Was sofort auffällt: Die Wayfinder 38 ist kein Boot von der Stange. Im Gegenteil – das Konzept ist von Grund auf modular angelegt – typisch Jämsén. Das bedeutet nicht nur, dass man sich beim Kauf zwischen verschiedenen Layouts entscheiden kann, sondern auch, dass man nachträglich umbauen kann. So wird aus einer großzügigen Loungefläche am Bug im Handumdrehen eine große Sonnenliege. Der Bereich im Heck wird je nach Bestellung zu einer Wetbar, einer zusätzlichen Sitzgruppe oder bleibt frei. Das Prinzip ist zwar nicht neu – Werften wie zum Beispiel X-Shore bieten das auch an , jedoch vergrößert es den Anwendungszweck enorm. Ob man nun gerne vor der Küste fischen geht oder das Boot als „Transporter“ zwischen einer Insel und dem Festland nutzt – Möglichkeiten gibt es viele, gerade in den nördlichen Ländern. Besonders ist allerdings, dass auch die Versionen untereinander umgebaut werden können. Bei einem Gespräch mit der Werft wurde uns versichert, dass man die Seitentüren ganz einfach nachrüsten lassen kann. Rund ein Tag Arbeit soll das sein. Somit kann aus der Open-Version ganz einfach die Cabin-Version entstehen – coole Idee.
Im Grunde gibt es drei Versionen. Einmal die Cabin-Version: Für alle, die gerne länger unterwegs sind, bietet diese Version eine geschlossene Steuerkabine – optional natürlich mit Klimaanlage und Heizung. Die zweite Version ist die Open (Suntop): Wer lieber die Sonne auf der Haut spürt und einen fließenden Übergang zwischen Innen und Außen liebt, liegt mit der Open-Variante goldrichtig. Und ja, auch an die Angler wurde gedacht. Die Fishing-Ausführung besitzt einen geänderten Heckbereich mit extra Platz zum Ausnehmen des Fangs und einem oder zwei (optional) Lebendfischbehältern.
Mit einer Länge von 11,6 Metern und einer Breite von 3,5 Metern liegt die Wayfinder satt im Wasser, ohne wuchtig zu wirken. Die Linien sind klar, fast elegant – und doch sportlich. Die Bauweise im Vakuuminfusionsverfahren sorgt für hohe Festigkeit bei geringem Gewicht, unterstützt von FEM-analysierten Strukturen, die Vibrationen und Geräusche effektiv minimieren. Das Ergebnis: eine ruhige, stabile Fahrt – auch bei raueren Bedingungen. Das können wir bestätigen. Die Aiata fährt sehr ruhig und berechenbar. Dennoch ist sie alles andere als unsportlich.
Zur Antriebs Auswahl stehen Außenborder von 2× 300 bis 2× 425 PS. Damit erreicht das Boot eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 53 Knoten, bei einer angenehmen Reisegeschwindigkeit von rund 30 Knoten.
Beim Betreten des Boots merkt man sofort, dass hier nicht nur Designer, sondern auch leidenschaftliche Bootfahrer am Werk waren. Die Kabine der Wayfinder bietet Stehhöhe (rund 2,10 Meter), clever genutzten Stauraum und ein Ambiente, das zum Verweilen einlädt. Edle Hölzer, sanfte Farben und eine durchdachte Lichtführung schaffen eine Atmosphäre, die man so eher aus dem Wohnbereich kennt.
Die Übergänge zwischen drinnen und draußen sind fließend – egal, ob beim Frühstück unter freiem Himmel oder einem Glas Wein im geschützten Cockpit. Es ist ein Boot, das nicht aufdrängt, sondern einlädt.
Den ganzen Test der Aiata Wayfinder 38 finden Sie demnächst hier oder in der Ausgabe 07/25.

Redakteur Test & Technik