Swan ArrowFestival der Formen auf 23 Metern

Sören Gehlhaus

 · 30.08.2024

Die erste Swan Arrow kam bei Sanlorenzo in La Spezia ins Nass. Die finnische Werft und die Italiener machen demnächst gemeinsame Sache
Foto: Maurizio Paradisi / Nautor Swan
Nautor ließ die erste Swan Arrow bei Sanlorenzo in La Spezia zu Wasser und lieferte einen Vorgeschmack auf den Schulterschluss der beiden Top-Marken. Die effizienten wie ansprechenden 23-Meter-Linien entwickelte der Finne Jarkko Jämsén

Ganze 55 Jahre mussten ins Land gehen, ehe Nautor Swan die erste Yacht ohne Mast und Segel vorstellte. Die Werft von Weltruf wurde 1966 im finnischen Pietarsaari gegründet und ist seit 1999 im Besitz von Leonardo Ferragamo. Der italienische Mode-Unternehmer und begeisterte Segler gab 2021 den Anstoß für die Swan Shadow, das erste Motormodell der Werftgeschichte. Für das zweite, die Swan Arrow, legten die Italo-Finnen einen Lüa-Sprung um zehn Meter hin. Gebaut werden die Motorschwäne nicht in Finnland, die 23,20 Meter lange Swan Arrow kam am Sanlorenzo-Standort in La Spezia in ihr Element. Nicht von ungefähr. Anfang August hatten Nautor Swan und Sanlorenzo ihre Fusion bekanntgegeben.

Die unverkennbaren Swan-Linien schuf, wie schon für die Shadow, der Finne Jarkko Jämsén. Charakteristisch ist der hohe Anteil an Konkaven im Rumpf, wohingegen der Aufbau geradlinig wie ein Loft daherkommt. Ihn umgibt ein Walkaround-Deck, das die Delta-Form des Rumpfes nachempfindet. Ein breites Mahagoni-Bord schließt das Schanzkleid nach oben ab.

Beinahe sieben Meter breites Heck

Die Arrow läuft im Heck mit einer maximalen Breite von 6,90 Metern aus. Dieser ohnehin erstaunliche Wert erhöht sich achtern um gut zwei Meter, wenn die Schanzkleider sich auf beiden Seiten in die Horizontale begeben und eine 50 Quadratmeter große Freifläche erzeugen. Jämsén dazu:

„Wenn wir über eine Segelyacht nachdenken, ist es wichtig, dass wir die meiste Zeit draußen auf dem Meer verbringen. Ich glaube, das ist es, was die Menschen zunächst zum Segeln hinzieht. Diese Ideologie und natürlich der mediterrane Lebensstil waren die erste Inspiration für das Konzept. Wir wollten das Gefühl und die Freude, auf dem Wasser und in der freien Natur zu sein, maximieren und haben dies mit allen Annehmlichkeiten einer Motoryacht kombiniert.“

Den 43-Tonner ließ Nautor aus GFK und Kohlefasern laminieren. Designer Jarkko Jämsén ist auch Konstrukteur und bekannt für seine effizienten Risse; den Rumpf durchziehen eine ausgeprägte Kimmkante unten und eine abgeschwächte darüber. Baunummer 1 „Solleone“ erhielt die Top-Motorisierung aus drei Diesel-Aggregaten von Volvo Penta, die jeweils mit bis zu 735 Kilowatt auf IPS-Einheiten wirken. Damit sollen 40 Knoten und mit der standardmäßigen Doppelmotorisierung 30 Knoten in der Spitze erreicht werden.

Option auf eine dritte Gästekabine

Unter Deck zeigt sich ein Zwei-Kabinen-Layout mit Eignersuite mittschiffs, das auf Wunsch um eine kleine dritte Kabine ergänzt wird. Dann muss steuerbords die Lounge weichen. Obligat ist die Pantry an Backbord und die Crewkabine für zwei Personen in der Vorpiek.

„Solleone“, so heißt bereits eine Swan 115, die für Leonardo Ferragamo entstand. Der Präsident von Nautor Swan drückte zum Stapellauf der Motor-„Solleone“ seine Begeisterung aus: „Die Swan Arrow im Wasser zu sehen, hat meine Perspektive verändert. Nachdem ich sie monatelang in der Werft beobachtet habe, kann ich wirklich nachvollziehen, dass sie das Engagement von Nautor Swan für die Weiterentwicklung des Yachtdesigns demonstriert und gleichzeitig das zeitlose Erbe ehrt, das die Nautor-DNA von Eleganz, Leistung, Qualität und Zuverlässigkeit perfekt verkörpert.“

Nautor stellt die Swan Arrow auf den anstehenden In-Water-Messen in Cannes und Genua aus.


Artikel teilen:
Sören Gehlhaus

Sören Gehlhaus

Stellvertretender Chefredakteur BOOTE EXCLUSIV

Sören Gehlhaus wurde 1981 in Berlin geboren und besegelte auf Jollen die Unterhavel, in den Ferien den Ratzeburger See und die Ostsee auf „Dickschiffen“. Zeitgleich mit dem Beginn des Studiums in Lübeck trat 2001 das Kitesurfen auf den Plan, und die intensive Ausübung des neuen Sports sorgte für den beruflichen Schwenk zum Journalismus. Nach Volontariat beim b&d Verlag in Hamburg folgten viele Jahre der redaktionellen Arbeit für ein Kitesurf-Magazin und 2018 der Wechsel zu BOOTE EXCLUSIV.

Meistgelesen in der Rubrik Boote