplatte aus Mineralstein.
F2 stellt sechs Bänke à 1040 mm und zwei à 592 mm, zwei Schubladenkühlschränke, zwei klappbare Tische mit elektrischer Höhenverstellung und Polsterauflage bereit. Alles kommt mit Abdeckung, Zugang zum Lagerraum öffnet elektrisch.
Fjord nennt noch keine Preise. Die Weltpremiere findet im September 2026 auf dem Cannes Yachting Festival statt. Danach folgen Genua im Oktober, Barcelona im Oktober und Fort Lauderdale im Oktober/November 2026.
Die Werft hat die Konfigurationszeit nach eigenen Angaben um 70 Prozent reduziert. Viele häufig gewählte Optionen sind jetzt Standard. Die Navigationspakete fassen mehrere Einzeloptionen zusammen. Die Innenraumgestaltung läuft über zwei Grundstile, die sich in fünf Schritten konfigurieren lassen.

Stellvertretender Chefredakteur YACHT
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