TestSkilsø 39 Panorama mit viel Platz und großer Reichweite

Jan-Ole Puls

 · 31.03.2026

Die Skilsø 39 Panorama ist ein typisches Urlaubsboot. Sie kann aber auch für entspannte Tagesausflüge verwendet werden. Liegeflächen gibt es zum Beispiel auf dem Vordeck.
Foto: Skilsö
​Die „Skilsø 39 Panorama“ setzt auf Raum, Übersicht und Funktion statt auf modische Effekte. Im Test zeigt die norwegische Motoryacht, wie konsequent sie auf lange Reisen, hohen Alltagsnutzen und gutmütige Fahreigenschaften ausgelegt ist.

Die „Skilsø 39 Panorama“ ordnet sich in ein Segment ein, das weniger von sportlichen Ambitionen als von funktionalen Anforderungen geprägt ist. Die knapp zwölf Meter lange Motoryacht stammt aus Südnorwegen und folgt in ihrer Konzeption der klassischen skandinavischen Schule: Das namensgebende Deckshaus bestimmt das Erscheinungsbild des Fahrtenboots, die Linienführung des Rumpfs ist zurückhaltend, für das Jahr 2026 fast konservativ. Auf ausgeprägte Rumpfstufen oder modische Designelemente, wie sie mediterranere Werften bevorzugen, verzichtet die Werft. Der hohe Freibord und der solide dimensionierte Aufbau machen bereits im Hafen deutlich, dass der Schwerpunkt weniger auf Dynamik und mehr auf dem Thema Wohnen auf dem Wasser liegt. Entworfen wurde die 39 Panorama vom hauseigenen Konstruktionsteam der Skilsø-Werft, das seit Jahrzehnten Boote für nordische Reviere entwickelt.

Klassische Linien, klare Funktion

Prägendes Merkmal ist der großzügig verglaste Deckssalon. Die Fensterflächen umlaufen den gesamten Aufbau und ermöglichen vom Steuerstand aus eine nahezu uneingeschränkte Rundumsicht. Schmale Rahmen und eine leicht erhöhte Sitzposition unterstützen die Übersicht. Das Raumgefühl an Bord profitiert deutlich von der Verglasung.

Draußen zeigt sich die „Skilsø 39 Panorama“ sachlich und funktional. Breite Seitendecks, eine hohe Reling und gut platzierte Haltegriffe am Aufbaudach erleichtern das Bewegen an Bord. Ab dem Steuerstand führen Stufen auf das leicht erhöhte Vordeck. Dort sind eine Liegefläche sowie der Ankerkasten untergebracht. Die Reling ist auch dort angenehm hoch und vermittelt Sicherheit. Die vier grauen Elemente auf dem Deck sind Deckslüfter, jeweils einer pro Kabine. Am Bug befindet sich zudem eine kleine Plattform aus Holz, die das Übersteigen erleichtert.

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Auffällig sind die großen Fensterflächen nach achtern. Sie werden von innen über vier Luftdüsen angeblasen, um Eis oder Kondenswasser zu vermeiden. Zwei zur Bootsgröße passende Scheibenwischer sind ebenfalls vorhanden. Das Dach ist ansonsten weitgehend frei von Aufbauten. Auf unserem Testboot sind weder Geräteträger noch ähnliche Installationen montiert. Dafür befindet sich dort ein großes Glas-Schiebefenster, das sich um etwa 80 Zentimeter öffnen lässt und viel Frischluft in den Salon bringt.

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Praktische Lösungen im Cockpit

Im Heckbereich ist ein L-förmiges Sofa mit einem höhenverstellbaren Tisch eingebaut. Keine außergewöhnliche Lösung, aber funktional, und mehr braucht es eigentlich auch nicht. Die Polster sind sauber verarbeitet und bequem. Über einen verschließbaren Durchgang auf Steuerbord gelangt man auf die Badeplattform mit großer Backskiste. Die beiden Heckklampen sind nicht auf der Plattform, sondern an den Ausläufern des Schanzkleids montiert. Das ist sinnvoll beim Rückwärtsanlegen, kann jedoch beim Vorwärtsanlegen mit überkreuz geführten Leinen Platz auf der Badeplattform beanspruchen. Eine Frage der persönlichen Präferenz. Der Salon lässt sich über Schiebetüren mit dem Cockpit verbinden, der Übergang erfolgt über eine kleine Stufe.

Der Salon ist das Herzstück des Bootes. In der Sitzecke findet die Crew bequem Platz, die Pantry ist vollwertig nutzbar. Materialqualität und Verarbeitung bewegen sich auf hohem Niveau. Entlang der Fenster sind Sockelleisten verbaut, die verhindern, dass Flüssigkeiten bei verschüttetem Wasser nach achtern laufen. Das spricht für einen auf Langlebigkeit ausgelegten Ausbau.

Der Steuerstand ist vollständig ausgestattet und lässt keine wesentlichen Funktionen vermissen. Auf dem Testboot dominieren helle Holzoberflächen in Kombination mit hellen Polstern, was den Innenraum freundlich und großzügig wirken lässt. Die Aufteilung ist logisch und durchdacht.

Unter Deck klar auf Reisebetrieb ausgelegt

Eine Etage tiefer liegt die Eignerkabine mit großem Bett und ausreichend Stauraum. Die beiden Gästekabinen lassen sich flexibel nutzen. Die Nasszelle ist funktional gehalten und verzichtet auf dekorative Details. Positiv fällt der separate Duschraum auf. Eine seltene, aber praktische Lösung.

Insgesamt präsentiert sich die „Skilsø 39 Panorama“ als konsequent durchdachtes Reiseboot. Sie folgt keinen kurzfristigen Designtrends, sondern setzt auf bewährte Lösungen und eine klare, funktionale Ausrichtung.

Gutmütiges Fahrverhalten, große Reichweite

Die gute Urlaubsnutzbarkeit setzt ein berechenbares Fahrverhalten voraus. Auch wenn die Panorama keine sportlichen Ambitionen verfolgt, muss sie sich nicht verstecken. Die Höchstgeschwindigkeit liegt mit 3.930 Umdrehungen pro Minute bei 31 Knoten. Üblicherweise wird man bei etwa 3.000 Umdrehungen und rund 22 Knoten unterwegs sein. Wer Reichweite priorisiert, fährt mit 1.000 bis 1.250 Umdrehungen. In diesem Bereich schiebt das Boot noch kein nennenswertes Wasser vor dem Bug her, was sich positiv auf die Effizienz auswirkt. Der Verbrauch liegt zwischen 5,8 und 10,4 Litern pro Stunde, was rechnerisch, inklusive 15 Prozent Tankreserve, Reichweiten zwischen 778 und 515 Seemeilen ermöglicht.

In der Gleitfahrt absolviert die „Skilsø 39 Panorama“ die üblichen Testmanöver unauffällig. Kreisfahrten, Slalom und abrupte Ausweichmanöver gelingen ohne kritische Reaktionen. Das Boot legt sich moderat in die Kurve und bleibt jederzeit kontrollierbar. Auch bei Höchstgeschwindigkeit bleibt das Fahrverhalten gutmütig. Hafenmanöver sind dank Bugstrahler selbst bei Wind und mit weniger erfahrener Crew problemlos möglich. Ein Yanmar-Joystick steht auf der Optionsliste. Außerhalb des Hafens zeigte er sich gut kalibriert und als einfach bedienbar.


BOOTE-Bewertung

Die Skilsø 39 Panorama überzeugt als solides und komfortables Reiseboot. Ihr großzügiger Deckssalon, die stabile Bauweise und die praxisgerechte Ausstattung machen sie besonders für längere Küstenetappen geeignet. Die Fahreigenschaften sind berechenbar und zuverlässig, Sportlichkeit steht nicht im Vordergrund. Wer Wert auf Sicherheit, Übersicht und Alltagstauglichkeit legt, findet in der 39 Panorama ein durchdachtes, stimmiges Boot.

Konstruktion und Konzept

Rundumsicht

Große Fenster

Fahren und Steuern

Angenehme Gemütlichkeit, ohne langweilig zu sein

Gut ausgerüstet

Wohnen und Ausbauqualität

Logische Aufteilung

Separate Dusche

Gute Bauqualität

Ausrüstung und Technik

Hochwertige Ausstattung

Reichhaltig ausgestattet schon im Standard

Manche Optionen kostspielig


Technische Daten

Die Skilsö 39 Panorama.Foto: Marc Andre BergmannDie Skilsö 39 Panorama.
  • CE-Entwurfskategorie B/14
  • Gesamtlänge 11,90 m
  • Breite 3,80 m
  • Tiefgang 1,10 m
  • Durchfahrtshöhe 4,10 m
  • Gewicht 8.650 kg
  • Motorisierung min. 2 x Yanmar mit 370 PS
  • Motorisierung max. 2 x Yanmar mit 400 PS
  • Kraftstofftank 900 l
  • Wassertank 400 l
  • Fäkalientank 155 l
  • Warmwasser 60 l
  • Batterien 2 x 200 Ah
  • Kojen 6 + 2
  • Kilogramm pro PS 10,81

Heckmaße

  • Länge 2,13 m
  • Breite 2,42 m
  • Höhe 2,04 m

Laufdeck

  • Seitendeck 0,29 m
  • Höhe Rehling 0,96 m
  • Decksbelag Teak

Schalldruck

Bei einer Marschfahrt von 1.500 Umdrehungen in der Minute und einer Geschwindigkeit von 8,2 Knoten ist das Boot unterdurchschnittlich leise. Gerade einmal 65 Dezibel waren am Fahrstand messbar.

Motor

  • Hersteller Yanmar
  • Typ 8LV 370
  • Anzahl 2
  • Leistung 370 PS
  • Volllastdrehzahl 3.800 U/min
  • Zylinder 8-Zylinder-Reihenmotor
  • Hubraum 4.460 cm³
  • Kraftstoff Diesel

Messergebnisse

DrehzahlGeschw.VerbrauchReichweiteLautstärke
U/minknkm/hl/hsmkmdB(A)
7504,88,8312242.26756
1.0005,910,95,87781.44158
1.5008,215,119,831758765
2.00010,319,139,619936868
2.5001629,662,819536169
275019,235,576,619235572
3.000*22,441,58819536175
3.50027,851,5122,617332178
3.75029,855,1136,816630880
3.9303157,414416430482

​Standardausrüstung

Bugstrahlruder · Verdunklung und Moskitonetz · Leseleuchte · Badeleiter · Verdeck · Manuelle Bilgepumpe · LED-Lichter · Gasbehälter (5 kg) · Edelstahl-Reling · Scheibenwischer · 12-Volt-USB-Port · Getränkehalter · Leder-Lenkrad · Steuersitz · Fender · Axiom-2-XL-19-Plotter

Bauweise

Um Zeit und Kosten zu sparen, wird der Rumpf im Spritzverfahren gefertigt. Das Deck hingegen wird im Vakuumverfahren laminiert, wodurch eine gleichmäßigere Harzverteilung und eine höhere Materialdichte erreicht werden.

Manövrierhilfen

Die Skilsø ist serienmäßig mit einem Bug- und optional mit einem Heckstrahlruder ausgestattet. Außerdem ist für die beiden Yanmar-Motoren ein Joystick erhältlich. Die Lenkung erfolgt hydraulisch, der Gashebel ist elektrisch ausgeführt.

Steuersitz

Die beiden Einzelsitze wirken ansprechend und sind bequem. Die Sitzfläche ist zweiteilig ausgeführt, sodass der Durchgang zur Schiebetür auf das Seitendeck frei bleibt.

Pantry

Die Galley ist gut ausgestattet. Besonders gefällt der gute Blick aufs Wasser. Die große Scheibe macht was her und lässt den Raum größer und heller wirken.

Preis

ab 599.717 €

Vertrieb Testboot yse.de

Werft viknes.no

Aufpreis für Komfort-Ausstattung

  • Auto-Trimmsystem 1.607 €
  • Elektr. Ankerwinsch 4.125 €
  • Bugstrahlruder inkl.
  • Belag Cockpit 5.179 €
  • Verdeck 3.571 €
  • UKW-Funkgerät 371 €
  • Autopilot inkl.
  • Kartenplotter inkl.
  • Ladegerät 2.625 €
  • Landanschluss inkl.
  • 230-Volt-Steckdose 357 €
  • Heizung 1.379 €
  • Druckwassersystem inkl.
  • Warmwasserboiler inkl.
  • Dusche WC-Raum inkl.
  • Außendusche inkl.
  • Komfortpreis 620.740 €

​Von Skilsø 39 zu Viknes S40

​Skilsø wurde 2011 von der ebenfalls norwegischen Werft Viknes gekauft und übernommen. Die gewohnte Qualität blieb erhalten, und die Boote der beiden Werften werden nun seit 15 Jahren nebeneinander gebaut. In diesem Jahr fusionieren die beiden Werften. Skilsø gibt es seit Kurzem nicht mehr, und das Boot wird nun unter dem Namen Viknes S40 mit kleineren optischen Änderungen weiter verkauft.

Innen hat sich bis auf einige Modernisierungen kaum etwas verändert: Aktuelles Lichtdesign in den Kabinen mit indirekter Beleuchtung, weichere Seitenverkleidungen und ein neues Fenster im Toilettenraum sind die einzigen Neuerungen unter Deck. Außen sind die Laufdecks breiter geworden, und im Heck gibt es nun ein U-Sofa mit zwei Einzelsitzen. Die Leiter zur Flybridge kann ins Dach geklappt werden. Das Boot ist auch ohne Flybridge erhältlich, dann als Panorama-Version und so wie unser Testboot. Motoren und Rumpf sind unverändert geblieben.

Die Badeplattform wurde um einige Zentimeter verlängert, was die Fahreigenschaften oder den Verbrauch jedoch nicht beeinflusst. Insgesamt wirkt das Boot jünger. Der zusätzliche Platz im Heck fällt positiv auf.

So sieht das neue Heck der Viknes S40 aus. Die Leiter ist der Aufgang zur großen Flybridge.Foto: ViknesSo sieht das neue Heck der Viknes S40 aus. Die Leiter ist der Aufgang zur großen Flybridge.

Jan-Ole Puls

Jan-Ole Puls

Redakteur Test & Technik

Ole Puls wuchs auf Jollen und Dickschiffen auf und kam so früh mit dem Segeln in Berührung. Nach der Schule absolvierte er eine Ausbildung zum Bootsbauer im Bereich Hightech-Kohlefaserbau. Seit 2022 ist er im Ressort Test & Technik tätig. Zu seinen Aufgaben zählen Bootstests von Motorbooten aller Art sowie praxisnahe Technikthemen. Die Sommer verbringt er auf dem Wasser und meist auf der Ostsee oder Schlei.

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