Numarine 27XPErste Bilder des neuen Explorers

David Ingelfinger

 · 27.05.2026

Die erste Numarine 27XP wurde in der Türkei an einen Eigner übergeben, der zuvor ein kleineres Modell der Werft besaß.
Foto: Kerem Sanliman
Die türkische Werft Numarine hat die erste Einheit ihrer neuen 27XP in Istanbul an den Eigner übergeben. Noch vor dem offiziellen Messedebüt auf dem Cannes Yachting Festival wurden bereits fünf Schiffe dieser Baureihe verkauft. Wir waren an Bord.

Die Werft reagiert mit dem neuen Modell nach eigenen Angaben auf die anhaltende Nachfrage nach kompakten Hochseeyachten unter 30 Metern Länge. Die 27XP wurde als direkter Nachfolger der erfolgreichen 26XP-Plattform entwickelt, soll jedoch mehr Platz für lange Aufenthalte an Bord mitbringen.

Vergrößerte Plattform mit flexibler Kabinenaufteilung

Bei der Numarine 27XP kann zwischen zwei Layout-Varianten gewählt werden: einer Konfiguration mit vier oder einer mit fünf Gästekabinen. Insgesamt finden zehn Gäste und eine Vier-Personen-Besatzung Platz in der Superyacht. Die Master-Suite auf dem Unterdeck nutzt die gesamte Schiffsbreite und bietet eine begehbare Garderobe. Sowohl in der Fünf-Kabinen-Ausführung als auch in der kleineren mit vier Kabinen gibt es die Option, eine VIP-Suite auf dem Hauptdeck im Vorschiff einzurichten. Großflächige Fensterfronten bringen natürliches Licht in den Salon und sollen eine direkte Verbindung zum Außenbereich schaffen.

Auf dem Oberdeck der 27XP befindet sich eine großzügige Flybridge, die neben einem zweiten Steuerstand auch feste Liegeflächen und einen Essbereich bietet. Einen weiteren Sitzbereich gibt es auf dem Vorderdeck, der als kleiner privater Rückzugsort gestaltet wurde. Während die Flybridge primär für Gruppen konzipiert ist, soll die Sitzbank am Vorschiff eine Alternative zum exponierten Achterdeck bieten.

Blauwasseryacht mit Ausdauer

Das Standard-Paket mit zwei MAN-Motoren mit jeweils 560 PS ist auf hohe Effizienz und eine Marschgeschwindigkeit von zwölf Knoten ausgelegt und hat einen Kraftstoffvorrat von 11.000 Litern. Das ist ideal für Eigner, die mal eine längere Tour machen wollen, ohne anzulanden.

Für den Strombedarf vor Anker nutzt die Werft ein gemeinsam mit dem Hersteller Sleipner entwickeltes 48-Volt-System. Das kombiniert eine Lithium-Eisenphosphat-Batteriebank mit einer Kapazität von 92,8 Kilowattstunden mit Solarzellen auf dem Hardtop, die eine Leistung von 5,6 Kilowatt bringen. Das Bordsystem soll durch die höhere Spannung der Anlage effizienter werden, was auch längere Zeiträume ohne den Einsatz eines Dieselgenerators ermöglichen soll.

Wie gefällt Ihnen dieser Artikel?

Laut Herstellerangaben kann man mit der 27XP bei acht Knoten Fahrt rund 2.200 Seemeilen zurücklegen. Mit einem Tiefgang von 2,12 Metern können dabei auch flachere Gewässer angefahren werden. Mit Höchstgeschwindigkeiten ist aber nicht zu rechnen: Im Maximum schafft die 27XP nur 13,5 Knoten. Mit einer ähnlichen Philosophie baute die türkische Werft auch die MXP40 und die XP45. Beide Yachten verfügen über eine hohe Reichweite, kommen aber nicht über 20 Knoten in der Spitze.

Stille Fahrt

Das Design der Numarine stammt von Can Yalman, während Umberto Tagliavini den Verdrängerrumpf entwarf. Klare Linien und gezielte Holz-Akzente ziehen sich durch das gesamte Innendesign. Ein spezielles Akustik-Paket soll Vibrationen und Lärm während der Fahrt minimieren und den Komfort erhöhen. Flossenstabilisatoren sollen dafür sorgen, dass die Yacht auch vor Anker ruhig liegt. Das Heck bietet zudem genug Platz für ein Beiboot und zusätzliche Ausrüstung.


​Technische Daten

  • Gesamtlänge: 26,97 m
  • Breite: 6,90 m
  • Tiefgang: 2,12m
  • Frischwassertank: 2.000 l
  • Motoren: 2 x MAN D2676 LE 438 560bhp (412Kw) @ 2100 rpm Medium Duty IMO TII
  • Topspeed: 13,5 Knoten
  • Reisegeschwindigkeit: 12 Knoten
  • Reichweite: 2.200 nm bei 8 Knoten Fahrt

Das könnte Sie auch interessieren:


Weit entfernt von den Küsten im Rhein-Main-Gebiet aufgewachsen, fand David Ingelfinger erst im Alter von elf Jahren auf den niederländischen Gewässern zum Segelsport. Was als Familienurlaub ohne großartige Vorkenntnisse begann, mündete in einer steilen Lernkurve, aus der die dauerhafte Leidenschaft fürs Segeln entsprang. Seine praktischen Erfahrungen festigte er über die Jahre mit dem Erwerb des SKS und zahlreichen Meilen als Skipper auf Charteryachten im Ijsselmeer, der Nordsee sowie im Mittelmeer. Nach seinem Studium der Publizistik schlägt er nun die Brücke zwischen dem journalistischen Handwerk und der Praxis auf dem Wasser und bringt seine Begeisterung für den Sport als Volontär in die Redaktion der YACHT ein.

Meistgelesen in der Rubrik Boote