Nimbus 495 CoupeKeine Flybridge, dafür mehr Licht

Jan-Ole Puls

 · 13.02.2026

Die neue Nimbus 495 Coupé.
Foto: Nimbus
Nimbus erweitert die 495-Baureihe um eine Coupé-Variante. Das geschlossene Modell verzichtet auf die Flybridge und richtet sich an Eigner, die längere Zeit an Bord verbringen und Wert auf Innenraum statt Oberdeck legen. Auslieferungen beginnen 2027.

Die Nimbus 495 Coupé basiert auf der gleichen Plattform wie die bereits erhältliche 495 Flybridge. Während die Flybridge-Version ein zusätzliches Steuerdeck auf dem Dach bietet, verzichtet die Coupé-Variante darauf. Stattdessen nutzt sie den gewonnenen Platz für mehr Licht im Salon und zusätzliche Funktionen im Innenraum. Die Werft präsentierte das Modell digital zur Boot Düsseldorf 2026.

Unterschiedliche Konzepte für unterschiedliche Nutzer

Laut Jonas Göthberg, Commercial Director bei Nimbus Schweden, sprechen beide Versionen verschiedene Käufergruppen an. Coupé-Eigner würden auch dann keine Flybridge kaufen, wenn es keine geschlossene Alternative gäbe. Sie bevorzugen geschützte Räume und messen ihre Törns in Wochen statt Wochenenden. Die Flybridge steht für mehr Wartung und eine andere Art, das Boot zu nutzen.

Mehr Licht durch größeres Glasdach

Ohne die Flybridge-Struktur bietet die 495 Coupé ein deutlich größeres Glasdach über dem Salon. Natürliches Licht fällt dadurch großzügiger in den Innenraum. Für südliche Regionen oder Nordamerika hat Nimbus ein elektrisches Sonnensegel entwickelt. Es fährt per Knopfdruck über dem Glasdach aus und spendet Schatten, während die Fenster zur Belüftung geöffnet bleiben können. Die Kombination aus viel Licht und Sonnenschutz ist für die Werft neu.

Größere Kombüse und praktischer Stauraum

Auf der Flybridge-Version führt backbord eine Treppe zum Oberdeck. Dieser Platz steht bei der Coupé der Pantry zur Verfügung. Die Arbeitsfläche fällt dadurch größer aus, zwei Personen können gleichzeitig arbeiten. Zusätzlich bietet die Coupé einen Schrank am Achterdeck für nasse Kleidung und Segelstiefel. Wo bei der Flybridge die Treppe beginnt, entsteht so ein separater Stauraum für Ausrüstung.

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Mahagoni als Innenraum-Option

Neben der Standardausstattung bietet Nimbus für die 495 Coupé eine Mahagoni-Variante an. Zusammen mit einem Eichenboden und abgestimmten Polstern entsteht eine wärmere Atmosphäre. Die Werft greift damit die klassische Optik früherer Coupé-Modelle auf.

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Zusätzliche Solarpanels und Dachstauraum

Das freie Dach ermöglicht die Installation weiterer Solarpanels. Sie reichen nicht aus, um energieintensive Systeme wie Klimaanlagen dauerhaft zu betreiben, verlängern aber die Zeit ohne Generator beim Ankern. Der vertiefte Bereich um den klappbaren Mast bietet Platz für Rettungsinseln, Stand-up-Paddleboards oder Schlauchboote.

Niedrige Durchfahrtshöhe für Kanäle und Flüsse

Mit eingeklapptem Mast erreicht die 495 Coupé eine Durchfahrtshöhe von unter 3,5 Metern. Damit kann sie europäische Kanalsysteme, Flüsse und Schleusen passieren. In Nordamerika ermöglicht diese Höhe die Great Loop, eine Rundfahrt durch die östlichen Bundesstaaten über Binnengewässer. Eine verkürzte Badeplattform reduziert die Gesamtlänge auf unter 14 Meter, was in vielen Häfen und bei Zulassungen relevant ist.

Bedienung durch den Eigner

Joacim Gustavsson, Chefdesigner bei Nimbus, betont die Auslegung für Eigner ohne Crew. Sichtlinien, die Position der Seitentür und die Steuerungssysteme unterstützen die Einhand-Bedienung. Das Joystick-System, die Andockhilfe und das Dynamic Positioning System (automatische Positionshaltung durch GPS und Motoren) ermöglichen präzises Manövrieren. Das breite Seitendeck an Steuerbord und hohe Reling erleichtern die Bewegung an Bord.

Erfahrungen von Flybridge-Eignern

Erste Eigner der 495 Flybridge berichten von einfacher Handhabung. Ein Käufer, der von einem neun Meter langen Boot aufgestiegen ist, ließ sich zunächst von einem Instruktor einweisen. Nach wenigen Monaten beherrschte er das Schiff sicher. Die Systeme würden Stress beim Manövrieren reduzieren. Eigner schätzen die räumliche Verbindung zwischen Steuerstand, Kombüse und Salon durch das gebogene Heckglas und die breite Seitentür. Drei Viertel der bisherigen Käufer sind Familien mit Kindern.

Konstruktion und Rumpf

Die 495 Coupé nutzt den gleichen Rumpf wie die Flybridge-Version. Er besteht aus vakuuminfundiertem Laminat mit Divinycell-Kern, was ein günstiges Verhältnis von Festigkeit zu Gewicht ergibt. Vier strukturelle Schotten, ebenfalls vakuuminfundiert mit Kernmaterial, versteifen den Rumpf. Die Konstruktion soll Verwindungen verhindern und Geräusche in bewegter See reduzieren. Das Verdrängergewicht liegt bei etwa 19.000 Kilogramm.

Antrieb und Ausstattung

Zwei Volvo Penta IPS650 mit je 240 PS (insgesamt 480 PS aus zwei D6-Motoren) treiben die 495 Coupé an. Das IPS-System (Inboard Performance System) kombiniert Dieselmotoren mit schwenkbaren Antriebspods unter dem Rumpf. Die Kraftstofftanks fassen 1.700 Liter, der Frischwassertank 520 Liter und der Fäkalientank 170 Liter. Das Boot bietet drei Kabinen: eine Eignerkabine achtern, eine VIP-Kabine im Bug und eine Gäste- oder Mehrzweckkabine an Steuerbord. Die CE-Kategorie B erlaubt Fahrten bis Windstärke 8 und Wellenhöhen bis vier Meter.

Verfügbarkeit und Präsentation

Nimbus zeigt zur Boot Düsseldorf 2026 eine 495 Flybridge am Stand. Das Designteam steht für Gespräche über die Coupé-Variante zur Verfügung. Kundenauslieferungen starten 2027. Spezifikationen und Konfigurationen sind über Nimbus-Händler oder die Website nimbusboats.com erhältlich.

Technische Daten:

  • CE-Kategorie: B
  • Länge über alles: 14,9 Meter
  • Länge mit kurzer Plattform: unter 14 Meter
  • Rumpflänge: 13,7 Meter
  • Breite: 4,60 Meter
  • Tiefgang: 1,20 Meter
  • Durchfahrtshöhe (Mast eingeklappt): unter 3,5 Meter
  • Verdrängung: ca. 19.000 Kilogramm
  • Kraftstoff: 1.700 Liter
  • Frischwasser: 520 Liter
  • Fäkalientank: 170 Liter
  • Kabinen: 3 (Eigner achtern, VIP vorn, Gast/Mehrzweck steuerbord)
  • Antrieb: 2 x Volvo Penta IPS650 (D6, gesamt 480 PS)

Mehr Infos zur Werft, gibt es Hier!


Jan-Ole Puls

Jan-Ole Puls

Redakteur Test & Technik

Ole Puls wuchs auf Jollen und Dickschiffen auf und kam so früh mit dem Segeln in Berührung. Nach der Schule absolvierte er eine Ausbildung zum Bootsbauer im Bereich Hightech-Kohlefaserbau. Seit 2022 ist er im Ressort Test & Technik tätig. Zu seinen Aufgaben zählen Bootstests von Motorbooten aller Art sowie praxisnahe Technikthemen. Die Sommer verbringt er auf dem Wasser und meist auf der Ostsee oder Schlei.

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