Aiata Wayfinder 38Frischer Wind aus der Türkei

Jan-Ole Puls

 · 03.05.2025

Die neue Aiata bei Vollgas mit über 40 Knoten.
Foto: Aiata
In einer Zeit, in der viele Boote nach Schema F gebaut werden, bringt die Aiata Wayfinder 38 frischen Wind auf den Markt. Entwickelt in Zusammenarbeit mit dem finnischen Designer Jarkko Jämsén und gebaut in einer modernen Werft bei Istanbul, trifft bei diesem Boot klare nordische Linienführung auf warme, mediterrane Wohnlichkeit.

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Was sofort auffällt: Die Wayfinder 38 ist kein Boot von der Stange. Im Gegenteil – das Konzept ist von Grund auf modular angelegt – typisch Jämsén. Das bedeutet nicht nur, dass man sich beim Kauf zwischen verschiedenen Layouts entscheiden kann, sondern auch, dass man nachträglich umbauen kann. So wird aus einer großzügigen Loungefläche am Bug im Handumdrehen eine große Sonnenliege. Der Bereich im Heck wird je nach Bestellung zu einer Wetbar, einer zusätzlichen Sitzgruppe oder bleibt frei. Das Prinzip ist zwar nicht neu – Werften wie zum Beispiel X-Shore bieten das auch an , jedoch vergrößert es den Anwendungszweck enorm. Ob man nun gerne vor der Küste fischen geht oder das Boot als „Transporter“ zwischen einer Insel und dem Festland nutzt – Möglichkeiten gibt es viele, gerade in den nördlichen Ländern. Besonders ist allerdings, dass auch die Versionen untereinander umgebaut werden können. Bei einem Gespräch mit der Werft wurde uns versichert, dass man die Seitentüren ganz einfach nachrüsten lassen kann. Rund ein Tag Arbeit soll das sein. Somit kann aus der Open-Version ganz einfach die Cabin-Version entstehen – coole Idee.

Drei Versionen, ein Gedanke

Im Grunde gibt es drei Versionen. Einmal die Cabin-Version: Für alle, die gerne länger unterwegs sind, bietet diese Version eine geschlossene Steuerkabine – optional natürlich mit Klimaanlage und Heizung. Die zweite Version ist die Open (Suntop): Wer lieber die Sonne auf der Haut spürt und einen fließenden Übergang zwischen Innen und Außen liebt, liegt mit der Open-Variante goldrichtig. Und ja, auch an die Angler wurde gedacht. Die Fishing-Ausführung besitzt einen geänderten Heckbereich mit extra Platz zum Ausnehmen des Fangs und einem oder zwei (optional) Lebendfischbehältern.

Stark im Auftritt

Mit einer Länge von 11,6 Metern und einer Breite von 3,5 Metern liegt die Wayfinder satt im Wasser, ohne wuchtig zu wirken. Die Linien sind klar, fast elegant – und doch sportlich. Die Bauweise im Vakuuminfusionsverfahren sorgt für hohe Festigkeit bei geringem Gewicht, unterstützt von FEM-analysierten Strukturen, die Vibrationen und Geräusche effektiv minimieren. Das Ergebnis: eine ruhige, stabile Fahrt – auch bei raueren Bedingungen. Das können wir bestätigen. Die Aiata fährt sehr ruhig und berechenbar. Dennoch ist sie alles andere als unsportlich.

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Zur Antriebs Auswahl stehen Außenborder von 2× 300 bis 2× 425 PS. Damit erreicht das Boot eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 53 Knoten, bei einer angenehmen Reisegeschwindigkeit von rund 30 Knoten.

Ein Ort zum Ankommen

Beim Betreten des Boots merkt man sofort, dass hier nicht nur Designer, sondern auch leidenschaftliche Bootfahrer am Werk waren. Die Kabine der Wayfinder bietet Stehhöhe (rund 2,10 Meter), clever genutzten Stauraum und ein Ambiente, das zum Verweilen einlädt. Edle Hölzer, sanfte Farben und eine durchdachte Lichtführung schaffen eine Atmosphäre, die man so eher aus dem Wohnbereich kennt.

Die Übergänge zwischen drinnen und draußen sind fließend – egal, ob beim Frühstück unter freiem Himmel oder einem Glas Wein im geschützten Cockpit. Es ist ein Boot, das nicht aufdrängt, sondern einlädt.

Den ganzen Test der Aiata Wayfinder 38 finden Sie demnächst hier oder in der Ausgabe 07/25.


Jan-Ole Puls

Jan-Ole Puls

Redakteur Test & Technik

Ole Puls wuchs auf Jollen und Dickschiffen auf und kam so früh mit dem Segeln in Berührung. Nach der Schule absolvierte er eine Ausbildung zum Bootsbauer im Bereich Hightech-Kohlefaserbau. Seit 2022 ist er im Ressort Test & Technik tätig. Zu seinen Aufgaben zählen Bootstests von Motorbooten aller Art sowie praxisnahe Technikthemen. Die Sommer verbringt er auf dem Wasser und meist auf der Ostsee oder Schlei.

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