Die Zeit rast. Das zeigt auch dieses Beispiel aus Italien. Vor bereits neun Jahren sorgte Cantiere del Pardo mit der damals bahnbrechenden Pardo 43 für Furore. Der markant gestylte Weekender machte den negativen Steven salonfähig und gewann mit dem für den Mittelmeerraum perfekt geschnittenen Cockpit- und Interieur-Layout mehr als 300 Kunden für sich. Die Bootsbauer aus Forlì wollen an diesen Erfolg anknüpfen und planten eine Evolution der Revolution. Die Linien und das Exterieur-Styling legten sie in die Hände des Studios Zuccheri Yacht Design aus Bologna, das moderne Interior entwarf das Nauta-Team um Massimo Gino und Luca Pedol.
Cantiere del Pardo ließ einen neuen Rumpf konstruieren, den erstmals je zwei Fenster pro Flanke durchziehen. Dem Walkaround-Konzept blieb man treu, setzte jedoch eine lange Liste an Neuerungen um, die es lohnt, im Detail zu beleuchten. Wer römisch-katholisch über die hydraulisch ausfahrbare Gangway an Bord gelangt, kommt im neu gestalteten Cockpit an. Die XL-Sonnenliege am Heck wurde verlängert, der davor gelegene Tisch lässt sich ausklappen und ist der perfekte Ort für ein leichtes Sommer-Lunch. Ein in das Hardtop integriertes und elektrisch ausfahrbares Bimini beschattet den Bereich auf Knopfdruck. Ist der Tisch heruntergefahren, lässt sich mit wenigen Handgriffen und Extrapolstern die Liegefläche bis zur Outdoor-Pantry vergrößern – so findet problemlos die ganze Familie Platz.
Die aus Kohlefasern laminierten Hardtop-Stützen sind strukturell mit der gehärteten und nach hinten verlängerten Windschutzscheibe verbunden, was nicht nur optisch ansprechend wirkt, sondern auch die Gesamtsteifigkeit des Gleiters erhöht. Die Belüftung des Motorenraums wanderte erstmals nach außen, was den Cockpit- und Loungebereich unter Fahrt deutlich leiser macht. Stauraum für Tauch- und kleine Wassersportausrüstung befindet sich unter der Liege, auf der hydraulisch absenkbaren Badeplattform parkt bei Bedarf ein Beiboot.
Die Außenküche mit Induktionskochfeld, Spüle, Kühlschrank und großer Arbeitsfläche füllt den Raum zwischen den weit auseinanderliegenden T-Top-Stützen und trennt den Cockpitbereich vom modernen Steuerstand, den drei große Multifunktionsdisplays von Garmin dominieren. Über die Bildschirme und die dahintergeschaltete Schnittstelle lassen sich alle technischen Bootsdaten einsehen und regeln sowie Beleuchtung und Lautsprecher ansteuern. Das Grundeisen fährt auf Knopfdruck und hydraulisch aus einer Tasche im steilen Steven, eine digitale Ankerketten-Kontrolle am Steuerstand macht Ankern zum Kinderspiel. Wie bei IPS-Antrieben üblich, lassen sich die Motoren wahlweise mit Kommandogeber oder Joystick dirigieren. Die intuitive Steuerung über den Joystick bietet sich vor allem in engen Hafenbecken an.
Auch im Loungebereich am Bug hat sich einiges getan. Hier entschied sich die Werft für eine in Fahrtrichtung ausgerichtete Bank für zwei Personen vor der Liegewiese. Besonders im Cruising-Modus ein herrlicher Platz – bei einer Reisegeschwindigkeit von 20 Knoten sollte man allerdings den Sonnenhut gut festhalten. Beim Decksbelag hat der Eigner eine ganze Bandbreite an Auswahlmöglichkeiten. Vom Teakdeck (Testboot) mit grauen oder schwarzen Fugen bis hin zu vielfältigen Flexiteek-Optionen ist alles machbar.
Obwohl die Pardo 43 primär für kurze Wochenend-Törns konzipiert wurde, schlägt der Konfigurator nun zahlreiche Extras vor, die den Komfort an Bord weiter verbessern. Die Dometic-Klimaanlage kühlt jetzt sowohl das Cockpit als auch das Interieur einschließlich des Badezimmers. Stabilisatoren von Seakeeper oder Quick sorgen für mehr Komfort unter Anker und für eine stabilere Fahrt. Selbstverständlich lässt sich eine Starlink-Antenne unauffällig auf dem T-Top installieren, sodass die mitreisende Jugend auch aus entlegenen Buchten Highspeed-Datenraten abrufen kann.
Für das Interieur gibt es zwei Layout-Varianten: eine mit Doppelkabine achtern und Eignersuite mit Doppelbett und eigenem Bad im Bug oder eine Bug-Dinette mit U-förmiger Sitzbank (Testboot), die leicht in ein komfortables Doppelbett umgewandelt werden kann. Massimo Gino, Co-Gründer von Nauta Design, erklärt das neue Interieurkonzept: „Der Hauptunterschied zur alten Pardo 43 besteht darin, dass wir alle Innenflächen mit einem Finish behandelt haben. Es gibt keine frei liegenden GFK-Flächen mehr, alles wurde mit Stoff und Leder verkleidet, was ein deutlich eleganteres Raumgefühl erzeugt. Zudem setzten wir auf indirektes Licht am Boden und an den Wänden, was für ein offenes und einladendes Ambiente sorgt.“
Wie fährt sie nun, die Evolution? Mit den 960 PS Leistung aus zwei Volvo-Maschinen verlässt der elf Tonnen verdrängende Gleiter mit Leichtigkeit sein eigenes Wellensystem und geht bei elf Knoten in Gleitfahrt über. Die Trimmunterstützung in Form eines Interceptorsystems arbeitet automatisch und abhängig von Drehzahl und Geschwindigkeit. Die Pardo 43 bügelt bei Turns unter Volllast dank des scharfen und negativen Deep-V-Stevens sanft durch die von ihr erzeugte Welle. An den Liegeplatz im vollen Hafen von Saint-Tropez geht es behutsam mit zwei Fingern am Joystick. So einfach kann Bootfahren sein!
Klimaanlage, Echolot, Unterwasserbeleuchtung, Soundsystem, Volvo Penta IPS 500 mit Joystick-Steuerung, Interceptor, Steuerstand mit 3 MFDs von Garmin.
Der GFK-Sandwich-Rumpf entsteht im Vakuuminfusionsverfahren mit Vinylesterharz, das T-Top wird ebenfalls unter Vakuum aus Carbon laminiert.
| Drehzahl U/min | Geschwindigkeit kn | Geschwindigkeit km/h | Verbrauch l/h | Reichweite sm | Reichweite km | Lautstärke dB(A) |
| 600 | 4,4 | 8,14 | 7,33 | 663 | 1228 | 58 |
| 1.000 | 6 | 11,11 | 16,67 | 398 | 737 | 65 |
| 1.500 | 9,1 | 16,85 | 48,87 | 206 | 381 | k. A. |
| 1.750 | 10,2 | 18,89 | 71,74 | 157 | 291 | k. A. |
| 2.000 | 15,5 | 28,70 | 134,89 | 127 | 235 | k. A. |
| 2.250* | 18,9 | 35 | 157,7 | 133 | 246 | k. A. |
| 2.500 | 22,6 | 41,85 | 196,69 | 127 | 235 | 77 |
| 3.000 | 29,5 | 54,62 | 256,76 | 206 | 235 | k. A. |
| 3.780 | 36,9 | 68,33 | 375,81 | 157 | 201 | 82,7 |
Die neue Pardo 43 richtet sich an Eigner, die ein stilvolles, leistungsstarkes Dayboat suchen, das intuitiven Fahrspaß mit einem flexiblen Layout für die ganze Familie verbindet. Mit ihrer über- zeugenden Mischung aus Tradition und Innovation setzt sie einen neuen Standard für Walkaround-Weekender.
Steife GFK/CFK-Konstruktion
Effiziente Rumpfform
Durchdachtes Layout
Kompakter Motorenraum
Sportlich, dynamisch
Reaktiv am Lenkrad
Hafenmanöver dank Joystick intuitiv
Souverän in Kurven
Recht laut unter Volllast
Modernes Design
Durchdachtes und flexibles Kabinenlayout
Gute Ausbauqualität
Keine Pantry im Interieur
Steuerstand herausragend
Anker in Bugtasche
Leistungsstarkes Soundsystem
Elektrisches Bimini
Die Invictus TT460 ist ein italienisches Walkaround-Dayboat mit IPS‑Antrieben, Hardtop, großzügigen Decks und hochwertigem Interieur für stilvolle Tagesausflüge oder Cruising. Preis: 973.000 €
Der markant-kantige 15-Meter-Weekender bietet offene Decks, große Liegeflächen, T-Top, ein flexibles Interieur-Layout und setzt auf IPS-Antrieb für maximal 34 Knoten. Preis: 1.344.000 €
Auf der Schwedin reist die ganze Familie mit. Sie bietet große Sonnenliegen und ein komfortables, aber kompaktes Interieur. Mit IPS-Antrieben oder Außenbordern erhältlich. Sie wurde mit dem Preis “European Powerboat of the Year” ausgezeichnet. Preis: 1.057.000 €