Bereits im Jahr 2021 hat Kollege Torsten Moench den Testbericht der Vida 33 veröffentlicht. Damals hatte Bavaria Rumpf und Deck von der Greenline Neo übernommen, um auch auf dem Außenborderbootmarkt Fuß zu fassen. Die jetzt getestete VIDA als Version Nummer drei hat einige Neuerungen bekommen, darunter auch die Motorisierungsoption: Nicht nur Außenborder von Mercury sind erhältlich, sondern ebenfalls von Suzuki. Hier stehen 2 x Suzuki DF 200, 2 x Suzuki DF250 oder unsere Testmotorisierung mit 300-PS-Außenborder im Doppelpack auf der Preisliste.
Unser Testboot hatte außerdem noch das Joysticksystem von Ultraflex (inklusive Autopilot und Main Stay Funktion) installiert, das 14.875 Euro Aufpreis kostet. Zudem sitzt auf unserem Boot noch ein optionales Bugstrahlruder, das beim Manövrieren zusätzlich Sicherheit gibt. Das An- und Ablegen gelingt mit dem Ultraflex-System gut, aber auch ohne zeigt die Vida enge Wendekreise vorwärts und rückwärts eingekuppelt sowie ein durchschnittliches Umsteuerverhalten.
Auf dem Main in langsamer Fahrt zwischen etwa 4,5 kn und gut 6 kn fährt die Bavaria gut geradeaus. Gewichtsverlagerungen können sie auch nicht auf die schiefe Bahn bringen. Dann schiebe ich den Hebel schnell nach vorn, und ab etwa 2.000 Umdrehungen pro Minute beginnt der Übergang von Verdränger- zur Gleitfahrt. Während dieser Phase bleibt die Voraussicht gut, und die Propeller schnappen zwischendurch kurz etwas Luft, bevor sie komplett kraftschlüssig werden und das Boot zügig auf maximale 41,2 Knoten beschleunigen. Damit liegt die Höchstgeschwindigkeit 1,2 Knoten etwas höher als die damals getestete Version mit zwei 300-PS-Mercury-Motoren.
Bei Vollgas verbrauchen die Suzukis etwa 0,17 Liter pro Seemeile mehr als die amerikanischen Kollegen und sind auch um 2 dB/A lauter. In wirtschaftlicher Fahrt sind die beiden Testboote etwa gleich schnell; die Mercury-Motoren lassen die Vida 24,2 Knoten bei 4.500 Umdrehungen pro Minute schnell fahren, die Suzuki-Variante schafft es bei 4.000 Umdrehungen pro Minute auf 24,7 Knoten. Hier errechnet sich ein Reichweitenvorteil für die Suzuki-Motorisierung. Sie kommt mit 188 Seemeilen (plus 15 % Reserve) 58 Seemeilen weiter als die Mercury-Varianten von 2021. Bei der Lautstärke hat der weniger drehende (500 U/min) Suzuki ebenfalls einen Vorteil von 2 dB/A.
Ähnliches Fahrverhalten zeigen beide Testboote in schnellen Kurven. In dieser Situation legte sich die Vida kräftig auf die Seite und zieht sportlich ihre Runden. Mit einem feinfühligen Steuerungs- und Gashändchen ist die Situation gut zu meistern. Gleiches gilt auf dem Slalomkurs. Der Fahrer sitzt standardmäßig auf einer Dreiersitzbank, deren vordere Sitzpolster sich für die bequeme Fahrt im Stehen hochklappen lassen. Ein Rohrbügel dient als Fußstütze für sitzende Skipper. Lenkrad (höhenverstellbar) und Joystick sind gut platziert, die Schaltungsposition will die Werft noch optimieren. Auf die Instrumente und vor allem auf die beiden Simrad-Monitore hat man eine gute Sicht mit nur geringen Spiegelungen. Damit der Fahrer bei Regenwetter nicht den Durchblick verliert, installiert die Werft einen soliden Doppelarmwischer mit Waschanlage. Auch eine Defroster-Einheit (elektrisch) ist auf dem Testboot vorhanden. Spiegelungen in der Windschutzscheibe fallen gering aus, da der Fahrstand dunkel gehalten ist.
Über allem thront ein Top, das mit einer Art Schiebedach (Softtop) ausgerüstet ist und geöffnet die Sonne am Fahrstand und bei der Sitzecke hereinlässt. Die Sitzecke hat sich ebenfalls gewandelt: Die L-Bank in der Mitte ist geblieben, doch die Heckbank wurde geändert und mit zwei Klapplehnen ausgerüstet. Um eine riesige Sonnenliege zu bauen, werden die Lehnen heruntergeklappt, der Tisch abgesenkt und mit Polsterauflagen (Option) belegt. In der Normalposition (Lehnen hochgeklappt) ist zwischen der Sitzbank und den Außenbordern jetzt so viel Platz, dass man bequem auf die Badeplattform an Steuerbord gelangt. Weiteres Plus: In diesem Bereich gibt es hohe Handläufe und Sicherungsstahlseile und eine Hecktür.
Eine weitere Neuerung findet man ebenfalls am Heck: Hier ist eine umlaufende Badeplattform (5.652,50 Euro Aufpreis) installiert, die den sicheren Weg ins und aus dem Wasser, aber auch zu den Motoren und zum Festmachen des Bootes gewährleistet. Eine Variante mit Hydraulikeinheit (zum Hoch- und Runterfahren) steht ebenfalls auf der Zubehörliste, die jedoch einen Aufpreis von rund 29.975 Euro kostet.
Die Wetbar im Cockpit an Backbord lässt sich je nach Vorliebe entweder mit einem elektrischen Grill und Kocher ausrüsten oder als Gasvariante ordern. Gemischt werden kann nicht, und die Elektro-Variante ist für den Betrieb mit Landstrom vorgesehen. Wer eine vollwertige Doppelkoje in der Kabine bevorzugt, bestellt die Layoutvariante 1, die dann auf dem Vordeck – das man sicher über einen Zugang an Backbord erreicht – zusätzlich eine erhöhte Sonnenliegen-Möglichkeit zur Verfügung stellt. Wer hier lieber eine Sitzecke mit Tisch haben möchte, wählt die Layout-Variante Nummer 2, muss dann jedoch unter Deck mit einer Sitzecke samt Tisch vorliebnehmen.
Die Stehhöhe in der mit Marine-WC, passendem Stauraum, Spiegel und Dusche ausgerüsteten Nasszelle beträgt 1,86 m und im Bereich der Kabine 1,89 m (vor der Koje). Unter dem Top am Fahrstand gibt die Werft eine lichte Höhe von 1,88 m an. Die Verarbeitung von Kunststoff, Möbeln sowie den Polstern fällt gut aus. Ebenfalls einen ordentlichen Eindruck machen die technischen Installationen mit fest verlegten Leitungen.
Die Bavaria Vida ist ein schickes Außenborderboot mit vielen Einsatzmöglichkeiten. Das Boot bietet an Deck reichlich Platz für Familie und Freunde. Zum Übernachten an Bord bietet die Layoutvariante 1 eine vollwertige Doppelkoje, und mit der komplett ausgerüsteten Nasszelle lassen sich auch Touren zu zweit gut planen.
Gute Manövriereigenschaften mit dem Joystick.
Vielfältiges Angebot an Motorenvarianten.
Eine große Doppelkoje in der Kabine ist jetzt lieferbar.

Stellvertretender Chefredakteur BOOTE