Die Targa 37 gehört seit Jahren zu den etablierten Modellen im Segment der wetterfesten Motorboote. Nun präsentiert die finnische Werft Botnia Marin eine komplett neue Version. Anders als bei früheren Überarbeitungen handelt es sich nicht um ein Facelift, sondern um eine Neuentwicklung. Der Rumpf wurde neu konstruiert, das Interieur umfassend überarbeitet. Die Werft verspricht dabei, den charakteristischen Stil beizubehalten, während moderne Details ergänzt werden sollen. Das Interieur sieht dabei stark ähnlich zur großen Schwester, der 41er aus.
Die neue Targa 37 misst 12,55 Meter in der Länge über alles, die Rumpflänge beträgt 11,42 Meter. Die Breite wurde auf 3,75 Meter vergrößert. Diese Verbreiterung soll laut Hersteller mehr nutzbaren Raum schaffen und die Stabilität erhöhen. Der Tiefgang liegt bei 1,10 Meter, das Gewicht bei rund 9.000 Kilogramm. Der Treibstofftank fasst 1.350 Liter, der Frischwassertank 250 Liter. Ein Warmwasserboiler mit 40 Liter Volumen gehört zur Standardausstattung.
Die Pantry wurde vergrößert und umfasst serienmäßig einen Wassertank, eine Spüle, einen Gaskocher und eine Mikrowelle mit 230 Volt Anschluss. Ein Edelstahl-Kühlschrank mit 85 Liter Fassungsvermögen gehört ebenfalls zur Grundausstattung.
Das Unterdeck bietet zwei verschiedene Grundrissvarianten. In der Achterkabine sorgt ein großes Rumpffenster mit zu öffnendem Bullauge für Tageslicht. Im Vorschiff kann, wie auch bei anderen Modellen der Werft, zwischen einer Doppelkoje und einer V-Koje gewählt werden. Beide Kabinen verfügen über eine eigene Nasszelle mit elektrischer Seewasserspülung. Die Achterkabine ist zusätzlich mit einer Dusche ausgestattet, die durch Glastüren abgetrennt wird. LED-Bodenbeleuchtung ist in allen Kabinen und im Pilothouse Standard.
Das geschlossene Pilothouse bildet das zentrale Element des Konzepts. Es ermöglicht wettergeschütztes Fahren und bietet Rundumsicht durch große Fensterflächen. Sonnenschutzvorhänge für die Frontscheibe und Türen sowie Vorhänge für die seitlichen und achteren Fenster gehören zur Serienausstattung. Drei Dachluken mit Sonnenschutz und Moskitonetzen sorgen für Belüftung. Scheibenwischer mit Waschanlage und ein Defroster, der von der Motorwärme gespeist wird, sind ebenfalls verbaut.
Die Flybridge bietet Platz für fünf Personen und ist mit einem Teaktisch ausgestattet. Eine Komplettpersenning sowie Abdeckungen für Instrumente und Sitze schützen vor Witterungseinflüssen. Auf dem Pilothouse-Dach sind beidseitig Edelstahl-Handläufe montiert. Hinter dem Pilothouse befindet sich eine Brückendeck-Box, die optional mit einer thermostatgeregelten Kühlbox ausgerüstet werden kann.
Voraussichtlich soll es später im Jahr auch eine Version ohne Flybridge geben.
Als Antrieb stehen fünf Volvo-Penta-Dieselmotoren zur Wahl. Die Leistung reicht von 340 PS (500 kW) beim D6-340 bis zu 480 PS (706 kW) beim D6-480. Alle Varianten werden als Doppelmotorisierung angeboten. Die Höchstgeschwindigkeit liegt je nach Motorisierung zwischen 36 und 44 Knoten, die Marschgeschwindigkeit zwischen 30 und 36 Knoten. Angaben zum Verbrauch liegen noch nicht vor. Zur Standardausstattung gehören Interceptor-Trimmklappen, die das Fahrverhalten beeinflussen sollen.
Die neue Targa 37 wird serienmäßig mit einem Bugstrahlruder ausgeliefert, das 80 Kilogramm Schub leistet und über eine Backup-Batterie verfügt. Die elektrische Anlage umfasst zwei Start-Batterien mit je 96 Amperestunden (AGM-Technologie) und drei Service-Batterien mit je 120 Amperestunden (GEL-Technologie). Ein Umschalter ermöglicht die Querverbindung. Ein Batterieladegerät mit 100 Ampere und ein Wechselrichter mit 3.000 Watt sind verbaut. Steckdosen mit 230 Volt und USB-Anschlüsse sind an mehreren Stellen installiert.
Zur Sicherheitsausstattung der Targa gehören drei automatische Bilgepumpen und zwei manuelle Bilgepumpen. Im Maschinenraum ist ein automatischer Feuerlöscher installiert, zwei manuelle Feuerlöscher sind an Bord verteilt. Eine klappbare Bugleiter erleichtert das Boarding vom Wasser aus. Das Achterdeck ist mit Staufächern in den Ecken ausgestattet, die gleichzeitig als Sitze dienen. Ein Teaktisch für das Achterdeck gehört zum Lieferumfang. LED-Deckleuchten und ein LED-Lichtband unter der Dachkante sorgen für Beleuchtung.
Gegen Aufpreis sind unter anderem eine farbige Rumpflackierung, ein zweifarbiges Deck und Teakbeläge auf den Fußstützen der Sitze erhältlich. Ein komplettes Teakdeck kann ebenso geordert werden, sowie Sonnensegel für Achter- und Vordeck. Ein gedämpfter Fahrersitz, ein Geschirrspüler und eine Klimaanlage stehen natürlich auch auf der Optionsliste. Gerade der gedämpfte Sitz überrascht uns bei Test von anderen Modellen der Werft jedes mal wieder. Für uns ein cooles Feature, was wir wählen würden. Technische Extras umfassen einen Generator, Buglichter sowie Ankerwinden für Bug oder Heck. Ein Bimini-Top für die Flybridge ist verfügbar.

Redakteur Test & Technik
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