Auf Mallorca feierte die Axopar 38 Sun Top Weltpremiere. Sie erweitert die noch junge 38er-Serie der finnischen Werft. Das erste Modell der Reihe, das dank entsprechendem Ausbau auch längere Touren ermöglicht, setzt auf Fahrspaß, Funktion und Modularität.
„Bootfahren muss für jeden zugänglich sein – das Abenteuer steht im Mittelpunkt“, betont Jan-Erik Viitala. Die 38 ST verstehe sich, so der Axopar-CEO, als Hommage an die weltweit beliebte Axopar 37: großes Cockpit, verschiebbares Sonnendach, offenes Konzept. Im Vergleich zur 38 XC Cross Cabin, die auf der boot Düsseldorf im Januar zu sehen war, setzt die ST-Variante konsequent auf das Freiheitsgefühl auf dem Wasser.
Axopar-typisch ist die Wandelbarkeit des Cockpit- und auch des Kajütlayouts. Am Fahrstand beispielsweise lässt sich die Rückenlehne der Sitzbank umklappen: Auf diese Weise finden gleich neben dem Steuermann bis zu zwei Mitfahrer Platz und können von dort den Blick voraus aufs Wasser genießen. An diese vordere Sitzbank schließt sich im Cockpit ein großes U-Sofa an. Der Tisch in der Mitte lässt sich elektrisch absenken, sodass auf Wunsch eine Liegefläche entsteht. Die Lehne des Sofas lässt sich dabei per Stecksystem variieren. Sie dient dann wahlweise vorn oder achtern als Rückenstütze. Während unseres Tests haben wir die verschiedenen Sitzanordnungen und Liegemöglichkeiten durchgespielt: Der Umbau ging leicht von der Hand. Je nach Konfiguration entstand im Cockpit ein Fahrstand, eine Sitzgruppe samt Esstisch oder eine Lounge zum Chillen und Relaxen. Serienmäßig sind die Cockpitpolster blaugrau. Fünf weitere Farben stehen gegen Aufpreis zur Auswahl.
Das modular aufgebaute Cockpitlayout ist aber nicht nur enorm wandelbar, es ist auch äußerst geräumig. Zehn Personen finden Platz. Mit zusätzlichen Sitzbänken sogar zwölf. Dann allerdings hat das Boot statt CE-Kategorie B nur noch C.
Die maximale Zuladung beträgt 2.215 Kilogramm. Damit lässt sich selbst umfangreichere Ausrüstung problemlos mit an Bord nehmen, sodass je nach Einsatzzweck auch längere Reisen machbar sind – diese Ausrichtung ist wie gesagt ein Novum für die Werft.
Zur elektronischen und technischen Serienausstattung gehört unter anderem ein Simrad-Plotter im schwarzen Armaturenbrett, das wiederum in eine grüngraue Metallic-Konsole eingelassen ist. Des Weiteren ein Bugstrahlruder und eine induktive Ladestation fürs Smartphone. Beleuchtete Knöpfe lassen sich auch bei Dunkelheit gut bedienen. Bei Regen halten Scheibenwischer die Sicht frei. Am Testboot fehlte der finale Rahmen für die Windschutzscheibe; die Werft arbeitet noch daran. Aufpreis kostet die Axopar-Connectivity-App. Sie erlaubt es, das Boot aus der Ferne zu überwachen.
Zwei Stufen führen hinab in die Kabine mit 1,70 Meter Stehhöhe. Für lange Touren empfiehlt sich die Version mit geschlossener Toiletten-Dusch-Kombination. Die Pantry wartet mit einem Ober- und Untermodul samt Spüle, Wasserhahn und Schubladen auf.
In der Vorschiffskabine schlafen zwei Personen auf acht Zentimeter dicken Polstern. Seitliche Luken sorgen für ausreichend Luftzirkulation. Abends schaffen Leuchten mit Touch-Funktion eine gemütliche Atmosphäre. Die optionalen Gullwing-Türen fluten den Raum mit Tageslicht und lassen ihn großzügiger wirken, als man es von einem 38-Fuß-Walkaround erwartet.
Modularität genießt auch unter Deck Priorität: Per Handgriff lässt sich die Liegefläche in eine Sitzecke verwandeln. Umgeklappte Rückenpolster an den Seiten werden dann zum Frühstückstisch mit Meerblick. Zugleich dient die Ablagefläche als Treppenstufe nach draußen aufs Vorschiff. Der dortige Bugbereich ist mit Sitzgruppe samt Tisch ausgestattet oder er wird als Sonnendeck genutzt. Über den Bug und das Heck spannbare Sonnensegel spenden Schatten.
Die Traglast für das Sun Top beträgt 50 Kilogramm. Hier ließe sich etwa ein Kite-, Surf- oder SUP-Board lagern. Am Achterdeck erleichtern abklappbare Bordwände den Zugang zum Wasser. Mehrere Boxen lassen sich individuell anordnen und sowohl als Sitzbänke als auch als Stauraum nutzen. Auf unserem Testboot verschwanden die Fender darin.
Für die Motorisierung stehen zwei Mercury V8 Verado à 300 PS oder zwei V10 Verado à 350 PS zur Wahl. Der Tank fasst 830 Liter. Das ist auch für längere Törns ausreichend.
Zeit für die Axopar 38 ST, zu zeigen, was in ihr steckt! Wir lassen den Hafen von Port Calanova hinter uns und schieben den Gashebel nach vorn. Das Boot schafft bis zu 45 Knoten Speed – Fahrvergnügen ist damit garantiert. In kurzer Zeit lässt sich auf diese Weise zudem viel Strecke machen.
Der Übergang von der Verdränger- in die Gleitfahrt erfolgt bei etwa 2.000 bis knapp 3.500 Umdrehungen pro Minute. Die Sicht voraus bleibt gut, auch wenn sich der Bug naturgemäß dabei etwas anhebt. Die wirtschaftlichste Fahrweise liegt bei rund 4.500 Umdrehungen pro Minute, was einer Geschwindigkeit von etwa 31,6 Knoten und einem Verbrauch von 124 Litern pro Stunde entspricht. Bei Vollgas mit knapp 45 Knoten reduziert sich die Reichweite auf 82 Seemeilen. In Kurven neigt sich die Axopar deutlich zur Seite, liegt aber stets stabil im Wasser, und das selbst beim abrupten Verreißen des Lenkrads. Auch Slalomfahren bringt das Boot nicht aus der Ruhe, es ist für sportliches Verhalten ausgelegt. Der Wendekreis bleibt bei langsamen Manövern mit etwa einer Bootslänge vergleichsweise klein.
Vor Mallorca überzeugt die 38 ST in wechselnden Bedingungen. Der zweistufige V-Rumpf mit verstärktem Stringersystem bleibt bei Schwell und frischem Wind stabil und präzise steuerbar. Der auf diese Weise versteifte Rumpf dämpft Vibrationen zudem spürbar. Gespräche am Fahrstand und auf dem U-Sofa sind selbst bei hohem Tempo möglich.
Die 38 XC Cross Cabin, die wir ebenfalls vor Mallorca fuhren, ist dagegen mit ihrer geschlossenen Kabine für Reviere ausgelegt, in denen die Bedingungen deutlich wechselhafter sind. Auch in zeitweise rauer See blieb sie im Test jederzeit sicher manövrierbar. Axopar-Produktmanager Jan-Ove Lundström: „Dank diverser Konfigurationen lässt sich die XC weltweit ans jeweilige Revier anpassen.“
Nach der Cross Cabin im Januar und der Sun Top im Mai folgt im September noch die Cross-Top-Variante. Sie kommt mit nach vorn geneigter Windschutzscheibe und soll sich für Langstreckentörns eignen. Man darf gespannt sein.
Die Werft hält mit der Axopar 38 ST ihr Versprechen: Das Boot ist wie geschaffen selbst für viele Mitfahrer. Käufer haben zwischen mehreren Varianten die Wahl: offenes Achterdeck, Achterkabine, Wet Bar oder Cockpit mit U-Sofa. Letzteres gefällt uns besonders gut. Und: Sicherer Fahrspaß ist garantiert!
Rumpf mit hoher Stabilität
Modernes Design
Verdeck lässt sich nur per Hand verschieben
Top-Fahreigenschaften
Sicheres Manövrieren
Hohe Bauqualität
Viele Layoutvarianten
Optional: geschlossene WC-Kabine für Tourenfahrer
Starke Motorisierung
Kohlenmonoxid- und Rauchmelder im Standard enthalten
Bei einer Marschfahrt von 1.500 Umdrehungen in der Minute und einer Geschwindigkeit von 6,7 Knoten ist das Boot durchschnittlich laut: 68 Dezibel waren am Fahrstand messbar.
| Drehzahl U/min | Geschw. kn | Geschw. km/h | Verbrauch l/h | Reichweite sm | Reichweite km | Lautstärke dB(A) |
| 600 | 2,2 | 4,0 | 6,4 | 243 | 449 | 60 |
| 1.500 | 6,7 | 12,4 | 17,2 | 275 | 509 | 68 |
| 2.000 | 8,4 | 15,5 | 27,4 | 216 | 401 | 70 |
| 3.000 | 10,6 | 19,6 | 59,2 | 126 | 234 | 76 |
| 3.500 | 14,5 | 26,8 | 73,6 | 139 | 257 | 80 |
| 4.000 | 23 | 42,5 | 95 | 171 | 316 | 83 |
| 4.500* | 31,6 | 58,8 | 124 | 180 | 333 | 88 |
| 5.000 | 32,4 | 60 | 184 | 124 | 230 | 89 |
| 5.500 | 41,9 | 77,5 | 188,8 | 157 | 290 | 89 |
| 5.900 | 44,7 | 82,7 | 383,6 | 82 | 152 | 91 |
* Hier liegt der wirtschaftlichste Bereich in einer guten Gleitfahrt. Gemessen bei unserem Test mit sieben Personen an Bord, leichtem Wellengang und 5 Knoten Wind. 60 Prozent Benzin im Tank, 10 Prozent Wasser.
Auto-Trimmsystem inkl., Elektr. Ankerwinsch: 6.771 €, Bugstrahlruder 5.176 €, Belag Cockpit inkl., Verdeck inkl., UKW-Funkgerät 2.499 €, Autopilot inkl., Kartenplotter 4.998 €, Ladegerät inkl. Landanschluss 5.355 €, 230-Volt-Steckdose inkl., Heizung inkl., Druckwassersystem inkl., Warmwasserboiler 2.261 €, Dusche-WC-Raum 8.306 €, Außendusche 476 €
Die Modelle der 12er-Serie der schwedischen Werft Nimbus Boats sind in drei Varianten erhältlich. Die T12 kommt mit einem erweiterten T-Top und ausklappbaren Seitenterrassen. Preis: 481.000 €
Viel Platz steht bei der Saxdor im Fokus: Die zwei je vier Meter langen Rumpfbalkone erweitern die Breite von 3,55 Meter auf 4,95 Meter. Für Schatten sorgt das Cabrio-Dach. Preis: 222.000 €
Genau wie bei der Axopar 38 ST wird bei der Wellcraft 38 T-Top vor allem auf ein großzügiges Cockpit und Platz für Familie und Freunde Wert gelegt. Der Rumpf verspricht Seetüchtigkeit. Preis: 342.720 €. Hier finden Sie den Test.
Axopar 38 ST versichern ab 2.175,39 Euro im Jahr* – Haftpflicht und Kasko. Viele Optionen möglich: Extradeckung für den Antrieb mit Motorschutz Plus. Einfach online ausrechnen und abschließen: www.yachting24.de
* Angebot von Yachting24 gültig für Versicherungssumme 260.400 Euro (bei Zeitwertdeckung), Selbstbeteiligung 1.800 Euro, Haftpflicht-Deckungssumme 8 Millionen Euro.

Redakteurin Wassersport Digital-Redaktion
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