Pardo GT 65Zwischen den Schwestern

Jan-Ole Puls

 · 14.10.2026

Die neue Pardo GT 65.
Foto: Gianluca Naphtalina Camporesi
​Als Lückenfüller zwischen der GT 52 und dem größten Modell des italienischen Herstellers, der GT 75, wurde die Pardo GT 65 entwickelt. Eigentlich war sie für 2025 angekündigt. Aus werftinternen Gründen hat das nicht geklappt, und so ist sie diese Jahr auf dem Cannes Yachting Festival 2026 endlich vorgestellt.

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Die Lücke zwischen den beiden Schwestern füllt die neue Pardo GT 65 gut aus. Mit 20,14 Metern Länge über alles und 5,65 Metern Breite liegt sie genau dazwischen. Zwei Volvo IPS 1200 sind Standard, optional gibt es die IPS 1350. Und sie zeigt den beiden Großen, wo es langgeht: Knapp zehn Boote sind schon verkauft, nicht mal einen Monat nach der Vorstellung. Das kann sich sehen lassen.

Die GT-Linie

Die GT-Reihe von Pardo erkennt man laut Werft vor allem am leicht negativ gekippten Bug und an einfachen, klaren Linien. Alle Modelle haben außerdem ein mittig verbautes Deckshaus. Der Erfolg gibt der Werft recht: Von der GT 52 wurden in den letzten vier Jahren über 50 Stück verkauft, von der GT 75 sind es 20 Exemplare in zwei Jahren. Das muss man erst einmal nachmachen. Für Linien und Layout zeichnet Nauta Design verantwortlich, die Rumpfkonstruktion kommt von Zuccheri Yacht Design.

Salon und Pantry

Auf dem Hauptdeck setzt Pardo auf den sogenannten Infinity Saloon. Die große Heckverglasung lässt sich öffnen, ein Teil schiebt zurseite, der andere kippt elektrisch nach oben. Der Salon ist hell gestaltet und mit viele Sitzflächen angeordnet. Die Pantry ist etwas sehr besonderes auf dem Boot. Sie liegt eine halbe Ebene tiefer, bleibt aber offen zum Salon. Wer kocht, steht also nicht abseits. Die L-förmige Küche ist aus Dekton gefertigt.

Kabinen und Cockpit

Unter Deck gibt es drei Kabinen und drei Bäder, sechs Kojen plus Crew. Die Eignerkabine liegt im Bug über die volle Breite, so weit wie möglich von den Motoren entfernt. Die VIP-Kabine befindet sich Mittschiffs. Etwas besonderes auch hier: Im Bad, ist ein elektrisch verschiebbarer Spiegel verbaut. Er gibt entweder die Sicht nach außen, durch ein Rumpffenster frei oder auf sich selbst - ein cooles Gimick, wie wir finden.

Erster Eindruck aus Varazze

Beim Test in Varazze, Italien, musste sich das Boot bei hoher Welle, viel Regen und zeitweise böigem Wind beweisen. Eins können wir vorwegnehmen: Auch wenn das absolut nicht das Wetter ist, wofür das Boot gebaut wurde, hat es sich mit Bravur geschlagen. Man fühlte sich jederzeit sicher, und der Rumpf durchschnitt die Wellen problemlos. Klar, um in der Ankerbucht zu liegen, war das kein Wetter, aber um zu schauen, was das Boot kann, war es genau richtig.


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Jan-Ole Puls

Jan-Ole Puls

Redakteur Test & Technik

Ole Puls wuchs auf Jollen und Dickschiffen auf und kam so früh mit dem Segeln in Berührung. Nach der Schule absolvierte er eine Ausbildung zum Bootsbauer im Bereich Hightech-Kohlefaserbau. Seit 2022 ist er im Ressort Test & Technik tätig. Zu seinen Aufgaben zählen Bootstests von Motorbooten aller Art sowie praxisnahe Technikthemen. Die Sommer verbringt er auf dem Wasser und meist auf der Ostsee oder Schlei.

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