Sargo 36Erster Eindruck des finnischen Taschenmessers

Jan-Ole Puls

 · 29.09.2024

Die Sargo 36 "Flyer" in der Seitenansicht
Foto: Ole Puls
Sargo, früher bekannt als Minor Offshore, ist eine finnische Werft, die sich auf robuste Allwetter-Sportboote spezialisiert hat. Gegründet 1967, baut das Unternehmen Boote zwischen 25 und 45 Fuß, die nicht nur an der finnischen Küste, sondern auch darüber hinaus sehr beliebt sind. Die Sargo-Boote zeichnen sich durch ihre außergewöhnliche Seetüchtigkeit aus, insbesondere bei wechselhaftem Wetter, und gelten als ideale Begleiter für raue Bedingungen.

Das klang für uns vielversprechend für eine Testfahrt. Bei der Auswahl des richtigen Modells standen wir allerdings vor der Frage: „Welches stellt man am besten vor?“ Die brandneue 45-Fuß-Variante wäre eine naheliegende Wahl gewesen – und wir werden sie sicherlich bald testen –, aber dieses Mal entschieden wir uns für ein Modell, das etwas mehr in der Mitte der Reihe liegt. Die 36-Fuß-Version war unsere Wahl.

Zwar sind diese Boote schon seit einigen Jahren auf dem Markt, aber sie sind nach wie vor bestellbar und sehr gefragt. Besonders interessant an diesem Test war, dass wir die Gelegenheit hatten, ein Eigner-Schiff zu fahren. Für uns bot dies die perfekte Möglichkeit, den Test unter realistischen Bedingungen durchzuführen und gleichzeitig das Eigner-Paar nach ihrer Meinung zu ihrem „Schätzchen“ zu fragen. Es ist immer spannend, direkt von den Besitzern zu hören, was sie an ihrem Boot besonders mögen und welche Erfahrungen sie gemacht haben.

Also ab nach Strande. Am Steg 7 angekommen, wartet auf uns ein hellgrauer Sargo-Rumpf, der in unseren Augen sehr gut zu dem weißen Deck und der schwarz eloxierten Reling passt. Ebenfalls fällt das nach vorne langgezogene Dach auf. Dadurch stehen die Scheiben in einem positiven Winkel, was mehr Platz im Innenraum, aber auch ein besseres Ablaufen des Wassers von den Scheiben ermöglicht. Merkmale, die immer beliebter werden und perfekt für das nordeuropäische Wetter sind.

An Bord der Sargo 36

Über den serienmäßigen Sargo-Bugtritt gelangen wir an Bord und sind überrascht von dem hohen Schanzkleid. Ganze 80 Zentimeter messen wir später. Das Gangbord mit rund 40 Zentimetern Breite ist ideal, um sich zu bewegen. Man fühlt sich sofort sicher und geschützt. Durch die Backbordtür gehen wir in die geräumige Kabine. Die Dekore sind aus hellem Holz gefertigt, was den Innenraum angenehm hell macht. Wahlweise steht auch ein Teakholz-Dekor zur Verfügung. Ein Fahrstand für zwei Personen ist an Steuerbord eingebaut. Hier findet sich alles, was man zum Fahren und Navigieren benötigt. Außerdem sind zwei Sitze mit Luftfederung eingebaut. Diese sind gemütlich und funktionieren im späteren Test gut. Man muss sich allerdings daran gewöhnen, dass sich nicht nur das Boot in den Wellen bewegt.

Hinter dem Steuerstand befindet sich eine erhöhte Sitzecke mit Tisch. Dieser kann abgesenkt und in ein zusätzliches Bett umgebaut werden. Auf der gesamten Backbordseite befindet sich die Pantry mit Spüle, Backofen und viel Stauraum. Wahlweise könnte hier auch ein dritter Sitz ausgewählt werden. Auf diesem Boot wurde jedoch der Stauraum bevorzugt.

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Den gesamten Test der Sargo 36 könnt ihr demnächst hier oder im Magazin lesen.


Jan-Ole Puls

Jan-Ole Puls

Redakteur Test & Technik

Ole Puls wuchs auf Jollen und Dickschiffen auf und kam so früh mit dem Segeln in Berührung. Nach der Schule absolvierte er eine Ausbildung zum Bootsbauer im Bereich Hightech-Kohlefaserbau. Seit 2022 ist er im Ressort Test & Technik tätig. Zu seinen Aufgaben zählen Bootstests von Motorbooten aller Art sowie praxisnahe Technikthemen. Die Sommer verbringt er auf dem Wasser und meist auf der Ostsee oder Schlei.

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