BootsangelnDarum eignet sich ein E-Boot mit Heckantrieb zum Angeln

Thorsten Trojan

 · 30.01.2026

Typ 1: E-Boot mit Heckantrieb
Foto: Tracker
​Ein Set-up ist nur so gut wie sein Revier. Deshalb haben wir drei Szenarien gebaut, die viele von euch kennen – und je einen Bootstyp so beschrieben und ausgerüstet, dass er dort glänzt. Wir starten mit dem E-Boot zum Bootsangeln

Kleine, elektrisch am Heck angetriebene Boote sind die smarteste Antwort auf Verbrenner-Verbote, kurze Sliprampen und kleine Reviere. Wer einen guten Einstieg ins Bootsangeln sucht, leises Anpirschen liebt und minimalen Aufwand will, findet hier das perfekte Set-up.

Einsatzprofil

  • Verbrenner-limitiert: Gewässer mit Verboten oder Auflagen für Verbrenner
  • Klein & fein: Talsperren, kleine Seen, Kanäle, Buchten
  • Schmale Slipstellen: Kurzer, teils unbefestigter Zugang
  • Wenn leichtes Handling zählt
  • Zielfische: Hecht, Zander, Barsch

Warum dieser Bootstyp?

Klein, leicht, leise: Ein Heck-E-Boot bringt dich unauffällig an Spots, hält Drifts fein dosiert und passt auf jeden Hof. Es braucht nur geringe Stellfläche, der Unterhalt ist günstig, denn Öl-/Impeller-Wartung entfällt – und im Revier gibt es maximale Akzeptanz.

Bauformen & Layouts

Kompakte Maße und geringes Trailer-Gewicht ermöglichen entspanntes Solo-Slippen, auch an kurzen Rampen. Ein flacher Kiel schützt in Flachzonen. Rutschfeste Beläge und klare Laufwege sind Pflicht.

  • Mod-V & flacher Kiel (Jon-Style): Sehr kippstabil, minimaler Tiefgang, frühes Angleiten – ideal zum Werfen entlang von Krautkanten und Uferstrukturen.
  • Pinne statt Steuerstand: Spart Gewicht und Komplexität, schafft Deckfläche und erleichtert den späteren Umbau auf Verbrenner.
  • Kompakte Deep-V: Funktionieren ebenfalls – sofern sie leicht genug sind, damit einfaches Slippen an kleinen Gewässerzugängen möglich bleibt und die E-Effizienz erhalten wird.

Pro-Tipp: Umbau mit Jackplate

Mit einer Jackplate lässt sich besonders leicht von E-Heckmotor auf Verbrenner wechseln, ohne den Spiegel neu zu bohren oder abzudichten. Das schont die Struktur, hält die Spiegelhöhe variabel und eröffnet einen saisonalen Doppelbetrieb: E im Heimatrevier, Verbrenner im Urlaub.

Experten-Tipp: Das Praxis-Set-up fürs leichte E-Boot

  • Rumpf: Mod-V oder leichtes Deep-V, Aluminium
  • Motor: Pinnen-Heck-E-Motor und optionaler Bugmotor mit 12 V, besser 24 V
  • Elektronik: 9″-Kartenplotter nahe der Pinne oder am Steuerstand, alternativ vorne; Heckspiegel-Geber, ggf. Geber im Bugmotor
  • Deck: Fläche für 2–3 Ruten bis 2,40 m, dazu Staufach fürs Tackle, leichten Anker und Sicherheitsausrüstung

Welcher E-Motor passt zu mir?

​E-Motoren mit integriertem oder steckbarem Akku. Wofür?

Minimaler Installationsaufwand, schnell startklar

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Ultrakompakt, einfache Inbetriebnahme

Reichweite/Akkupreis

Vorschläge (ohne Wertung): Torqeedo Travel 603 / 1103; ePropulsion Spirit 1.0 / Spirit Evo; Mercury Avator 7.5e

E-Motoren mit externen, im Boot verbauten Akkus. Wofür?

Skalierbare Reichweite und Leistung, flexible LiFePO₄- Bänke, ausbaufähig von „basic“ bis „weit raus“

Günstiger pro Wh, modular

Mehr Verkabelung/Absicherung

Vorschläge (ohne Wertung): Minn Kota Endura / Endura Max / Traxxis; MotorGuide R3 / R5; Haswing Osapian / Protruar; Rhino VX / Cobol


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