Ein gutes Angelboot erkennt man nicht an der PS-Zahl oder der Hochglanzlackierung, sondern daran, wie selbstverständlich es das Angeln unterstützt.
Trailerbare Angelboote für Binnengewässer und küstennahe Reviere sind heute echte Arbeitsgeräte: kompakt genug für Sliprampe und Straße, aber klar auf Wurfweiten, Köderführung und Ordnung an Bord optimiert. Herzstück ist das Castingdeck – die große, ebene Arbeitsfläche am Bug und oft auch am Heck. Hier steht man erhöht und frei, kann Köder sauber führen, weit werfen und hat trotzdem einen sicheren Stand. Kein störender Aufbau, keine Reling im Weg.
In die Decks sind Staufächer eingelassen, die genau das aufnehmen, was die moderne Angelei braucht: ein langes Rutenstaufach, in dem mehrere fertig montierte Ruten geschützt verschwinden, Fächer für Köderboxen und Kleinteile sowie separate, gut zugängliche Bereiche für Batterien. Denn ein zeitgemäßes Angelboot muss heute nicht nur einen Außenborder starten, sondern auch einen Bugmotor, mehrere Echolote und gegebenenfalls ein Bordnetz mit Strom versorgen. Und das möglichst ohne Kabelsalat und ohne Improvisation.
Dafür sorgen durchdachte Leerrohre und Kabelkanäle, die vom Bug bis zum Heck verlaufen. So lassen sich Geber-, Strom- und Netzwerkkabel sauber verlegen, nachrüsten und bei Bedarf auch wieder tauschen, ohne erst das halbe Boot zerlegen zu müssen. Auf dem Bug sitzt eine stabile, verstärkte Plattform für den Elektromotor – ausgelegt für hohe Schubkräfte, Dauerbelastung und die typischen seitlichen Kräfte beim Spot-Lock in Wind und Welle. Flexibel wird das Boot durch steckbare Sitze, die sich an verschiedenen Positionen nutzen lassen: mal vorn auf dem Castingdeck, mal hinten zum Vertikalangeln oder als Entlastung auf langen Driftstrecken.
Genauso wichtig sind aber die scheinbar kleinen Details, die man auf den ersten Blick kaum wahrnimmt: flache, einklappbare Klampen, möglichst wenig Reling und Beschläge – alles, was Schnüre fängt oder beim Werfen stört, wird konsequent weggelassen oder versenkt.
Das Ergebnis ist ein Boot, das nicht nur schwimmt, sondern für die Praxis der Angelei gebaut ist – vom Morgennebel am Binnensee bis zum leichten Schwell auf dem Küstenfjord.